Keine Konzerte und Proben

Ausfallende Auftritte bringen Ensembles in finanzielle Not

Keine Konzerte und Proben – das Gehalt für den Chorleiter läuft aber weiter. Das Geld wird bei den Wupperhofern knapp. Archivfoto: Andreas Horn
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Keine Konzerte und Proben – das Gehalt für den Chorleiter läuft aber weiter. Das Geld wird bei den Wupperhofern knapp.

Noch ein Corona-Jahr stehen nicht alle Vereine durch.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Solingen. Die mehr als 50 Chöre in der Klingenstadt ziehen ein bedrückendes Fazit des vergangenen Jahres: Nicht nur die Musik und die Geselligkeit blieb auf der Strecke – die Corona-Krise sorgt auch dafür, dass die Finanzsituationen bei manchen Vereinen noch prekärer geworden ist. Und ob die Lage schnell besser wird, ist noch nicht absehbar.

Abgesagte Konzerte und Auftritte, nicht stattfindende Proben – sind die Ursachen dieser Not. Die Wupperhofer etwa, Solingens wohl bekanntester Männerchor hat viele Senioren in seinen Reihen, die zur Risikogruppe gehören. Auch in den vergleichsweise entspannten Sommermonaten, als es wieder erlaubt war, sich unter bestimmten Bedingungen für Proben zu treffen, seien längst nicht alle dabei gewesen, sagt Chorsprecher Rolf Schlupp. 

Aber neben diesen bitteren Aspekten müssen viele Ensembles derzeit spitz rechnen: „Keine Konzerte – keine Einnahmen“ bringt es Rolf Schlupp knapp auf den Punkt. „Dabei ist es für uns selbstverständlich, unseren Chorleiter, Heinz-Walter Florin, weiterhin zu zahlen, freie Künstler haben ja derzeit durch fehlende Auftrittsmöglichkeiten faktisch ein Berufsverbot.“ Für die Wupperhofer sei zudem zu spüren, dass das ihnen gehörende Helga-Leister-Haus nicht für Feiern vermietet werden konnte. 

Aber auch die Verantwortlichen anderer Ensembles – wie Con Brio oder der Gospelchor Unisono – haben Sorgenfalten auf der Stirn. „Noch kriegen wir das hin“, heißt es aus beiden Chören. „Aber noch ein Jahr unter diesen Bedingungen wäre extrem schwierig, das ginge dann durchaus an die wirtschaftliche Substanz“. Die Bergischen, Deutschlands ältester Männerchor macht sich ebenfalls Sorgen um die Finanzen. Saalmiete und Chorleitergehalt liefen weiter, Einnahmen durch Konzerte gebe es keine. Da derzeit totaler Stillstand herrsche, und auch in der entspannteren Corona-Phase nur bedingt Proben stattfinden konnten, ruhten auch konkrete Planungen für 2021, sagt Gerd Schmidt-Drescher vom Vorstand. „Wir versuchen, wenigstens den Kontakt untereinander zu halten“, sagt er. Eine neu aufgelegte Infoschrift, „der Bergische Sänger“ soll dabei mithelfen. Er wird an alle Sänger verteilt.

Bei den Chören in Dorp und Aufderhöhe ruht die Hoffnung auf dem Kommenden Jahr.

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