100.000 Euro Sonderbeitrag

Bergisches Handwerk unterstützt 65 Friseure mit je 1.500 Euro

In einem Friseursalon hält Arnd Krüger einen großen Scheck vor sich. Pia Schneider und Andreas Schick stehen lächelnd links und rechts im Vordergrund.
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Kreishandwerksmeister Arnd Krüger (Mitte) überreicht den Scheck über den Unterstützungsbetrag an die Obermeisterin der Friseur-Innung, Pia Schneider, und den stellvertretenden Obermeister Andreas Schick.

Pia Schneider musste am Mittwoch erst einmal die richtigen Worte finden.

Von Manuel Böhnke

Solingen. „Das ist der absolute Wahnsinn“, sagte Pia Schneider, die Obermeisterin der Solinger Friseur-Innung im Gespräch mit dem Tageblatt. Der Grund für ihre Freude: Die Kreishandwerkerschaft Solingen-Wuppertal unterstützt die Friseurbetriebe in der Region mit 100.000 Euro.

Die Idee dazu sei ihm während einer Autofahrt gekommen, berichtete Arnd Krüger. Im Radio hörte der Kreishandwerksmeister von einer Hilfsaktion für Unternehmen, die unter den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie leiden. „Davon gibt es leider auch bei uns genug.“

Innerhalb der Kreishandwerkerschaft trifft das vor allem auf die Friseure zu. Sie mussten ihre Salons im Dezember zum zweiten Mal schließen, dürfen seitdem nicht mehr arbeiten. Einnahmen über Abhol- oder Onlinedienste zu generieren, sei für sie – im Gegensatz zum Handel und zur Gastronomie – nicht möglich. „Staatliche Hilfen kommen, wenn überhaupt, schleppend“, kritisierte Krüger. Die Bazooka, die Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) gegen die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise versprochen hat, entpuppe sich für die Friseure als Erbsenpistole.

„Die Kosten der Betriebe laufen jedoch weiter. Inzwischen sind die Rücklagen aufgebraucht und es geht schlicht um die nackte Existenz“, betonte Krüger. Auf der anderen Seite hätten viele Innungen trotz der Krise gute Geschäfte gemacht. Bei ihnen warb der Kreishandwerksmeister für seine Idee – mit Erfolg. Die Innungen haben den sechsstelligen Sonderbeitrag zur Verfügung gestellt. Er wird als pauschale Beitragsrückerstattung auf die rund 65 Betriebe der Friseur-Innung in Solingen und Wuppertal aufgeteilt. Das bedeutet rund 1.500 Euro pro Unternehmen.

Das ist der absolute Wahnsinn.

Pia Schneider, Obermeisterin der Friseur-Innung.

„Uns ist bewusst, dass auch diese Unterstützung für viele Betriebe nicht die Rettung bedeutet“, räumte Arnd Krüger ein. Pia Schneider betonte jedoch, dass die Summe eine „tolle Unterstützung“ sei: „Für uns geht es momentan ans Eingemachte.“ Sie zeigte sich „unfassbar gerührt von der großen Solidarität“. Für Krüger ist die Aktion ein Beleg dafür, dass der „uralte Innungsgedanke noch immer trägt“ – gerade in schwierigen Zeiten.

Einige Tage zuvor protestierten rund 100 Friseure, Kosmetiker und Nageldesigner auf dem Neumarkt, um auf ihre Situation aufmerksam zu machen.

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