Renaturierung steht noch an

Baverter Bach: Umweltschützer fürchten noch größere Schäden

Ab dem Spätsommer soll der Zement entfernt werden. Der Beirat Untere Naturschutzbehörde zeigte sich damit einverstanden. Archivfoto: mis
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Ab dem Spätsommer soll der Zement entfernt werden. Der Beirat Untere Naturschutzbehörde zeigte sich damit einverstanden.

Die Ursache für den Zementaustritt ist weiterhin unklar.

Von Timo Lemmer

Solingen. Viele Mitglieder des Beirats Untere Naturschutzbehörde hatten sich selbst ein Bild von der Lage nahe dem Schloss Caspersbroich gemacht: Dort war vor rund vier Wochen bei Arbeiten zum unterirdischen Verpressen einer Zementsuspension am Ittersammler das Gemisch eine Stunde lang unkontrolliert ausgetreten. Acht Kubikmeter breiteten sich bis zum Auenbereich des Baverter Bachs aus und verteilten sich auf rund 250 Metern im Gewässer. Kurzfristig seien einige Amphibien verendet, insbesondere Frösche.

Die Naturschützer, die in ihrer Sitzung eine Menge Fragen an Tiefbau-Projektleiter Stefan Grotzki von den Technischen Betrieben sowie Forderungen an die Stadt äußerten, fürchten Langzeitschäden: Der Ort ist Naturschutzgebiet. Vor allem sorgen sich die Beiratsmitglieder um die Renaturierung des Gewässers, die erst in einigen Jahren erfolgen soll.

Der Vorsitzende Enrique Pless sagte zum Ittertal: „Es ist ein Bereich, wo Not besteht und in dem eine umfassende Renaturierung erfolgen muss. In der Dimension sind es doch erhebliche Eingriffe in die Natur, die durch verschiedene Maßnahmen erfolgt sind.“

Zum einen interessierten sich die Beiratsmitglieder für die Gründe des Unfalls: Grotzki bekannte, man sei noch immer in der Prüfungsphase. „Die Ursache ist weiterhin nicht klar. Es ist einfach sehr bedauerlich.“ Wenn bald weitere Arbeiten im Untergrund stattfinden – und Richtung Haaner Straße und Ittertaler Straße abermals Rohre eingeschoben und mit eingepumptem Zement verpresst werden –, werde dauerhaft an der Oberfläche kontrolliert.

Während sich die Beiratsmitglieder aus Naturschutzgründen einverstanden zeigten, dass der Zement erst im Spätsommer oder Herbst entfernt werden kann, forderten sie vehement, dass im gesamten Gebiet nur noch händisch und nicht mit schwerem Gerät eingegriffen werde.

Beim Beseitigen des Zementunfalls zeigte sich Grotzki zuversichtlich. Die anschließende Renaturierung könne man indes „nicht mit der Kuchengabel“ vornehmen, wie Christoph Nietfeld vom Bergisch-Rheinischen Wasserverband bemerkte. Grotzki: „Die Renaturierung kann aber erst in drei Jahren erfolgen, wenn hier alle Projekte abgeschlossen sind.“ Auf einhellige Gegenliebe stieß das nicht.

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