Neuer Standort

Aufderhöhe: Aldi Nord eröffnet viertgrößten Markt

Franziska Bach von der Immobilienverwaltung im neuen Aldi: Mit der Eröffnung am Montag endet ein jahrelanger Rechtsstreit. Die Stadt wollte einen weiteren Supermarkt an der Friedenstraße eigentlich verhindern. Foto: Christian Beier
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Franziska Bach von der Immobilienverwaltung im neuen Aldi: Mit der Eröffnung am Montag endet ein jahrelanger Rechtsstreit. Die Stadt wollte einen weiteren Supermarkt an der Friedenstraße eigentlich verhindern.

Zwischen Rewe und Kaufland ist ein dritter Supermarkt entstanden – Discounter hat auch Ohligs im Blick.

Von Björn Boch

Solingen. Nach jahrelangem Rechtsstreit, aber um so kürzerer Bauzeit, wird am Montag an der Friedenstraße ein neuer Aldi-Markt eröffnen. Auf einem Gelände, das der Telekom gehörte – direkt zwischen Kaufland und Rewe – werde die Verkaufsfläche mit rund 1420 Quadratmetern „extra großzügig“ gestaltet, wie der Discounter mitteilt. Der Markt sei der viertgrößte im Filialnetz von Aldi Nord, das mehr als 2200 Märkte umfasst.

Zur Höhe der Investition macht Aldi traditionell keine Angaben. „Es war aber schon eine besondere Baustelle. Mit dem Baurecht war es nicht einfach, und es gab viel Absprachebedarf mit der Telekom“, berichtet Franziska Bach. Sie ist Leiterin Immobilien und Expansion bei der Aldi Immobilienverwaltung für die Regionalgesellschaft Radevormwald – und damit unter anderem für Solingen zuständig. Enge Absprachen mit der Deutschen Telekom waren notwendig, weil das Unternehmen einen Teil des Geländes samt technischer Infrastruktur und einem Sendemast behält und dort 5-G-Technik installiert hat.

„Wir waren wirklich lange dran an dem Projekt Friedenstraße.“

Franziska Bach, Aldi Nord

Bereits am vergangenen Samstag wurde die Aldi-Filiale an der Löhdorfer Straße geschlossen. Es handele sich um eine Verlagerung, die auch deswegen geplant wurde, weil der Discounter an der Löhdorfer Straße nur Mieter war. „Wir waren wirklich lange dran an dem Projekt Friedenstraße“, betont Franziska Bach.

Der Fokus in den modernen Märkten wie jetzt in Aufderhöhe liege auf einer hellen und freundlichen Einkaufsatmosphäre mit mehr Platz und breiteren Gängen sowie einem vergrößerten Angebot an frischem Obst, Gemüse, Fleisch, Fisch und Backwaren. „Natürlich haben wir mit der Filiale auch Ohligs im Blick“, sagt Franziska Bach. Dort gebe es noch nicht so viel an Lebensmittelversorgung.

Dank einer Photovoltaikanlage auf dem Marktdach und einer Wärmerückgewinnung, die den Marktraum kühlen und beheizen kann, komme das Gebäude ohne fossile Brennstoffe aus. Von mehr als 100 Parkplätzen, die von Rewe und Kaufland abgegrenzt sein werden, stehen anfangs noch nicht alle zur Verfügung – ein alter Funkturm der Telekom müsse noch niedergelegt werden. Zu den Parkplätzen kommen Fahrradständer und Sonderstellflächen für Familien sowie für Menschen mit Behinderungen.

Mit Eröffnung des Marktes nach nur rund vier Monaten Bauzeit – eigentlich war die Eröffnung erst für das Frühjahr 2021 geplant – endet ein jahrelanges Verfahren. Die Stadt hatte sich gegen die Ansiedlung eines Supermarktes an dieser Stelle gewehrt. Verwaltung, Stadtrat und Bezirksvertretung argumentierten, das stehe im Widerspruch zum Einzelhandelskonzept der Stadt Solingen. Man fürchtet, dass Einkaufsmeilen wie an der Friedenstraße Kaufkraft aus den Stadtzentren abziehen.

Ein Projektentwickler gewann allerdings vor Gericht. Verwaltung und Politik haben sich mit dieser Entscheidung gezwungenermaßen arrangiert – was nicht zuletzt dadurch sichtbar wird, dass Bezirksbürgermeisterin Gundhild Hübel am Tag der Eröffnung für den guten Zweck an der Kasse sitzen wird.

Offenbar war auch Lidl an der Fläche an der Friedenstraße interessiert – der Discounter gehört wie der künftige Aldi-Nachbar Kaufland zur Schwarz-Gruppe. Konkurrenz zwischen den drei Märkten an der Friedenstraße sieht Franziska Bach von Aldi Nord nur bedingt. Sie geht davon aus, dass das Angebot für die Kunden durch die neue Filiale „eher ergänzt“ werde.


Eröffnung

Zeitpunkt: Der Markt an der Friedenstraße 94a wird am Montag, 14. Dezember, 7 Uhr, erstmals seine Türen öffnen.

Spende: Gundhild Hübel (SPD), Bezirksbürgermeisterin von Ohligs/Aufderhöhe/Merscheid, wird ab etwa 7.15 Uhr für eine halbe Stunde an der Kasse sitzen. Den dort erzielten Umsatz will Aldi „ordentlich aufstocken“ und an den Ohligser Vogel- und Tierpark spenden.

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