Bahn räumt Fehler ein: "Müngstener" ohne Pendler

Archivfoto: ST

MÜNGSTENER Fehlerhafte Gewichtsangaben der Bahn bremsen den Pendlerverkehr, der für Montag geplant war, aus. Die Züge rollen leer über die Brücke - davor und danach müssen Zuggäste den Schienenersatzverkehr nutzen. 

Die Nachricht kam gestern gegen 17 Uhr: „Der planmäßige Personenverkehr RB 47 über die Müngstener Brücke kann am 2. Mai noch nicht wieder aufgenommen werden. Durch eine fehlerhafte Gewichtsangabe im Antrag der Deutschen Bahn reicht der Bescheid des Eisenbahn- bundesamtes (EBA) nicht aus, um mit der Baureihe VT 628.4 mit Reisenden über die Brücke zu fahren. Die Züge müssen als Leerfahrt verkehren“, so die Mitteilung der Deutschen Bahn.

Bis eine neue Berechnung ausgearbeitet und vom EBA genehmigt ist, muss der „Müngstener“ leer über die Brücke fahren. Zwischen Solingen-Mitte und Remscheid-Güldenwerth verkehren weiter Ersatzbusse, Fahrgäste erreichen dann jeweils erst die nachfolgende Bahn.

Das ST hatte am Donnerstag exklusiv Recherchen veröffentlicht, die auf das zu hohe Gewicht des 628.4 hinwiesen. Bahnsprecher Udo Kampschulte bezeichnete diese Vorwürfe zunächst als „kompletten Unsinn“.

Bahn hielt es nicht für möglich, dass der eigene Antrag falsch ist

Gestern früh dann schickte das Tageblatt den Beweis in Form eines bahninternen Dokuments an Bahn und EBA (siehe Bild). Daraufhin sagte Kampschulte am Mittag, man werde die „Verwirrung“ aufklären. Gestern Abend dann die Wende: „Sie können uns glauben, wir gehen in Sack und Asche. Ich hätte die Vorwürfe nie so heftig dementiert, wenn ich für möglich gehalten hätte, dass unser eigener Antrag falsch ist.“ Die 72 Tonnen Höchstlast hatte die Bahn selbst beantragt.

Schuld ist wohl die bahninterne Verwechslung von Gesamtgewicht und Eigengewicht. Das Eigengewicht eines einsatzbereiten 628.4 mit zwei Drittel Vorräten liegt nur bei 69,9 Tonnen. Allerdings sind darin die Passagiere nicht eingerechnet. Dafür ist das Gesamtgewicht maßgeblich. Das beträgt 81 Tonnen.

Da das EBA ausdrücklich Begegnungsverkehr genehmigt hatte, versuchte die Bahn, lediglich diese Erlaubnis wieder zu streichen. „Die Belastung für die Brücke ist aber eine ganz andere“, sagt EBA-Sprecher Moritz Huckebrink. Bei den beiden Fahrwegen handelt es sich um getrennte Konstruktionen.

Es ist völlig offen, wann der „Müngstener“ wieder mit Passagieren über die Brücke fahren kann. Klar ist, dass die Bahn die Berechnungen zur Standsicherheit überarbeiten muss. Allein vom vorigen Eingang aller Unterlagen der Bahn beim EBA bis zur Genehmigung vergingen drei Wochen. bjb

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