Projekt

Bauvorhaben: Stadt will Verfahren besser erklären

Nach Missverständnissen beim Projekt Nümmener Feld.

Die Stadtdienste Wohnen und Planung wollen vermehrt das Gespräch mit Genossenschaften und anderen Investoren suchen, um Missverständnisse bei Bauvorhaben möglichst zu vermeiden. Das berichten die Stadtdienstleiterinnen Juliane Hilbricht (Wohnen) und Claudia Seyfried ( Planung, Mobilität und Denkmalpflege) im ST-Gespräch.

Anlass ist unter anderem der Rückzug des Bauvereins Gräfrath vom Projekt Nümmener Feld – dort sollen neben zwei Kitas rund 40 Wohnungen entstehen. „Es gab regen Austausch – aber wir haben, anders als mit dem Spar- und Bauverein, schon lange kein solches Verfahren mehr mit den Gräfrathern durchgeführt“, so Seyfried. Am Ende scheiterte eine Einigung unter anderem an Details und Erwartungen rund um die Bauleitplanung sowie am Thema geförderter Wohnraum.

Dabei habe die Stadt aber nicht auf 30 Prozent Sozialwohnungen beim Neubau bestanden, sondern Alternativen aufgezeigt, etwa preisgeminderten Wohnraum oder Sanierungen im Bestand für Sozialwohnungen. Das bestätigt auch der Bauverein Gräfrath, der enorme Kostensteigerungen am Bau als weiteren Grund für den Rückzug nennt.

„Wir haben ein hohes Interesse an der Zusammenarbeit. Wir gehen deshalb mit der Allianz für Wohnen auf Genossenschaften und mögliche Investoren zu, um zu erklären, wie so ein Bauleitplanverfahren mit der Stadt abläuft und was darüber hinaus zu beachten ist“, erklärt Hilbricht.

Fast jeder Zweite hat Anspruch auf Wohnberechtigungsschein

Sie will zudem bekannter machen, dass geförderter Wohnraum für Bauherren immer attraktiver werde. Das liege nicht nur an steigenden Zinsen. „Inzwischen hat fast jeder Zweite in NRW Anspruch auf einen Wohnberechtigungsschein.“

Im Fall Nümmener Feld empfand der Bauverein das Verfahren als kompliziert. Mit einem Vorentwurf seien die Öffentlichkeit und Träger öffentlicher Belange beteiligt worden, anschließend sei regelmäßig eine zweite Beteiligung, die sogenannte Offenlage, zwingend für das Bauleitplanverfahren, erklärt die Stadt. Die Einwände aus dem ersten Schritt des Verfahrens seien aber „keine, die ein weiteres Verfahren verhindern würden“, betont Seyfried. Allerdings, so berichten sie und Hilbricht, sei es auch nicht ganz unkompliziert, etwa im Hinblick auf das notwendige Artenschutzgutachten.

Während die Planung im ersten Schritt des Verfahrens noch gröber sein dürfe, müssten für die zweite Phase Fakten zur Erschließung oder zum Umgang mit Niederschlagswasser, aber auch Details wie Stellplätze oder Barrierefreiheit feststehen. „Wir setzen auf eine kooperative Entwicklung dieser Planung“, so Seyfried. Die Stadt berate, was im Bauplan stehen müsse, damit die Wünsche des Bauherrn möglichst umgesetzt werden können.

Am Nümmener Feld werde, erklären die Stadtdienstleiterinnen, weiter mit Hochdruck daran gearbeitet, den Wohnraum und die Kindertagesstätten – die möchte die Awo bauen – zu realisieren. Dazu sei die Stadt in guten Gesprächen mit der Immobilien-Tochter der Stadt-Sparkasse und den weiteren Eigentümern der Grundstücke. -bjb-

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