Gefahr für sich und andere

Fahren trotz Verbot: Autofahrer ignorieren Absperrungen

Die Wuppertaler Straße war vom Central aus einige Tage eine Sackgasse. Trotzdem fuhren viele bis zur Baustelle weiter. Foto: Michael Schütz
+
Die Wuppertaler Straße war vom Central aus einige Tage eine Sackgasse. Trotzdem fuhren viele bis zur Baustelle weiter.

Sperren und Baken werden oft umfahren oder gar weggetragen.

Von Andreas Tews

Solingen. Der Ärger in den von der Wupper überfluteten Gebieten war vorvergangene Woche groß, das Chaos am Donnerstag am Central perfekt. Immer wieder umfahren Auto- und Lastwagenfahrer Absperrungen, um dort weiterzufahren, wo es eigentlich verboten ist. Oder – wie am Central – sie ignorieren Hinweisschilder, die darauf hinweisen, dass eine Straße wegen einer Baustelle nach wenigen Metern zur Sackgasse wird.

Die Folgen sind jeweils ähnlich: Die Autofahrer bringen sich oder im schlimmsten Fall auch andere in Gefahr. In den überfluteten Gebieten nahmen sie in Kauf, dass die Straße, auf der sie fuhren, wegbrechen kann. Nach Beobachtungen von Wulf Riedel, Teilbetriebsleiter für Tiefbau und Verkehr bei den Technischen Betriebe Solingen (TBS), wurden die Absperrungen im Bereich der Wupper von Obenrüden bis Haasenmühle „häufig ignoriert und ständig beiseite geräumt“. Auf der Burger Landstraße verhinderten tagelang eigens dort postierte Mitarbeiter von TBS und Ordnungsamt, dass Autofahrer trotz der Sperren weiterfuhren.

Solingen: Wendemanöver sorgen für gefährliche Situationen

Ähnlich sei es am Donnerstagmorgen bei der einseitigen Sperrung der Wuppertalerstraße gewesen, berichtet Riedel. Er hat beobachtet, dass Autos und Lastwagen bis an die Baustelle fuhren und dann von dort zurückrangieren mussten. Die Wendemanöver sorgten immer wieder für gefährliche Situationen. Unfälle hat es nach Riedels Kenntnis dadurch zum Glück nicht gegeben.

Dieses Phänomen ist nicht neu. Zu beobachten war es nach Angaben von Anwohnern zum Beispiel auch bei den baustellenbedingten Sperrungen in Unterburg in den vergangenen Jahren. Vor allem abends umfuhren Autofahrer die Absperrungen der Baufirmen oder trugen sie kurzerhand zur Seite – ohne sie hinterher wieder aufzustellen.

Bei der Polizei ist das Phänomen nach Angaben von Sprecherin Hanna Meckmann erst im Zusammenhang mit dem Hochwasser akut geworden und hat vergangene Woche für einen Einsatz gesorgt. In diesem Fall hätten die Polizisten die Absperrungen wieder aufgestellt. Sie konnten aber keinen Autofahrer mehr dingfest machen, der die Sperre zur Seite geräumt hatte. Unbekannt seien der Polizei solche Vorgänge zwar auch zuvor nicht gewesen, aber: „Uns wird das aber oft nicht gemeldet“, schildert Meckmann. Darum könnten die Beamten zumeist auch nicht tätig werden. Meckmann warnt die Autofahrer davor, dass es gerade bei Hochwasser sehr gefährlich sei, abgesperrte Strecken zu befahren. Gleiches dürfte auch bei Baustellen gelten.

Zudem weist die Polizeisprecherin darauf hin, dass diese Regelverstöße der Autofahrer geahndet werden können. Bei gefährliche Eingriffen in den Verkehr könne es sich sogar um Straftaten handeln.

Straftat

Nach § 315b des Strafgesetzbuches macht sich unter anderem strafbar, wer Anlagen zerstört, beschädigt oder beseitigt und dadurch Leib oder Leben anderer oder fremde Sachen von bedeutendem Wert gefährdet. Es droht eine Freiheits- (bis zu fünf Jahren) oder Geldstrafe.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Woolworth öffnet in Ohligs und im Hofgarten
Woolworth öffnet in Ohligs und im Hofgarten
Woolworth öffnet in Ohligs und im Hofgarten
Schule soll in ehemalige Jugendherberge einziehen
Schule soll in ehemalige Jugendherberge einziehen
Schule soll in ehemalige Jugendherberge einziehen
Corona: Inzidenzwert sinkt auf 55,3 - Impfzentrum schließt am 30. September
Corona: Inzidenzwert sinkt auf 55,3 - Impfzentrum schließt am 30. September
Corona: Inzidenzwert sinkt auf 55,3 - Impfzentrum schließt am 30. September
Fünffache Kindstötung in der Hasseldelle: Staatsanwalt hält an Mutter als Täterin fest
Fünffache Kindstötung in der Hasseldelle: Staatsanwalt hält an Mutter als Täterin fest
Fünffache Kindstötung in der Hasseldelle: Staatsanwalt hält an Mutter als Täterin fest

Kommentare