Nach dem Hochwasser

Balkhauser Kotten öffnet wohl erst 2022 wieder

Packten am Balkhauser Kotten mit an: Christa Austerland (r.) sowie Annedore und Ingo Schleutermann. Foto: Manuel Böhnke
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Packten am Balkhauser Kotten mit an: Christa Austerland (r.) sowie Annedore und Ingo Schleutermann.

Die Restaurierung des Schleifermuseums könnte ein halbes Jahr dauern. Für die Kustorenfamilie gibt es eine vorläufige Lösung.

Von Manuel Böhnke

Solingen. Mit dem Wasser kam der Schlamm. Bis zu 20 Zentimeter hoch stand der braune Matsch im Balkhauser Kotten. Am Samstag war der Großteil im und rund um das Schleifermuseum bereits entfernt. „Wir haben am Freitag so viel geschafft – ich dachte, wir bräuchten dafür eine Woche“, erklärte Nicole Molinari. Sie ist die Vorsitzende des Kuratoriums Balkhauser Kotten. Die Stadt Solingen als Eigentümerin hat dem Verein die Verantwortung für den Betrieb übertragen. Aller Voraussicht nach wird das Museum erst 2022 wieder öffnen können.

Das Hochwasser hat erhebliche Schäden hinterlassen. Spuren an den Wänden zeigen, dass die Wupper mehr als einen Meter hoch im Kotten stand. An einigen Stellen ist der Putz abgeschwemmt worden. Als letzter Raum wurde die Schleiferei leergepumpt. „Mal schauen, was dort noch zu retten ist“, sagte Molinari.

Derzeit läuft die Bestandsaufnahme – auch bei den Museumsgegenständen. Knapp die Hälfte davon, befürchtet die Architektin, könnte unbrauchbar sein. Das Hauptproblem sei aufgequollenes Holz. Sie vermutet, dass es noch zwei bis drei Wochen dauern könnte, die Exponate und den Kotten zu reinigen. „Aktuell gehe ich davon aus, dass die Restaurierung im Anschluss fünf bis sechs Monate in Anspruch nehmen wird.“ Eine gute Nachricht sei, dass die Kustorenfamilie Müller mit Unterstützung der Stadt übergangsweise eine neue Wohnung gefunden habe.

Bauwagen mit Festmaterialien wird zerstört, aber nicht weggespült

„Ich bin durch“, bekannte Nicole Molinari am Samstag. Seit Tagen kümmert sie sich darum, dass die jahrhundertelange Geschichte des Balkhauser Kottens nicht 2021 endet. Auch Corona hatte ein großes Loch in die Kasse des Balkhauser Kottens gerissen. Derzeit ist Nicole Molinari einfach froh über die Hilfe: „Toll ist: Wir haben wahnsinnig viele Unterstützer“, betonte die Kuratoriumsvorsitzende.

