Musical

„The Addams Family“: Aufführung ist zum Gruseln schön

Die makabre Addams Family wurde im Pina-Bausch-Saal an drei Tagen zum Mittelpunkt eines Musicals voller Comedy und Musik. Foto: Andreas Horn
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Die makabre Addams Family wurde im Pina-Bausch-Saal an drei Tagen zum Mittelpunkt eines Musicals voller Comedy und Musik.

Begeisterung über gelungene Produktion des Musicals im Solinger Theater.

Von Wolfgang Günther

Die „Creative Arts Group“ wurde 2007 von Timo White gegründet, und ist heute einer der größten und erfolgreichsten Musicalvereine in Deutschland. In jedem Jahr probt und produziert der Verein ein Musical. Durch die vielen neuen Mitwirkenden wurden diese Produktionen immer größer, die bisherigen Spielstätten reichten nicht mehr aus.

Auf der Suche nach einer neuen Bühne wurde der Verein im Solinger Theater mit offenen Armen aufgenommen. Hier ist nicht nur eine große Bühne für die etwa 60 Mitwirkenden und für die Kulissen vorhanden, sondern auch noch ein Orchestergraben für die gut 40 Musikerinnen und Musiker des brillanten Orchesters.

Dazu konnte die Truppe auch vom Wissen der Techniker im Solinger Haus profitieren. Produzent und Dirigent Timo White hat gute Kontakte in der Welt des Theaters, daher arbeiten ab und zu auch gerne erfahrene Profis vom New Yorker Broadway, oder dem Londoner Theaterviertel West End mit den Mitgliedern des Düsseldorfer Musicalvereins. Alle Komponenten von Technik und Kunst fügten sich am Freitagabend zu einer opulenten Aufführung des Musicals „The Addams Family“ im Pina-Bausch-Saal zusammen.

Eine bunte und mitreißende Show

Geboten wurde eine Show, wie sie bunter, lustiger und mitreißender kaum sein kann. Die Premiere war ausverkauft, auch für die beiden anderen Vorstellungen mischten sich die Stammgäste aus Düsseldorf mit dem Solinger Publikum. Die exzentrische Addams-Familie stammt aus einer Reihe von Ausgestoßenen, fühlt sich aber in ihrem heruntergekommenen Haus im New Yorker Central Park sehr wohl.

Mutter Morticia, tiefschwarz gekleidet und lasziv interpretiert von Rebecca Schmidt, und Vater Gomez, hinreißend gespielt und gesungen von Niko Georgopoulos bilden das Oberhaupt des merkwürdigen Familienclans. Tochter Wednesday (große Stimme: Lena Hogekamp) verliebt sich ausgerechnet in den bürgerlichen Lucas Beineke, gespielt von Juliusz Konieczny.

ADDAMS FAMILY

URSPRUNG Die Geschichte der skurrilen Addams Family beginnt mit den Karikaturen von Charles Addams, die in den 1930er Jahren im Magazin „The New Yorker“ erscheinen. Es wurde gemunkelt, dass Adams die Figuren nach seiner eigenen Familie modelliert hat. Ab 1964 traten die morbiden Figuren in einer Real-Serie im amerikanischen Fernsehen auf, gefolgt durch eine Cartoon-Serie. Barry Sonnenfeld drehte 1991 den ersten Spielfilm über die seltsame Familie mit den okkulten Gebräuchen. Das Musical, komponiert von Andrew Lippa, kam 2009 in Chicago zur Uraufführung.

Seine Eltern sind allerdings noch verknöcherter als er. Das erste Treffen der beiden Elternpaare beim Dinner bleibt angestrengt, ein verfängliches Gesellschaftsspiel mit dem Namen „Sag die Wahrheit“ soll helfen, die Situation zu entspannen, die Scharade bringt aber das Geschehen vollends durcheinander. Dorina Joch und Christian Tillmanns spielen das Ehepaar Beineke, das durch eine Art Zaubertrank ihre heimlichen Wünsche offenbaren wird. Die Situation wird immer kritischer, ein Happy End ist noch lange nicht in Sicht. Schauspielerische Kabinettstückchen lieferten auch Katrin Mühlenbein als flotte Großmutter und Thomas Kiesewetter in der Rolle von Onkel Fester.

Prächtige und präzise Balletteinlagen

John-Samuel Jürgens spielt den Part des eifersüchtigen jungen Bruders Pugsley, er konnte mit seiner großen Szene überzeugen. Prächtige und präzise Balletteinlagen, exakt sitzende Pointen und genau auf den Punkt servierte Situationskomik sind nur einige der begeisternden Attribute dieser von Susan Borofski inszenierten Aufführung. Dabei dürfen die professionellen Kulissen (Bühnenbild Sabine Kaschade) und die phantasievollen Kostüme von Sabrina Tonding und Nils Heinrich nicht unerwähnt bleiben. Und dies gilt besonders auch für die fetzige Musik der Musikerinnen und Musiker aus dem Orchestergraben. Die Zuschauer waren total hingerissen. Der Beifall galt nicht nur den Solisten, sondern allen Mitwirkenden in Musik und Tanz.

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