Aufs Freibad Aufderhöhe folgt die Spielwiese

Der Bagger lässt eine 2,5 Tonnen schwere Kugel auf den Rand des Nichtschwimmerbeckens fallen. In zwei Wochen sollen die Abbruch-Arbeiten an den Becken beendet sein, zugeschüttet werden sie bis Ende des Jahres. Foto: Christian Beier

AUFDERHÖHE Becken machen Platz für einen Freizeitpark. Burbach wird Ende des Jahres renaturiert.

Von Björn Boch

Wieder und wieder saust eine tonnenschwere Kugel aus der Baggerschaufel auf den Beton herunter. Das ehemalige Nichtschwimmerbecken im Freibad Aufderhöhe zerspringt in kleine Teile. Die Becken, in denen 1990 zum letzten Mal gebadet wurde, machen Platz für eine Grünfläche und Felder für Beachvolleyball.

Die Abrissarbeiten sind die ersten Schritte zum „Freizeitpark Aufderhöhe“, in dem sich, geht es nach den Verantwortlichen des Fördervereins, schon 2014 wieder Solinger aller Altersklassen vergnügen sollen. Neben Beachvolleyball soll es einen Bouleplatz, Mühle und Schach sowie eine große Wiese für freies Spielen geben. Der Burbach, derzeit noch in einem Rohr unter dem Schwimmbadgelände versteckt, wird renaturiert und fließt dann oberirdisch durch den Park. FREIBAD AUFDERHÖHEHISTORIE 1923 begann der Ausbau des Bades, das vom Burbach mit Wasser versorgt wurde. Die jetzigen Becken wurden 1961 gebaut. Im Laufe der Jahre hieß das Bad unter anderem Rotes Meer, Horst-Wessel-Bad und Kesselsweiher. Geschlossen wurde es nach der Saison 1990. FÖRDERVEREIN Der Förderverein Freizeitpark Aufderhöhe e.V., der sich seit 1996 für die Schwimmbadruine engagiert, veranstaltet am 7. Juli ein Sommerfest. Weitere Informationen: manfredheim@web.de

Der Erdaushub für den Burbachwird auf die Becken geschüttet

Zu diesem Zweck muss ein neues Flussbett ausgehoben werden. Das Erdreich wird aber nicht abtransportiert, sondern über den Schutt der Schwimmbecken geschüttet. „Die Becken müssen vorher zerkleinert werden, damit Grundwasser abfließen kann“, sagt Frank Grittner, der für den Bergisch-Rheinischen Wasserverband die Bauleitung hat. Ende des Jahres werden die Arbeiten am Bach gemacht, noch 2012 soll der Waldkindergarten auf das Gelände kommen, das Fundament dafür ist ausgehoben.

Insgesamt 70 000 Euro kosten die Arbeiten, das Geld kommt aus Fördermitteln, von der Stadt und dem Förderverein. „Aufderhöhe soll wieder ein Freizeitzentrum bekommen“, sagt Manfred Heim, Vorsitzender des Vereins. Der 72-Jährige, ohne den hier nichts geht, will junge Leute mit ins Boot holen, die sich für den Park engagieren. „Aufderhöhe hat wenig Spielfläche im Freien, wir schaffen hier ein Angebot, das gebraucht wird,“ sagt Schatzmeister Paul-Werner Speck. Eine Sauna auf dem Gelände ist noch in Betrieb, wenn alles fertig ist, hoffen Speck und Heim auch wieder auf eine Gastronomie.

Beide erinnern sich noch gut an die Hochzeit des Bades Ende der 60er Jahre, als an guten Tagen 4000 Menschen kamen. Sie erinnern sich an den zähen Kampf mit Vorschriften, Bebauungsplänen und Anwohnern, um aus der Freibadruine wieder etwas machen zu können. Und sie erzählen von den Plänen, die die Stadt für das Gelände noch im Jahr 2001 hatte. Sie wollte einen riesigen Freizeitbereich schaffen, der über eine Million Euro kosten sollte.

Jetzt hat die Stadt kaum noch Geld. „Wir müssen das in kleinen Schritten machen, mit engagierten Helfern und Spenden“, sagt Heim. Er hat derzeit nur einen Wunsch: „Ich will hier in zwei Jahren auf der Bank sitzen und sehen, dass wir etwas verwirklicht haben.“

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