Bergische Symphoniker

Online-Konzerte werden nach Corona bleiben

Anna Handler dirigiert – und die Kameras nehmen es auf. Die Bergischen Symphoniker setzen verstärkt auf neue Medien. Foto: Roland Keusch
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Anna Handler dirigiert – und die Kameras nehmen es auf. Die Bergischen Symphoniker setzen verstärkt auf neue Medien.

Das erste Familienkonzert der Bergischen Symphoniker in diesem Jahr fand vor Kameras statt.

Von Sven Schlickowey

Solingen. Youtube statt Konzertbühne, die eigene Couch statt der Sessel im Theater – für ihr erstes Familienkonzert dieses Jahr beschritten die Bergischen Symphoniker neue Wege. „Die wahre Geschichte der Mozartkugeln“, ein 34-minütiges Stück aus einer von einer Erzählerin vorgetragenen Geschichte und Musik von Leopold sowie Wolfgang Amadeus Mozart, wurde im Remscheider Teo Otto Theater aufgezeichnet und fand per Internet seinen Weg in die Wohnzimmer bergischer Familien.

Mehr als 500 Aufrufe hatte das Video bei seiner Premiere am Sonntagnachmittag und in den 24 Stunden danach – auf den ersten Blick weniger als ein voll besetztes Theater. Allerdings dürften zu Hause vor Fernseher, Tablet oder Laptop in den meisten Fällen jeweils mehr als ein Zuhörer gesessen haben. „Ich empfinde das schon als Erfolg“, sagt Generalmusikdirektor Daniel Huppert. „Und da kommen in den nächsten Tagen sicherlich einige Klicks dazu.“

Mit dem Konzert auch Geld für freischaffende Künstler gesammelt

Für Huppert ist das Online-Konzert vor allem „eine Art Lebenszeichen von den Symphonikern“. Die Produktion diene auch dazu, Erfahrungen zu sammeln. „Das kann kein Ersatz für ein Live-Konzert sein“, sagt der GMD. „Aber das ist natürlich ein Medium, auf das Jugendliche schneller aufspringen.“ Und so sei es vorstellbar, auch nach der Pandemie weiter auf Online-Videos zu setzen, „zumindest begleitend“.

Zumal dieses Medium zwar nicht die Atmosphäre eines Konzerts, wohl aber ganz neue und zusätzliche Möglichkeiten bietet. Ziel der Produktion sei es nicht gewesen, ein Konzert eins-zu-eins fürs Internet umzusetzen, so Huppert. „Wir sind dabei bewusst eigene Wege gegangen.“ So bekam das Publikum Einblicke, die ihm im Theater sonst verborgen blieben. Zum Beispiel Stipendiatin Anna Handler, die das Familienkonzert dirigierte, bei der Arbeit von vorne. Oder das Orchester von der Seite. Dass das 34-minütige Video in Eigenleistung entstand, sei einer „eigentlich unglaubliche Leistung“, sagt Generalmusikdirektor Huppert: „Was so leicht aussieht, ist enormer Aufwand.“ Aufgezeichnet worden war das Konzert bereits am Wochenende zuvor.

Barbara Overbeck erzählt die – historisch nicht belegte – Geschichte, wie der junge Wolfgang Amadeus während einer Kutschfahrt die nach ihm benannten Kugeln aus Schokolade, Pistazien, Marzipan und Nougat erfand. Die Bergischen Symphoniker spielen dazu passende Musik von Mozart und seinem Vater Leopold. Das Rondo C-Dur für Violine und Orchester als der kleine Wolfgang für den enttäuschten Konditormeister vorspielt. Oder die „Musikalische Schlittenfahrt“, als die Fahrt mit der Kutsche beginnt. Man habe an die Klick-Zahlen des Videos im Vorfeld keine großen Erwartungen gehabt, sagt Daniel Huppert. „Das ist kein Wettbewerb.“ Viel wichtiger sei es ohnehin, dass möglichst viele Spenden zusammen kommen.

Denn das Familienkonzert diente diesmal auch dazu, Geld für freischaffende Künstler in Remscheid und Solingen einzusammeln. Regelmäßig wurde zwischendurch die Nummer des Spendenkontos eingeblendet. „Was zusammengekommen ist, wissen wir in ein paar Tagen“, sagt Stefan Schreiner, Geschäftsführer der Bergischen Symphoniker. Der gesamte Betrag werde an die Stadtverwaltungen in Solingen und Remscheid übergeben und von da verteilt. „Die wissen vor Ort am besten, wer das Geld dringend braucht.“

bergischesymphoniker.de

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