Corona-Krise

Bergischen Symphonikern droht Kurzarbeit

Gemeinsam ein Konzert geben, das geht für die Bergischen Symphoniker jetzt nicht. Solche Veranstaltungen untersagt die Corona-Schutzverordnung, Der Bundesverband der Orchester und die Musikergewerkschaft bestimmen gerade Richtlinien für eine mögliche Kurzarbeit. Foto: Moritz Alex
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Gemeinsam ein Konzert geben, das geht für die Bergischen Symphoniker jetzt nicht. Solche Veranstaltungen untersagt die Corona-Schutzverordnung, Der Bundesverband der Orchester und die Musikergewerkschaft bestimmen gerade Richtlinien für eine mögliche Kurzarbeit.

Ohne Spielbetrieb fehlen der Orchester GmbH Einnahmen. In den beiden Theatern werden Mitarbeiter indes weiter voll eingesetzt.

Von Melissa Wienzek und Philipp Müller

Solingen. Eigentlich sollten kommende Woche am Dienstag in Solingen und am Mittwoch in Remscheid die 8. Philharmonischen Konzerte unter dem Titel „Böhmische Konzerte“ auf dem Spielplan stehen. Doch der Geschäftsführer der Orchester GmbH der Bergischen Symphoniker, Stefan Schreiner, muss sich dann auf anderem Parkett bewegen. Es ist das Juristische. Das Thema Kurzarbeit ist auch bei den klassischen Profimusikern ein Thema, wenn auch noch nicht akut.

In den beiden Spielstätten der Symphoniker, dem Remscheider Teo Otto Theater und dem Solinger Theater und Konzerthaus, können Mitarbeiter wie etwa Techniker weiterhin voll eingesetzt werden.

Warum das für die Symphoniker nicht gilt, erklärt Stefan Schreiner so: Die GmbH, deren Angestellte die Musiker sind, muss wirtschaftlich denken. Zwar laufe der Zuschuss aus den beiden Städten, die das Orchester gemeinsam tragen, weiter. Auch sei die Überweisung von Honoraren aus den Abnahmeverpflichtungen der beiden Kultureinrichtung nicht gefährdet, weil die Teil des Finanzkonzepts der GmbH seien. Aber die Drittmittel, die etwa durch Vermietungen des Orchesters erzielt werden, die fließen jetzt nicht. Da heißt es bedingt durch Corona gnadenlos: Kein Ton erklingt, kein Cent klingelt in der Kasse.

Mit der Mitarbeitervertretung werde aber noch nicht über eine Betriebsvereinbarung zur Kurzarbeit verhandelt, erklärt der Geschäftsführer. Dennoch liefen Verhandlungen mit dem Orchesterverband und den Gewerkschaften auf Bundesebene. „Ziel ist es, dass dabei eine einheitliche Regelung für alle Orchester entsteht“, sagt Schreiner. Kennte man deren Bedingungen und Auswirkungen, werde man rechnen, wie man den Drittmittelausfall durch Kurzarbeit kompensieren könne. Daher könne er noch keine Prognose abgeben, wie groß der Umfang der Arbeitszeitreduzierung und deren Dauer sei.

Den Mitarbeitern im Remscheider Teo Otto Theater droht derzeit noch keine Kurzarbeit, sagt Geschäftsführer Lutz Heinrichs. „Kurzarbeit im öffentlichen Dienst ist zurzeit natürlich ein Thema. Es wird auch im Rathaus geprüft.“ Aber auf der Basis des Tarifvertrages seien erst interne Gespräche mit der Bundesagentur für Arbeit zu führen, ehe man den Kurzarbeit-Gedanken weiter verfolge.

80 Mitarbeiter im Solinger Theater besetzen 37 Planstellen

Auch wenn das Theater bis 24. Mai geschlossen ist, gehen die Arbeiten hinter verschlossener Tür weiter. „Wir fühlen uns alles andere als arbeitslos“, sagt Heinrichs. 20 Mitarbeiter besetzen 17 Vollzeitstellen. Hinzu kommen 20 Aushilfen für den Schließ- und Garderobendienst. Man überlege derzeit, wie man kleinere Veranstaltungen „irgendwie hinkriegen könnte“, falls diese bald wieder erlaubt seien. Zum Beispiel mit eingeschränkter Zuschauerkapazität und Abstandsregelungen. Die erste Veranstaltung nach diesem coronabedingten Konzept könnte das 9. Philharmonische Konzert am 27. Mai sein.

Zudem sei man gerade dabei, die Erstattungen für ausgefallene Veranstaltungen abzuarbeiten. Erstaunlich: Viele Remscheider möchten das Geld an das Teo Otto Theater spenden. Das komme wiederum dem Gastspieletat zugute.

Kurzarbeit sei auch im Solinger Theater und Konzerthaus gar kein Thema, berichtet Lutz Peters, Pressesprecher der Klingenstadt. Das Haus habe 80 Mitarbeiter, die zusammen in Teil- und Vollzeit 37 volle Planstellen besetzten. Sechs Mitarbeiter seien zurzeit dem Kommunalen Ordnungsdienst zugeteilt, der zur Überwachung der Corona-Schutzverordnung stark aufgestockt wurde.

Drei Mitarbeiter seien ins Gesundheitsamt versetzt worden, einer in die Klinik Bethanien. Auch der Rest ruhe sich nicht aus.

In unserem Live-Blog finden Sie alle Informationen rund um das Coronavirus in Solingen. Der Blog wird laufend aktualisiert.

MITARBEITER DER THEATER WERDEN BESCHÄFTIGT

SOLINGEN Sitzungen der politischen Gremien und der Verwaltung, die im Haus stattfinden, werden durch Beschäftigte des Theaters und Konzerthauses ins Internet übertragen. Aufzeichnungen von kleinen Kulturevents werden durchgeführt und auf Video-Plattformen gestreamt und kommende Spielpläne vorbereitet.

REMSCHEID Wartungs- und Renovierungsarbeiten werden vorgezogen. So wurden der Orchestergraben gestrichen, alle Scheinwerfer gereinigt und Möbel aufgearbeitet. Zudem werden alle 176 Leuchten im Saal derzeit auf LED-Technik umgerüstet. Auch die Aushilfen werden für Instandsetzungsarbeiten herangezogen.

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