Bergischer Kunstpreis für Thomas Neumann

Eine schwierige Arbeit: Aus 276 Bewerbungen suchten die Juroren gestern die Arbeiten der Künstler aus, die ab Freitag, dem 25. Juni, auf der 64. Bergischen Kunstausstellung gezeigt werden. Foto: Christian Beier

64. „BERGISCHE“ Fünfköpfige Jury begutachtete gestern 276 Bewerbungen im Museum Baden.

Von Susanne Koch

Liegende Kunst, gebunden als Buch, gebrannt auf DVD, ordentlich abgeheftet im Leinenordner oder aber auch im Schnellhefter aus Plastik: 276 Bewerbungen sind für die 64. Bergische Kunstausstellung im Museum Baden eingegangen. Im Meistermann-Saal des Museums liegen diese nun alphabetisch sortiert auf drei fast die Länge des Raums durchmessenden Tischen. Für die Juroren bedeutet das geistige Höchstleistung und Knochenarbeit in einem. „Das Niveau und die Qualität der eingereichten Arbeiten ist sehr hoch“, freut sich Gisela Elbracht-Iglhaut, stellvertretende Museumsleiterin und zuständig für die „Bergische“.

14 Arbeiten aus 276 Bewerbungen bleiben für die „Bergische“

Gemeinsam mit dem Solinger Kulturbüroleiter Hans Knopper, der Projektleiterin KiT (Kunst im Tunnel) Düsseldorf, Gertrud Peters, der Kuratorin des Museums Morsbroich, Dr. Stefanie Kreuzer und dem Leiter der Städtischen Galerie von Remscheid, Oliver Zybok, hat sie gestern als Jurymitglied jede Bewerbung ins Auge gefasst. Stück für Stück. Eine schwierige Arbeit. „Die Auswahl ist dieses Jahr ausgesprochen interessant. Und es sind 50 Arbeiten mehr als noch im vergangenen Jahr“, sagt Gisela Elbracht-Iglhaut. Maler, Bildhauer, Fotografen, Videokünstler sind vertreten. „Ganz junge Zeichner haben sich beworben, aber auch etablierte Künstler, die schon bei Joseph Beuys oder Hubert Schaffmeister studiert haben.“ Auch ein Meisterschüler von Jörg Immendorff ist dabei. Nach der ersten Runde ist Pause. Und dann kommt das große Aussortieren.

V BERGISCHER KUNSTPREISTRÄGER LEBEN Den diesjährigen Bergischen Kunstpreis, dotiert mit 3500 Euro, erhält Thomas Neumann. Er wurde 1975 in Cottbus in der ehemaligen DDR geboren. Heute lebt und arbeitet er in Düsseldorf. WERK Von 1997 bis 2004 studierte er an der Kunstakademie in Düsseldorf. Seit 2003 war er Meisterschüler bei Professor Thomas Ruff. In seinen Arbeiten – Fotografie, Video, Sound – setzt er sich mit gesellschaftlichen und politischen Themen auseinander. Besondere Spannung erhalten sie durch seine Kinderjahre in der DDR. Seine Werke werden in vielen Ausstellungen gezeigt. 2002 bekam er ein Reisestipendium der Kunstakademie Düsseldorf in die USA. iel schneller als die stellvertretende Museumsleiterin es sich ausmalen konnte, haben die Juroren den Bewerbungs-Berg bewältigt. „Es waren schnelle Entscheidungen, bis wir hier nur noch 22 Mappen liegen hatten.“ Ausgewählt worden sei nach dem demokratischen Prinzip. Wer drei Stimmen bekommen hat, bleibt drin. Die anderen müssen in die unter den Tischen stehenden Kästen weichen. „Da war so manche Arbeit dabei, die ich doch gerne in der Ausstellung gehabt hätte“, erzählt Gisela Elbracht-Iglhaut.

Die Bergische Kunstausstellung wird am Freitag, dem 25. Juni, um 19 Uhr im Museum Baden eröffnet. Gezeigt werden die Werke der 14 Künstler bis zum 19. September 2010. Dann wird auch der Publikumspreis in Höhe von 1500 Euro verliehen, den die Stadt-Sparkasse stiftet. Auch eine gebürtige Solingerin wird in der Ausstellung vertreten sein: Agnes Lux. Sie studierte an der Kunstakademie in Düsseldorf Bildhauerei. Heute lebt und arbeitet sie in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt und in New York.  In der Ausstellung, die einen Überblick über zeitgenössische Kunst gibt, sind folgende Künstler vertreten: Nina Ahlers, Frauke Dannert, Dominik Halmer, Nschotschi Haslinger, Benjamin Houlihan, Hye-Mi Kim, Simone Lucas, Alice Musiol, Julietta Ockenfuß, Christian Odzuck, Joseph Sracic und Alexander Wissel und Thomas Neumann.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Drei Raubüberfälle in Gräfrath, Ohligs und Mitte
Drei Raubüberfälle in Gräfrath, Ohligs und Mitte
Drei Raubüberfälle in Gräfrath, Ohligs und Mitte
Nicole Müller macht Gassigehen zu ihrem Beruf
Nicole Müller macht Gassigehen zu ihrem Beruf
Nicole Müller macht Gassigehen zu ihrem Beruf
Unfall in Stöcken verursacht Verkehrschaos - Zwei Verletzte
Unfall in Stöcken verursacht Verkehrschaos - Zwei Verletzte
Unfall in Stöcken verursacht Verkehrschaos - Zwei Verletzte
28 Raser pro Tag: Stadt will am Werwolf blitzen
28 Raser pro Tag: Stadt will am Werwolf blitzen
28 Raser pro Tag: Stadt will am Werwolf blitzen

Kommentare