BOB ist die Zukunft

Batteriebetriebene O-Busse sollen Diesel-Modelle ablösen

Auf der Linie 695 fahren die BOBs im Regelverkehr. Foto: Christian Beier
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Auf der Linie 695 fahren die BOBs im Regelverkehr.

Seit gut vier Wochen fährt der batteriebetriebene Oberleitungsbus (BOB) im Regelverkehr auf der Linie 695 durch Solingen.

Von Wolfgang Günther

Gut 30 Solinger Bürger kamen am Dienstagabend in das Bürogebäude der Verkehrsbetriebe an der Weidenstraße, um mehr über das Projekt zu erfahren. „Der BOB ist die nachhaltige Zukunft in Solingen, und wird schnell alle Dieselbusse ablösen“, sagte Conrad Troullier, Geschäftsführer der Solinger Verkehrsbetriebe in seiner Begrüßung.

Bereits im nächsten Jahr soll der BOB auch auf den Strecken der Linien 691 und 694 fahren, später sogar auf den bisherigen O-Bus-Linien. In einem nächsten Schritt sollen auch kleinere Busse entwickelt werden. „Die neuen Oberleitungsbusse sind nicht nur gut für das Klima, wir sparen auch große Beträge an Diesel-Kraftstoff ein“, meinte Troullier.

In der von Daniel Bogartz moderierten Informationsveranstaltung standen nicht nur die Solinger Experten Rede und Antwort, auch die am Projekt beteiligten Wissenschaftler der Bergischen Universität waren vor Ort. In Solingen fahren unter einer 100 Kilometer langen Oberleitung etwa 50 O-Busse, dazu kommen rund 50 Dieselbusse. Zu den bereits fahrenden vier Bussen der neuen Technik kommen in jedem Jahr acht neue BOB hinzu, bis zum Jahr 2030 soll der Nahverkehr in Solingen komplett elektrisch fahren.

Lesen Sie auch: Der BOB ist mehr als ein reines Bus-Projekt

In drei kurzen Vorträgen gaben die Wissenschaftler einen Einblick in ihre Arbeit, und berichteten vom Forschungsalltag an der Wuppertaler Uni. „Die Entwicklung des emissionsarmen BOB ist eine Pionierleistung, auf die Solingen stolz sein kann“, sagte Michéle Weisbach, Doktorand des Lehrstuhls für Elektromobilität in Wuppertal. Sieben Firmen und Institute mit gut 200 Mitarbeitern sind an der Entwicklung beteiligt. Natürlich zeigt ein solch großes Projekt wie der BOB in der Anfangsphase auch Kinderkrankheiten.

An den Verbesserungen der Batterien wird derzeit gearbeitet

„Unsere Fahrer überschätzen manchmal die Kraft der Batterien, und gehen zu spät an die Oberleitung“, sagte Troullier. Unwägbarkeiten sind schwankende Stabilität der Stromstärke durch die erneuerbaren Energien, auch wird in Wuppertal und bei den Herstellern an der Verbesserung der Batterien gearbeitet, die sich ungleichmäßig entleeren können. Aus dem sehr interessierten Zuhörerkreis wurden viele Fragen an die Experten gestellt. Was passiert mit den alten Bussen? Wie werden die alten Batterien entsorgt? Dabei wurde deutlich, dass manche Detailfragen noch nicht geklärt sind.

„Unsere Arbeit hat weltweit großes Aufsehen erregt“, berichtete Mahjar Wazifehdust von der Forschungsgruppe Intelligente Netze und Systeme der Bergischen Uni. Dort erstellt man ein Handbuch für andere Städte, Solingen ist Modellkommune dafür.

In Deutschland sind Esslingen und Eberswalde Städte mit Oberleitungsbussen. Ebenso fahren in Frankreich und Italien O-Busse. Aber in Solingen denkt man auch schon weiter. „Der Solinger O-Bus fährt ja schon bis Wuppertal-Vohwinkel, aber wie sieht es mit Remscheid, Hilden oder Haan aus?“, wagte Adrian Dogge vom Zusammenschluss Neue Effizienz in Wuppertal einen Blick in die Zukunft.

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