Konzert

Belarussische Künstler spielen klassische Musik auf Weltniveau

Treten in Solingen auf (v. l.): Philipp Willerding-Bach, Vlada Berezhnaja, Aliaksandr Senazhenski und Dmitri Soludukha.
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Treten in Solingen auf (v. l.): Philipp Willerding-Bach, Vlada Berezhnaja, Aliaksandr Senazhenski und Dmitri Soludukha.

Der Krieg hat die Arbeit des Forums für kulturelle Zusammenarbeit erschwert – dennoch kann wieder ein Konzert stattfinden.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Solingen. Zuerst die gute Nachricht: Nach zwei Jahren Corona-Pause lädt der Verein Forum für kulturelle Zusammenarbeit Solingen-Minsk wieder zu einem klassischen Konzert auf hohem Niveau ein. „Der 25. Geburtstag dieses Formats wäre vor zwei Jahren, mitten in der ersten Corona-Hochphase gewesen, den holen wir jetzt als ‚5 plus 2‘ nach“, sagt Christine Lutter Link, die Vorsitzende des Forums. Wieder ist das Gymnasium Schwertstraße Gastgeber und wieder tragen die Service Clubs Lions und Rotary International dazu bei, diese hochkarätige Veranstaltung durchzuführen.

Die schlechte Nachricht ist, dass nicht wie sonst, junge Preisträger und Preisträgerinnen der Weißrussischen Musikakademie Minsk in Solingen spielen können. „Eine Reise ist undenkbar derzeit“, sagt Olaf Link vom Forum und berichtet, dass die politische Situation seit Beginn des russischen Einmarsches in die Ukraine den Kontakt zum Rektor der Akademie deutlich erschwert habe. „Es herrscht keine komplette Funkstille“, sagt er. „Aber anhand der Formulierungen in den E-Mails spürt man die Angespanntheit in seiner Wortwahl durch die offensichtliche Kontrolle, der er unterliegt.“ Belarus unterstützt bekanntermaßen den Aggressor Russland im Ukraine-Krieg und legt damit die unbefangene Freundschaftspflege zwischen Solingen und Minsk auf Eis. „Hoffentlich nicht auf Dauer“, sagt Christine-Lutter Link.

Aber habe man mit vier ehemaligen Preisträgern und Preisträgerinnen, die inzwischen alle in Deutschland leben und als Künstler und Musiker Fuß gefasst haben, als Protagonisten gewinnen können. Sie gehören unter anderem zu den Bochumer Symphonikern beziehungsweise leiten ihre eigene Musikschule. „Alle vier kennen wir, seitdem sie als Teenager mit ihren Dozenten das erste Mal für eines unserer Konzerte aus Minsk nach Solingen gereist sind“, erzählt Link. „Aber der Kern-Gedanke unseres Vereins, jeweils die ganz jungen Talente zum einen hier in Deutschland mit dem Konzert eine Plattform zu bieten und sie dann noch durch den Erlös des Konzertes in ihrem Werdegang zu unterstützen, wird mit dem diesjährigen Konzertkonzept natürlich nicht bedient“.

Dennoch freuen sich die beiden, dass Vlada Berezhnaja (Violine),Aliaksandr Senazhenski (Bratsche), Philipp Willerding-Bach (Cello) und Dmitri Soludukha Klavierquartette von Mozart beziehungsweise Brahms zu Gehör bringen werden. Die Einnahmen des Abends werden diesmal dem Verein „Solingen hilft“ gespendet, der durch kurze Drähte in die Ukraine intensiv und gezielt Medikamente und anders Equipment in die Kriegsgebiete transportiert. Alle Musiker hätten von Anfang an ihre Solidarität mit dem von Russland überfallenden Volk gezeigt. „Bei Konzert-Auftritten haben sie beispielsweise deutlich sichtbar die ukrainischen Farben getragen.“

Klassische Musik auf Weltniveau von ehemaligen Talenten der Musikakademie Minsk, Dienstag, 29. November, 19 Uhr, Aula des Gymnasiums Schwertstraße, Eintritt: 15 Euro, Schüler 5 Euro.

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