Ausflug im Bergischen

Ostern ist es richtig voll auf der Burg

Bei schönstem Wetter pendelten die Tagestouristen mit der Seilbahn zwischen Ober- und Unterburg oder nutzen die Wanderwege. Foto: Michael Schütz
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Bei schönstem Wetter pendelten die Tagestouristen mit der Seilbahn zwischen Ober- und Unterburg oder nutzen die Wanderwege.

Auch in der Bauphase bleiben Schloss und Stadtteil ein Anziehungspunkt für Touristen.

Von Wolfgang Günther

Solingen. Wie weit hat die Kernsanierung von Schloss Burg Einfluss auf die Besucherzahlen? Da passt das schöne Wetter am Ostersonntag doch wunderbar für einen informierenden Rundgang. Den Platz vor dem Grabentor teilen sich Touristen mit abgestellten Motorrädern und Mountainbikes. In den Räumen im Grabentor ist für die Zeit der Sanierung ein Übergangsmuseum eingerichtet, in dem auch die wichtigsten Ausstellungsstücke wie Schwerter und Rüstungen zu sehen sind. Der Rittersaal und die weiteren Etagen darüber sind geschlossen.

Unsere Baumaßnahmen halten die Gäste aber unverkennbar nicht von einem Besuch ab“, sagte uns am Sonntag Marcel Bethke, der Kassendienst im Besucherzentrum leistete, und ständig neue Besucher begrüßen konnte. „Die Menschen sind oft stark an Informationen darüber interessiert, wie es hier einmal aussehen wird“, sagte Bethke.

Der provisorische Rundgang beginnt im Innenhof der Burg. Dort waren Sigrid Berger aus Hattingen, die mit Ehemann Bernd und zwei Kindern angereist war. „Wir kommen eben aus dem Bergfried, und wenn das neue Museum so ausgestattet sein wird wie dort, dann wird das hier ein echtes Schmuckstück sein“, sagte die 43-Jährige begeistert.

Kinder können sich in der Holztruhe zum Ritter ausrüsten lassen

Sehr zufrieden über die Besucherzahlen auf der Burg der Herren von Berg ist auch Stephan John, Inhaber der „Holztruhe am Schlosstor“. In dem kleinen Laden können sich Kinder zum Ritter ausrüsten lassen, Pfeil und Bogen sind auch für Erwachsene im Angebot „Vor zehn Jahren haben wir nebenan unser Außencafé eröffnet“, sagte John, dort war am Sonntagmittag jeder Platz besetzt. Ein paar Schritte nur führen zum Handwerkerhaus am Schlossplatz.

Petra Domass bietet dort Seife und Naturkosmetik an, und beim Warenangebot von Christine Nieland liegt der Schwerpunkt auf der mit Handarbeit hergestellten historischen Bekleidung. „Die Menschen wollen nach Corona, Lockdown und jetzt dem Krieg im Osten Europas einfach mal raus“, erzählt die Schneiderin. „Dazu sind die Kunden aber auch bereit, für gute Ware auch den entsprechenden Preis zu zahlen, das war nicht immer so“, berichtet sie zum Abschied.

Immer mehr Touristen kommen am Nachmittag zur Burg. Sie nutzen die steilen Wanderwege, die Seilbahn fährt nach Sommerfahrplan, dabei bleibt kein Sitz ungenutzt. Davon profitiert auch die Gastronomie, in der es am Sonntag brummt. Der belgische Gastronom Lukas van Hove betreibt mit seiner Familie die Gaststätte „Zum Burgnarr“ (| Kasten). Der Wirt hat alle Hände voll zu tun.

Von der Burganlage hinab zum Ufer der Wupper geht es auf dem steilen Weg zur Schlossbergstraße. In Unterburg hat das Café Meyer rechtzeitig zu Ostern öffnen können, die stark vom Hochwasser betroffenen Wupper-Terrassen sind noch geschlossen. Carmen Hillen wird ihr beliebtes „Burger Büdchen“ spätestens am 15. Mai wieder öffnen. Bis dahin bleibt an den Wochenenden ihr Verkaufswagen mit Getränken und kleinen Speisen an der Einfahrt zur Wupperinsel stehen.

Der Rundgang hat Spaß gemacht, und das Fazit kann nur lauten: Schloss Burg hat nichts an Anziehungskraft verloren.

Burgs Hofnarr

Die Gäste des Restaurants „Zum Burgnarr“ können den Wirt Lukas van Hove bald als echten Hofnarren in Oberburg erleben. „Ich habe das Kostüm schon bestellt“, erzählt er. Für ihn war die Schließung während der Corona-Pandemie von Vorteil. „Ich hatte Zeit und konnte die Terrasse ausbauen.“ Zur Überbrückungshilfe sagt er. „Der deutsche Staat hat sehr gut geholfen, das wäre in meiner Heimat Belgien nicht so gelaufen.“

Am Samstag war der Wanderweg zwischen Müngsten und Schloss Burg wegen eines Feuerwehreinsatzes gesperrt.

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