Verfahren

Baby Felicitas: Gutachten liegt immer noch nicht vor

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Amtsgericht kann noch nicht entscheiden, ob das Kind bei den Eltern bleiben darf. Fall hatte im Frühjahr heftige Diskussionen ausgelöst.

Von Stefan Prinz

Im Fall des Babys Felicitas gibt es immer noch keine endgültige Entscheidung des Amtsgerichts. Das hat unsere Zeitung aus Justizkrisen erfahren. Ursache für die Verzögerung sei ein noch ausstehendes Gutachten eines Hamburger Experten. Dieser prüft derzeit im Auftrag des Solinger Amtsgerichts, ob das Mädchen wenige Tage nach seiner Geburt geschüttelt wurde.

Auf Basis dieses Gutachtens wird dann das Gericht abschließend entscheiden, ob das Mädchen dauerhaft bei Pflegeeltern untergebracht wird – oder endgültig bei seinen Eltern bleibt. Eigentlich war das Gutachten bereits für Ende Mai erwartet worden.

Wann das Schreiben nun vorliegen wird, war aus dem Amtsgericht nicht zu erfahren. Nachdem das Kind vom Jugendamt zunächst in Obhut genommen wurde, durfte Felicitas nach einer Entscheidung durch das Oberlandesgericht Düsseldorf bis zum Vorliegen des Gutachtens unter strengen Auflagen zurück zu ihren Eltern.

Als wenige Wochen nach der Geburt des Kindes bei einer Untersuchung im Klinikum ein Bluterguss festgestellt wurde, informierten die Mediziner das Jugendamt. Der Verdacht: Die Eltern haben das Kind verletzt. Mitarbeiter des Jugendamts ordneten nach Rücksprache mit den Ärzten an, das Kind unmittelbar bei Pflegeeltern unterzubringen.

Der 27-jährige Vater und die 28-jährige Mutter zeigten sich schockiert. Der Vater bestritt auch im Gespräch mit unserer Zeitung mit Nachdruck, das Kind misshandelt zu haben. Die Eltern versuchten von Anfang an, das Kind zurückzubekommen.

Das Jugendamt verteidigte sein Vorgehen: Nach dem Hinweis des Klinikums auf Verletzungen des Kindes habe das Jugendamt aus Gründen des Kinderschutzes reagieren müssen, sagt dessen Leiter Rüdiger Mann. Es habe eine mindestens 80-prozentige Wahrscheinlichkeit der Misshandlung bestanden.

Der Fall des Mädchens Felicitas hatte erhebliche Konsequenzen: Viele Menschen solidarisierten sich im Internet mit den Eltern und griffen das Jugendamt und das Klinikum heftig an. Die Mitarbeiter des Jugendamtes sahen sich Bedrohungen ausgesetzt. Zeitweise wurde sogar ein Sicherheitsdienst mit dem Schutz des Jugendamtes beauftragt.

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