Tag 3 und 4 nach dem Hochwasser

Das große Aufräumen nach dem Hochwasser.
Das große Aufräumen nach dem Hochwasser. © Michael Schütz
Die Sperrmüll-Kolonne der TBS ist unermüdlich im Einsatz.
Die Sperrmüll-Kolonne der TBS ist unermüdlich im Einsatz.  © Michael Schütz
An Details wird deutlich, was das Wasser angerichtet hat.
An Details wird deutlich, was das Wasser angerichtet hat. © Michael Schütz (mis)
So hoch stand das Wasser im Balkhauser Kotten - an den Wänden ist der Pegelstand abzulesen.
So hoch stand das Wasser im Balkhauser Kotten - an den Wänden ist der Pegelstand abzulesen. © Manuel Böhnke
Die Ausstellungsstücke am Balkhauser Kotten werden draußen getrocknet.
Die Ausstellungsstücke am Balkhauser Kotten werden draußen getrocknet. © Manuel Böhnke
Die Schleiferei wurde zuletzt leergepumpt
Die Schleiferei wurde zuletzt leergepumpt  © Manuel Böhnke
Eindrücke vom Balkhauser Kotten am Samstag.
Eindrücke vom Balkhauser Kotten am Samstag. © Manuel Böhnke
So hoch stand das Wasser.
So hoch stand das Wasser. © Michael Schütz (mis)
An Details wird deutlich, was das Wasser angerichtet hat.
An Details wird deutlich, was das Wasser angerichtet hat. © Michael Schütz (mis)
An Details wird deutlich, was das Wasser angerichtet hat.
An Details wird deutlich, was das Wasser angerichtet hat. © Michael Schütz (mis)
An Details wird deutlich, was das Wasser angerichtet hat.
An Details wird deutlich, was das Wasser angerichtet hat. © Michael Schütz (mis)
An Details wird deutlich, was das Wasser angerichtet hat.
An Details wird deutlich, was das Wasser angerichtet hat. © Michael Schütz (mis)
An Details wird deutlich, was das Wasser angerichtet hat.
An Details wird deutlich, was das Wasser angerichtet hat. © Michael Schütz (mis)
Spenden sind an vielen Stellen willkommen.
Spenden sind an vielen Stellen willkommen. © Michael Schütz (mis)
Luftaufnahme von Samstag, 17. Juli.
Luftaufnahme von Samstag, 17. Juli. © Michael Schütz (mis)
Luftaufnahme von Samstag, 17. Juli.
Luftaufnahme von Samstag, 17. Juli. © Michael Schütz (mis)
Luftaufnahme von Samstag, 17. Juli.
Luftaufnahme von Samstag, 17. Juli. © Michael Schütz (mis)
Aufräumarbeiten nach dem Hochwasser - hier auf dem Campingplatz Glüder.
Aufräumarbeiten nach dem Hochwasser - hier auf dem Campingplatz Glüder. © Michael Schütz
Aufräumarbeiten nach dem Hochwasser - hier auf dem Campingplatz Glüder.
Aufräumarbeiten nach dem Hochwasser - hier auf dem Campingplatz Glüder. © Michael Schütz
Aufräumarbeiten nach dem Hochwasser - hier auf dem Campingplatz Glüder.
Aufräumarbeiten nach dem Hochwasser - hier auf dem Campingplatz Glüder. © Michael Schütz
Aufräumarbeiten nach dem Hochwasser - hier im Brückenpark Müngsten.
Aufräumarbeiten nach dem Hochwasser - hier im Brückenpark Müngsten. © Manuel Böhnke
Aufräumarbeiten nach dem Hochwasser - hier am Wipperkotten.
Aufräumarbeiten nach dem Hochwasser - hier am Wipperkotten. © Michael Schütz
Aufräumarbeiten nach dem Hochwasser - hier beim den Museumsbahnen in der Kohlfurth.
Aufräumarbeiten nach dem Hochwasser - hier beim den Museumsbahnen in der Kohlfurth. © Manuel Böhnke
Aufräumarbeiten nach dem Hochwasser - hier beim den Museumsbahnen in der Kohlfurth.
Aufräumarbeiten nach dem Hochwasser - hier beim den Museumsbahnen in der Kohlfurth. © Manuel Böhnke
Aufräumarbeiten nach dem Hochwasser - hier am Wipperkotten.
Aufräumarbeiten nach dem Hochwasser - hier am Wipperkotten. © Michael Schütz
Aufräumarbeiten nach dem Hochwasser - hier im Brückenpark Müngsten.
Aufräumarbeiten nach dem Hochwasser - hier im Brückenpark Müngsten. © Manuel Böhnke
Aufräumarbeiten nach dem Hochwasser - hier in der Kohlfurth.
Aufräumarbeiten nach dem Hochwasser - hier in der Kohlfurth. © Manuel Böhnke
Aufräumarbeiten nach dem Hochwasser - hier in der Kohlfurth.
Aufräumarbeiten nach dem Hochwasser - hier in der Kohlfurth. © Manuel Böhnke
Aufräumarbeiten nach dem Hochwasser - hier in der Kohlfurth.
Aufräumarbeiten nach dem Hochwasser - hier in der Kohlfurth. © Manuel Böhnke
Aufräumarbeiten nach dem Hochwasser - hier in der Kohlfurth.
Aufräumarbeiten nach dem Hochwasser - hier in der Kohlfurth. © Manuel Böhnke

Am Wochenende befreiten sie unter anderem das Grün rund um den Kotten vom Treibgut und sichteten Schäden an den Festmaterialien. Die lagerten in einem Bauwagen auf dem Gelände, der zwar in den Fluten zerstört, aber nicht weggespült wurde.

Städtische Hotline vermittelt Helfer an den Balkhauser Kotten

Eine der Helferinnen am Samstag war Christa Austerland. „Ich liebe den Balkhauser Kotten“, sagte die Solingerin. In den Vergangenheit unterstützte sie das Kuratorium bei den traditionellen Waffel- und Grünkohltagen. Am Samstag half sie, die Museumsstücke zu reinigen. „Wir schauen, was wir retten können. Dieser Ort muss erhalten bleiben.“ Auch Annedore und Ingo Schleutermann packten am Balkhauser Kotten mit an. Ihr einziger Einsatz? „Wir haben uns beim Koordinierungstelefon gemeldet. Mal schauen, wo wir noch gebraucht werden.“
Alle Entwicklungen zum Hochwasser in Solingen in unserem Ticker.

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