Uni-Vortrag

Bergische Universität hat Strahlkraft für die Region

Prof. Dr Lambert T. Koch nahm die Besucher mit auf eine Reise in die Geschichte der Bergischen Universität.
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Prof. Dr Lambert T. Koch nahm die Besucher mit auf eine Reise in die Geschichte der Bergischen Universität.

Zum 50. Geburtstag der Bergischen Universität Wuppertal hielt deren Rektor Lambert T. Koch einen Vortrag im Rahmen der ST-Reihe.

Von Kristin Dowe

Solingen. Einen Grund zum Tiefstapeln sahen die Studierenden der Bergischen Universität Wuppertal wohl nicht, als sie ihren Kurzfilm über die Geschichte ihrer Uni mit dem Titel „Jung, schön, schlau“ überschrieben. Warum auch, denn heute, rund 50 Jahre nach ihrer Gründung, ist die Bergische Universität auf dem Grifflenberg in Wuppertal nicht mehr aus der deutschen Bildungslandschaft wegzudenken. Deren Rektor Prof. Dr. Lambert T. Koch präsentierte den Kurzfilm als liebevolle und augenzwinkernde Hommage an die Bergische Universität am Montagabend im Rahmen der ST-Uni-Vortragsreihe im Gründer- und Technologiezentrum.

Vielleicht war es den Unwetterwarnungen geschuldet, dass nur wenige Besucher der Einladung gefolgt waren, vermutete ST-Chefredakteur Stefan Kob: „Am Referenten des heutigen Abends kann es sicher nicht liegen.“ Diesen Verdacht nährte Koch wahrlich nicht, der in seinem kurzweiligen Vortrag nicht nur einen Blick zurück auf die bemerkenswerte Entwicklung der Universität warf, sondern auch einen Einblick in einige ihrer herausragenden Forschungsprojekte gab.

„Die Universität hat eine sehr dynamische Struktur, insofern kann das nur ein Werkstattbericht sein“, machte Koch deutlich. Mit seinem Besuch in Solingen stellte er sich bereits auf seinen Abschied vom Amt des Rektors ein, das er noch bis August ausfüllen wird. „Es ist einfach Zeit für einen Wechsel“ begründete er diesen Schritt. Seine Nachfolge wird die Wirtschaftswissenschaftlerin und Hochschulmanagerin Prof. Dr. Birgitta Wolff antreten.

Getreu ihrem Namen, so betonte Koch, gehöre es heute zur DNA der Bergischen Universität, sich nicht auf ihren Hauptstandort Wuppertal zu konzentrieren, sondern Strahlkraft für das gesamte Bergische Land zu besitzen. Dafür spricht auch, dass sie über jeweils eine Dependance in den Nachbarstädten Solingen und Remscheid verfügt. So war die Universität ein Herzensprojekt des damaligen NRW-Ministerpräsidenten Johannes Rau, der sich 1972 stark für ihre Gründung eingesetzt hatte. Handelte es sich bis 2003 um eine Universität-Gesamthochschule, barg danach die Umstellung auf den reinen Universitätsbetrieb einige Herausforderungen, erinnerte Koch. „Denn dann mussten wir schwerpunktmäßig Forschung betreiben.“ Zuvor habe eher die Lehre im Vordergrund gestanden und die Universität habe seit 2003 viel neues Personal einstellen müssen. „Wir mussten viel investieren, haben vom Staat aber kein Geld dafür bekommen.“

Eine weitere Zäsur sei 2020 die Umstellung auf hybrides Arbeiten im Zuge der Corona-Pandemie gewesen. Ganz bewusst habe das Leitungsteam der Bergischen Universität sich dagegen entschieden, die Lehre auszusetzen. „Die jungen Menschen konnten größtenteils ihr Studium weiterführen, wir wollten ihnen nicht ihre Bildungskarriere versauen.“ Für alle Beteiligten sei dies eine große Herausforderung gewesen. „Die psychologischen Beratungsstellen waren völlig überlaufen.“ Heute sei es ein wesentliches Ziel der Bergischen Universität, bei bestimmten Fragestellungen interdisziplinär zusammenzuarbeiten.

Fachbereiche könnenvoneinander profitieren

So sei in den Geistes- und Kulturwissenschaften etwa auch das Know-how von Informatikern und Technikern gefragt, wenn es darum geht, handschriftliches Material des österreichischen Autors Arthur Schnitzler zu digitalisieren, wie es bei einem Forschungsprojekt in Zusammenarbeit mit der Universität Cambridge geschieht. So könnten die Fachbereiche voneinander profitieren.

Somit blickt der Rektor optimistisch in die Zukunft seiner Bergischen Universität, deren Profil er 14 Jahre lang entscheidend mitgeprägt hat. Wie oft er denn noch mit der Anrede „Magnifizenz“ angesprochen werde, möchte einer der Besucher abschließend wissen. „Gelegentlich kommt das noch vor. Aber meine Frau nennt mich nicht so!“

Nächster Termin

„Von der Liebe zu Marken und anderen Irrationalitäten des menschlichen Konsumverhaltens“ ist der nächste ST-Uni-Vortrag des Marketingexperten Prof. Dr. Tobias Langner am Montag, 20. Juni, 19 Uhr, im Gründer- und Technologiezentrum überschrieben. Der Eintritt ist kostenlos.

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