Burgleuchten

Schloss Burg wird zur Riesen-Lichtshow

Kommt eine Leuchte geflogen: Mit vollem Körpereinsatz positioniert Peter Wendland eine Leuchte auf dem Giebel. Foto: Christian Beier
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Kommt eine Leuchte geflogen: Mit vollem Körpereinsatz positioniert Peter Wendland eine Leuchte auf dem Giebel.

Vom 12. November bis 5. Dezember findet das Burgleuchten statt. Mit Musik, Nebel und Goldschatz.

Von Melissa Wienzek

Solingen. Millimeter für Millimeter lässt sich Peter Wendland langsam am Bergfried nach unten hinab. In schwindelerregender Höhe pendelt er an einem scheinbar dünnen Seil in der Luft, bis er sanft auf den Schindeln eines kleinen Giebels landet. „So, die Lampe sitzt perfekt auf ihrem Hocker!“, ruft er seinen Techniker-Jungs erleichtert zu, nachdem er eine große LED-Leuchte vorsichtig am Giebel-Ende positioniert hat. Bloß keine historische Schindel zerstören. Ein Victory-Zeichen für die Zuschauer ist auch noch drin. „Ihr könnt mich wieder hochziehen!“, ruft er zum Bergfried hinauf.

2020 erstrahlte Schloss Burg zum ersten Mal im Lichterglanz. Rund 6000 Besucher schauten sich das Spiel mit Licht und Farbe an. Dieses Jahr gibt es eine Neuauflage. Man hofft auf 2000 Besucher am Tag. Archivfoto: Christian Beier

Mit vollem Körpereinsatz baut das sechsköpfige Team rund um Peter Wendland und Beleuchter Martin Löffler gerade die über 700 Leuchten für das „Burgleuchten“ auf Schloss Burg auf. Das Lichtspektakel startet am Freitag, 12. November. Trotz der Bauarbeiten. „Darüber freuen wir uns sehr“, sagt Schlossherr Gregor Ahlmann. Während der Schlossbauverein bei der Premiere vergangenes Jahr erst drei Wochenenden angesetzt hatte und dann spontan um eines erweiterte, weil der Andrang so groß war, plane man nun direkt mit vier leuchtenden Wochenenden hoch über der Wupper – und hofft auf 2000 Besucher am Tag.

Der alte Grafensitz verwandelt sich dabei in eine große, spektakuläre Leuchtshow. „Weil wir aber wegen der Bauarbeiten nicht alle Räume nutzen können, gilt ein reduzierter Eintrittspreis“, erklärt Gregor Ahlmann. So ist zum Beispiel der Rittersaal mit seinen angrenzenden Räumen tabu. Für die Beleuchter stellt die Baustelle eine Herausforderung dar. „Das wird großes Improvisationstheater“, sagt Peter Wendland, der auf Schloss Burg auch die Gruselführungen anbietet. „Denn wir müssen freitags immer alles aufbauen und sonntagsabends abbauen. Das heißt, wir müssen uns etwas einfallen lassen, um möglichst schnell zu sein.“

Um Schloss Burg perfekt in Szene zu setzen, braucht es nicht nur über 700 Leuchten – bis auf vier Stück sind es alles LED-Leuchten –, sondern auch zehn Kilometer Kabel. Würde Peter Wendland allein diese Kabel ausrollen, ergäbe sich ein Weg vom Schloss entlang der Burger Landstraße bis in die Stadtmitte.

Das wird beleuchtet: Bereits beim Betreten der Burganlage werden die Gäste von Lichteffekten empfangen: Im Zwingerhof erstrahlen nicht nur verschiedene LED-Leuchten und Kerzen hinter Fenstern, sondern alle 30 Minuten erschallen hier die Fanfaren. „Den Sound habe ich extra komponiert und mit einem Trompeter aufgenommen“, verrät Peter Wendland. Für ihn liegt der Reiz im Kleinen. Hauptdarsteller des Lichtspiels sind der Bergfried, der stets seine Farbe ändern wird, der Innenhof und das Grabentorgebäude.

Beleuchtet werden Mauern, Türme, Dächer und Fenster. Natürlich wird auch Graf Engelbert hoch zu Ross illuminiert. „In Rot, der Farbe der Macht und des Blutes“, erklärt Wendland. Graf Adolf im Burghof wird ebenfalls in Szene gesetzt. Neu: Drei Wappen werden nun im Wechsel auf ein Dach im Burghof projiziert: neben dem Bergischen Löwen das von den Grafen von Berg und das von Engelbert.

Sonderprogramm: Freitags tritt ein illuminierter Stelzenkünstler auf: Seine Stelzen sind drei Meter lang. Samstagsabends gibt es Livemusik mit Gitarre, Gesang und Percussions. Außerdem hat sich das Team „Bonbons“ einfallen lassen, wie Peter Wendland sagt. Gewürzt ist der Rundgang nämlich mit kleinen Specials wie einem Dunkelgang, einer Hexenküche mit Plasmaröhre für Kinder und einer einer Nebelkammer, in der eine Schatzkiste mit Goldmünzen auf mutige Besucher wartet. Zugreifen erlaubt – aber nur für die, die sich auch hinein trauen. Viele weitere Überraschungen warten auf die Besucher.

Der Burgleuchtenwein: Passend zum Burgleuchten gibt es den „Burgleuchtenwein“ mit speziell designtem Etikett. Wer diesen exklusiven trockenen Kerner Weißwein genießen möchte, kann bei einer Onlinebuchung sogar sparen. Nur im Vorverkauf gibt es den Wein zum Preis von 6,75 Euro statt 9,90 Euro vor Ort.

Zeiten und Preise

Geöffnet: Jeweils an den Wochenenden 12. bis 14. November, 19. bis 21. November, 26. bis 28. November und 3. bis 5. Dezember in der Zeit von 17 bis 22 Uhr.

Einlass: Nur mit 3 G.

Preise: Freitags und samstags 9,50 Euro, sonntags 9 Euro, Kinder zwischen 10 und 15 Jahren zahlen 5 Euro, Kinder unter 10 Jahren nichts.

Karten: Die Eintrittskarten sind im Vorverkauf bei remscheid-live.de oder an den Vorverkaufsstellen erhältlich. Gäste buchen dabei einen Einlass-Slot.
remscheid-live.de

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