Mein Leben als Papa

Auf Tour mit dem Entenpapa: Zwei Jungs wachsen über sich hinaus

Hannes und Michel auf dem Weg, der nie enden sollte.
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Hannes und Michel auf dem Weg, der nie enden sollte.

ST-Redakteur Gunnar Freudenberg erzählt vom Alltag mit seinen Söhnen Hannes (6) und Michel (3).

Zwei Jungs zu haben, denen man beim Wachsen zusehen kann, bringt Nachteile mit sich. „Lange wird er davon nichts haben“, prophezeit der Verkäufer mit Blick auf das blaue 20-Zoll-Fahrrad, in das sich Hannes sofort verliebt hatte und auf dem er gerade freudestrahlend seine Proberunden dreht. Für 24 Zoll ist er eben noch ein bisschen zu klein, für 20 Zoll bald schon zu groß.

Der Vorteil von zwei Jungs, denen man beim Wachsen zusehen kann: Fast jede Anschaffung wird zweitverwertet. Denn Michel rückt ja immer nach. Während Hannes also sein neues Fahrrad auf dem Hof vorführt, wird sein altes Rad zeitgleich auf Michels Bedürfnisse angepasst – was beide Kinder mit Stolz erfüllt. Hoffentlich bleibt es noch für einige Zeit dabei, dass Michel es cool findet, die Sachen seines großen Bruders übernehmen zu dürfen . . .

Bei der ersten Ausfahrt, noch am gleichen Tag, greift Michel trotzdem noch auf sein geliebtes Laufrad zurück, auf dem er erstaunlich flott unterwegs ist. Hannes ist hochmotiviert. „Können wir richtig weit fahren?“, fragt er mich im Übermut seiner neuen Gangschaltung, von der er sich eine Menge verspricht. Ich suche vor meinem geistigen Auge nach Strecken, auf denen es nicht ganz so steil rauf und runter geht, entscheide mich dann aber für die Variante: Wir fahren einfach mal drauflos.

„Mein Leben als Papa“ gibt es als Buch für 12,90 Euro in den ST-Geschäftsstellen, im Handel und im Internet:bergisch-bestes.de

Durch ruhige Seitenstraßen geht es Richtung Bahnhof. Hier war im vergangenen Jahr immer Endstation. Heute nicht. In meiner Funktion als Entenpapa lotse ich die beiden Jungs Richtung Wald. Hannes sieht noch frisch aus, aber Michel braucht eine Pause. „Richtig schön hier“, sagt er mit Blick auf ein Pferd, das an unserer Bank vorbei trottet. Die Tour kann weitergehen. Gut kenn ich mich hier nicht aus. Wir entscheiden uns für den Weg bergab und lassen einfach rollen. Immer weiter. Wir singen vor Freude.

Irgendwann endet aber jeder Weg. Hannes und Michel legen eine Vollbremsung hin. „Fahrradfürze“ nennen sie ihre Bremsspuren. Jetzt wissen wir auch, wo wir sind. Noch einmal um die Kurve – und schon sind wir an einem uns bekannten Spielplatz angekommen. „Wisst ihr was?“, frage ich die glücklichen Jungs. „So weit gefahren seid ihr mit euren Rädern noch nie von zu Hause aus.“ Wieder kann ich ihnen beim Wachsen zusehen. Diesmal sprichwörtlich.

Zurück bringt sie allerdings die Mama. Mit dem Auto. Für mein Fahrrad ist leider kein Platz mehr. Macht nichts. Die Tour war trotzdem wunderschön.

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