Seit 20 Jahren

Verein schenkt Menschen mit Behinderung Freizeit

Der Freundeskreis mit Vorstand Anna Elisabeth Pick (hinten rechts) und Dorothee Daun (vorne rechts) organisiert Angebote auch für Bewohner und Bewohnerinnen der LVR-Wohngruppe an der Lützowstraße: Wilhelm Witsch (2. v. r.), Michael Reininghaus (M.) und Anna Elisabeth Krause (vorne links) freuen sich mit Betreuerin Pia Fuchs (hinten, von links) und Leiterin Silvia Jung auf das Fest am 24. September.
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Der Freundeskreis mit Vorstand Anna Elisabeth Pick (hinten rechts) und Dorothee Daun (vorne rechts) organisiert Angebote auch für Bewohner und Bewohnerinnen der LVR-Wohngruppe an der Lützowstraße: Wilhelm Witsch (2. v. r.), Michael Reininghaus (M.) und Anna Elisabeth Krause (vorne links) freuen sich mit Betreuerin Pia Fuchs (hinten, von links) und Leiterin Silvia Jung auf das Fest am 24. September.

Freundeskreis der Rheinischen Wohngruppen organisiert seit 20 Jahren gemeinsame Aktivitäten.

Von Anja Kriskofski

Solingen. Freizeitangebote für Menschen mit Behinderung: Seit 2002 organisiert der Freundeskreis der Rheinischen Wohngruppen Theaterbesuche, Workshops, Shoppingtouren und Reisen. Das Ziel: das Miteinander fördern. „Corona hat da eine ziemliche Schneise geschlagen“, sagt Anna Elisabeth Pick, Regionalleiterin beim Verbund Heilpädagogischer Hilfen des Landschaftsverbands Rheinland (LVR) und zweite Vorsitzende des Freundeskreises. Das Fest zum 20-jährigen Bestehen am 24. September ist nun die erste Gelegenheit, bei der alle wieder zusammenkommen können.

Der Verein kümmert sich um Menschen mit geistiger Behinderung, die in den fünf betreuten Wohngruppen des LVR in Solingen wohnen – oder betreut in den eigenen vier Wänden. Diese Einrichtungen seien Anfang der 2000er Jahre entstanden, erzählt die Vorsitzende Dorothee Daun. „Zuvor lebten viele als Patienten auf dem Gelände der LVR-Landeskliniken in Düsseldorf.“ Um ihnen das Ankommen am neuen Wohnort Solingen zu erleichtern, wurde der Freundeskreis Solingen gegründet.

Zu den ersten Aktionen der ehrenamtlichen Helferinnen zählten Besuche in den Solinger Museen: vom Kunstmuseum bis zum Laurel-und-Hardy-Museum. Im Industriemuseum, dessen Träger ebenfalls der LVR ist, gab es einen Museumstag. Gleichzeitig fand eine Kooperation mit den Stadtwerken Solingen (SWS) statt: Die Anfahrt wurde mit dem Öffentlichen Personennahverkehr organisiert – und die SWS-Mitarbeiter in Schulungen für den Umgang mit Menschen mit geistiger Behinderung sensibilisiert. „Viele Bewohner benutzen seitdem regelmäßig den Bus“, erzählt Anna Elisabeth Pick.

Veranstaltung, um Politik einfach zu erklären

Bei einem weiteren Pilotprojekt tauchten sie in die Theaterwelt ein. Gemeinsam mit Ehrenamtlichen besuchten sie in einer Spielsaison Aufführungen im Theater und Konzerthaus. „Auch da geht es darum, die Menschen mit Behinderung in die Normalität zu integrieren“, erklärt Daun. Und zwar in Vorstellungen für jedermann – und nicht in Sonderterminen für Besucher mit Handicap.

Nachhaltigen Erfolg hatten Aktionen wie das gemeinsame Singen: „Daraus ist der Chor Einmalig entstanden“, berichtet Dorothee Daun. Das inklusive Ensemble wurde gerade mit dem Rheinlandtaler ausgezeichnet. Zusammen mit anderen Einrichtungen der Behindertenhilfe plante der Freundeskreis seit 2013 zudem mehrere inklusive Reisen, bei denen Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam Städte besuchten, unter anderem Brüssel und Berlin.

Um Teilhabe geht es auch bei den Polit-Podien. Zuletzt standen die Kandidaten zur Landtagswahl den Zuhörern in einfacher Sprache Rede und Antwort. „Wir wollen nicht bis zur nächsten Kommunalwahl warten, sondern zur Halbzeit eine Veranstaltung organisieren“, sagt Dorothee Daun. „Bei der Einbindung von Menschen mit Behinderung ins politische Tagesgeschäft ist noch Luft nach oben.“

Wohngruppen

Der LVR betreibt fünf Wohngruppen in Solingen: Halfeshof, Lützowstraße, Van-Meenen-Straße, Mittelstraße und Hermann-Löns-Weg. Der Freundeskreis kümmert sich um Bewohner dieser Einrichtungen.

info@hph-freunde-sg.de

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