Museum

Bergische Kunstausstellung zieht Fachpublikum an

Kunstpreisträger Max Pimpernelli, alias Max Hölter, stellte in der 74. Bergischen Kunstausstellung seinen „dancing clown“ (r.) aus. Foto: Christian Beier
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Kunstpreisträger Max Pimpernelli, alias Max Hölter, stellte in der 74. Bergischen Kunstausstellung seinen „dancing clown“ (r.) aus.

Trotz der Auflagen durch die Corona-Pandemie für den Museumsbetrieb war die Kunstausstellung überraschend erfolgreich.

Von Philipp Müller

Solingen. Die Corona-Zeiten haben den Museumsbetrieb auf den Kopf gestellt. Das musste auch die vergangene 74. Bergische Kunstausstellung erleben. „Die Bergische ist trotzdem weiter die besucherstärkste Ausstellung“, bilanziert die Direktorin des Kunstmuseums erleichtert. Gisela Elbracht-Iglhaut berichtet, man habe gar nicht mit dem tatsächlichen Ansturm an Kunstfreunden gerechnet. So gab es sonntags in der Regel statt der einen Führung gleich zwei. Die mussten manchmal wegen der Corona-Einschränkungen auch noch geteilt werden.

Aber an anderer Stelle gab es einen Einbruch bei den Zahlen. Es waren nicht so viele Schulklassen wie sonst im ehemaligen Gräfrather Rathaus. Die Direktorin nennt Gründe: Der Termin sei auch in die Herbstferien gefallen und an den Schulen habe es durch die Pandemie andere Probleme gegeben, als einen Museumsbesuch zu planen.

„Es gibt nicht viele Ausstellungen dieser Art mit großen Talenten.“

Gisela Elbracht-Iglhaut, Direktorin

Was sie aber besonders freut, ist die Tatsache, dass die Bergische von viel Fachpublikum besucht worden sei. Dazu zählt sie viele Journalisten auf, aber auch namhafte Galeristen würden nach Talenten für zeitgenössische Kunst bei der Internationalen Bergischen Kunstausstellung Ausschau halten. Auch würden sich immer wieder Kunstsammler für die Bergische und die in ihr vertretenen Künstler interessieren. „Es gibt nicht viele Ausstellungen dieser Art mit großen Talenten“, sagt Elbracht-Iglhaut. Da habe die Schau mit überwiegend Studierenden und Absolventen der Kunstakademie Düsseldorf einen hohen Rang in der Kunstszene Deutschlands erreicht.

Inzwischen würden die Besucher deshalb längst nicht mehr ausschließlich aus Solingen kommen. Aus Essen, Wuppertal, Hilden, Köln und noch entfernteren Städten kämen die Besucher. Das unterstreiche das überregionale Interesse an der Ausstellung. Zugleich sei das auch der Beleg für die Qualität der Bergischen. „Die vergangene Ausstellung hatte eine sehr hohe Qualität und zeigte viel einfallsreiche Kunst“, betont Elbracht-Iglhaut. Und genau diese junge Kunst interessiere eben viele Menschen.

Die große Besucherdichte gerade an den Wochenenden habe noch einen Grund: Die Ausstellungsdauer ist mit sechs Wochen halb so lang wie früher. Das ist der Tatsache geschuldet, dass mit dem Zentrum für verfolgte Künste ein zweites Museum im Haus Ausstellungsfläche und Zeit beansprucht. Das könne sich aber befruchten, hatte Elbracht-Iglhaut schon zur Mitte der Bergischen beobachtet. Die Zentrumswerkschau zu Roger Loewig, einem Exil-Künstler aus der DDR, zog eigenes Publikum an, beide Ausstellungen hätten so voneinander profitiert. Das bestätigt der Direktor des Zentrums, Jürgen Kaumkötter: „Es waren fast immer Menschen im Haus.“

Das geht jetzt nicht mehr. Zumindest bis zum 30. November ist das Kunstmuseum geschlossen. Für Elbracht-Iglhaut kein Grund, die Hände in den Schoß zu legen. Die 75. Bergische will vorbereitet werden. Das falle mit dem 25-jährigen Jubiläum des Kunstmuseums Solingen auf ein Jahr, freut sie sich. Auch die Tatsache, dass der Sponsor des Internationalen Bergischen Kunstpreises, die Essener National-Bank, das Preisgeld für 2021 auf 10 000 Euro verdopple, werde einen Schub geben. „Diese Summe ist schon ein Pfund“, bemerkt sie. Da gelte ihr Dank Bankvorstand Thomas Lange, der sich seit vielen Jahren als glühender Fan der Bergischen beweist.

75. Bergische

Die Ausschreibung für die 75. Bergische erfolgt im Januar und Februar. Eine Fachjury aus Kunstwissenschaftlern, Museumsdirektoren und Künstlern wird die Auswahl für die Jubiläumsschau im September 2021 treffen. Die Jury vergibt auch den Internationalen Bergischen Kunstpreis. Die Stadtsparkasse Solingen lobt zudem einen Publikumspreis aus.

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