Wanderserie im ST

Mit dem ST wandern: Blick auf Beyenburg belohnt den steilen Anstieg

Der Beyenburger Stausee im Herbst: Im Hintergrund zeigt sich der schmucke Ortskern mit der Klosterkirche Sankt Maria Magdalena.
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Der Beyenburger Stausee im Herbst: Im Hintergrund zeigt sich der schmucke Ortskern mit der Klosterkirche Sankt Maria Magdalena.

Das ST stellt Wanderrouten vor – heute eine anspruchsvolle Strecke mit insgesamt 900 Höhenmetern.

Von Daniel Juhr (Text und Fotos)

Bergisches Land. Beyenburg ist ein Kleinod im Tal der Wupper. Es gehört zu Wuppertal, ist aber nur einen Katzensprung von Remscheid-Lennep und Radevormwald entfernt und grenzt zudem an Schwelm und Ennepetal – kein Wunder, dass viele Wanderfans aus den Nachbarstädten mal eben rüberkommen, um die waldreiche und bergige Gegend rund um den bekannten Stausee und die Klosterkirche zu entdecken. Weil das so ist, herrscht im Ortskern und auf den breiteren Spazier- und Forstwegen an schönen Wochenenden viel Betrieb.

Wer die eine oder andere steile Steigung nicht scheut und sich bewusst auf schmale Pfade begibt, kann dort aber auch in aller Ruhe wandern –und das durchaus ambitioniert. Zum Beispiel auf einer aussichtsreichen 15 Kilometer-Runde, die kurz vor dem Stausee beginnt und es mit mehreren knackigen Anstiegen und insgesamt 900 Höhenmetern echt in sich hat.

Vom Wanderparkplatz an der Wupperstraße sind es nur wenige Meter bis zum in den Jahren 1952/1953 angelegten See. Wir wandern rechts entlang und können schön sehen, wie die Wupper zunächst im See gestaut wird und dann stufenartig abfließt. Im Hintergrund erhebt sich die mehr als 500 Jahre alte Klosterkirche Sankt Maria Magdalena, auch Beyenburger Dom genannt. Knappe anderthalb Kilometer haben wir Zeit, um uns mit Blick auf den historischen Ortskern warm zu laufen, ehe wir direkt neben dem bergischen Fluss in einen schmalen Pfad einbiegen. Der zweigt kurz darauf scharf rechts ab und los geht’s: Auf den nächsten 700 Metern wandern wir fast 90 Höhenmeter bergauf, der Weg ist zum Teil alpin und zum Tal hin mit einem Gelände versehen. An besonders steilen Stellen hat man Stufen gesetzt.

Lohn für die Mühen ist nicht nur anfangs eine tolle Aussicht auf Beyenburg, sondern kurz darauf der Weitblick über Wiesen und Weiden, an denen der Weg nun entlang führt – eher halb links sogar über eine Wiese verläuft. Je nach Witterung kann es im weiteren Verlauf ein bisschen matschig sein, auch, weil Harvester nach Holzfällarbeiten Spuren hinterlassen haben. Insgesamt sind die Wälder und Wege aber intakt und insbesondere der lange und sanfte Abstieg durch das Naturschutzgebiet im Tale des Bächleins Brambecke ein Vergnügen. Auf einem schmalen Pfad geht es hier am Wasser entlang wieder Richtung Beyenburg. Wem sieben statt 15 Kilometer reichen, der kann schon bald abkürzen: Denn wir queren die Beyenburger Straße, und wer ihr nach links folgt, ist in wenigen Minuten zurück am Auto.

Plötzlich sieht es aus wie im Alpenvorland

Wir aber haben noch viele schöne Ecken vor uns. Zum Beispiel den fantastischen Wegabschnitt hinter der Ortschaft Weuste, in die wir von der Beyenburger Straße aus einbiegen. Jetzt geht es wieder langsam bergauf, aus dem Forstweg wird ein Wiesenweg, der im Halbkreis um ein Tal herum führt, dass wie im Alpenvorland wirkt. Traumhaft schön, sehr ruhig und einsam. Mit Dahlhausen ist auch die nächste - übrigens auf Ennepetaler Stadtgebiet gelegene - Hofschaft nicht weit, und sie zeigt wie so viele andere in der Region, was sich aus uralten Backsteinhäusern noch so machen lässt. Hinter dem Ortsausgang schlängelt sich das Bächlein Wolfsbecke Richtung Wupper. Wer hier scharf links abbiegt und diesem folgt, kürzt die Tour ebenfalls ab und landet nach rund zwei Dritteln der eigentlichen Strecke am Auto.

An besonders steilen Stellen unserer Wanderroute erleichtern Stufen das Vorankommen.

Doch wir wollen es noch einmal wissen: Die Alternative lautet bergauf. Und wie. Noch einmal sind binnen kurzer Zeit rund 90 Höhenmeter zu überwinden, über die Wanderwege A2 und A6 geht es auf den Ehrenberg. Dort lässt es sich kurz auf einer Bank verschnaufen, ehe wir scharf links abbiegen und über einen Teilabschnitt des Rundwegs um Wuppertal gemütlich ins Tal marschieren, die Wupper queren und vorbei am Traditionsrestaurant Das Pumpenhaus aufs Marscheider Bachtal zu laufen. Von hier aus führt der Weg durch den Wald bis zur Herbringhauser Talsperre hinauf.

So weit wollen wir nicht, sondern biegen direkt hinter einem idyllisch gelegenen Teich, der bald rechts von uns liegt, nach links auf einen Stichweg ab. Noch einmal geht es bergauf und dann, vorbei an einem Fußballplatz, kontinuierlich bergab, während rechts und links des Weges schöne alte Bäume in den Himmel wachsen. Über schmale Serpentinen führt die Route schließlich auf die Straße In der Grüne und über die Kurvenstraße runter zur Wupper, der wir nun noch einige Meter bis zum Parkplatz an der Wupperstraße folgen. Mit wunderbaren Eindrücken von Wiesen, Weide, See und Fluss - und der Gewissheit, unsere Waden ordentlich gefordert zu haben.

Die Tour

Länge: ca. 15 Kilometer

Dauer: 3 bis 4 Stunden

Schwierigkeitsgrad: anspruchsvoll mit steilen Steigungen (900 Höhenmeter), nicht kinderwagengeeignet

Ausrüstungstipp: festes Schuhwerk

Parken: Parkplatz an der Wupperstraße in Beyenburg

Einkehren: Cafés in Beyenburg, zum Beispiel Landhaus Bilstein und Café Bootshaus, sowie Das Pumpenhaus in der Nähe der Wupper

Tipp: Die ersten 20 Folgen unserer Serie „Wanderrouten im Bergischen Land“ – unter anderem mit den gpx-Daten zum Wandern mit Smartphone oder GPS-Gerät – sind als PDF-Download für 7,90 Euro erhältlich auf: www.bergisch-bestes.de

Alle Folgen der Wanderserie finden Sie hier.

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