Kosten

Balkhauser Kotten: Reparatur des Wasserrads wird teurer

Das Wasserrad am Balkhauser Kotten muss dringend repariert werden. Foto: Tim Oelbermann
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Das Wasserrad am Balkhauser Kotten muss dringend repariert werden.

Für den Balkhauser Kotten fallen fünfstellige Zusatzausgaben an.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Solingen. Ob Nicole Molinari noch ruhig schlafen kann, hat sie nicht verraten. Wundern würde es jedenfalls nicht, wenn die Vorsitzende des Kuratoriums Balkhauser Kotten nachts von dem Gedanken an die drohenden Mehrausgaben verfolgt würde. Schließlich verschärfen die offensichtlich unvermeidbaren Reparaturkosten am erst zehn Jahre alten Wasserrad inklusive Welle die ohnehin durch Corona angespannte wirtschaftliche Lage des Kottens erheblich.

Permanente Knarz- und Knackgeräusche im Getriebe des Rades hatten im letzten Frühling dazu geführt, die Mechanik untersuchen zu lassen. Dafür die Eichenhülle um die Stahl-Welle herum spalten zu müssen, war eine aufwendige, aber unumgängliche Angelegenheit. Das Ergebnis dieser Analyse war eindeutig: Die Welle ist gebrochen. Noch seien sich die Gutachter und Fachleute nicht einig, wie der Schaden am besten behoben werden kann, sagt Nicole Molinari.

Natürlich habe sie mit ihren Kuratoriumskollegen intensiv überlegt wie dieser immense Schaden in der relativ kurzen Lebenszeit der Anlage zu erklären sein könnte. „Vielleicht liegt es daran, dass das neue Zulaufrohr seit dem Brückenneubau unterdimensioniert ist und nun durch zu wenig Wasser auf den Flügeln eine dauerhafte Unwucht herrscht, erklärt sie. Wie auch immer: Seit März steht das Rad am Kotten still – und ist dadurch dauerhaft trocken. Was äußerst schlecht ist, weil es durch Nässe konserviert wird. „Der heiße Sommer war zusätzlich Gift für die verbaute alte Eiche und jeder Tag, den das Getriebe stillstehen muss, macht das Holz morscher und mürber“, sagt Nicole Molinari. „Wir hoffen sehr, dass nicht am Ende das ganze Rad ausgetauscht werden muss, sondern nur die Flügel.“

Solingen: Es gelte, sich nach Fördertöpfen umzuschauen

Schon zu normalen Zeiten wäre der finanzielle Aufwand, der in fünfstelliger Höhe erwartet wird, überaus ärgerlich. In Kombination mit der seit März andauernden Corona-Pandemie, die die Einnahmen des Kottens fast auf Null gehen ließ, wird es umso schwieriger. Die aktuell zweite Schließung des Museums in diesem Jahr, die Absage der beliebten Kottenfeste und die Stornierung fast aller gebuchten Veranstaltungen bereiten den Verantwortlichen Sorgen. „Uns fehlt das Geld aus all diesen Veranstaltungen“, sagt Molinari. Zwar habe man im letzten Jahr vor Weihnachten einen Onlineshop auf der neu gestalteten Internetseite eingerichtet. „Aber der hat sich noch nicht als nennenswert lukrativ erwiesen.“

Der kleine Laden im Kotten sei derzeit leider so gut wie immer leer. Die Leute blieben aus nachvollziehbarer Vorsicht lieber weg. Jetzt gelte es einen Kassensturz zu machen, spitz durchzurechnen und sich nach möglichen Fördertöpfen umzuschauen.

Kotten

Geschichte: Im 14. Jahrhundert entstanden in den Bach- und Flusstälern Kotten als Arbeitsstätten der Schleifer, in denen mit Hilfe der Wasserkraft an rotierenden Steinen gearbeitet wurde. Als Vorbild dienten wasserbetriebene Kornmühlen. Seit dem 16. Jahrhundert gab es am Wupperufer Doppelkotten.

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