Wohltätigkeitsaktion

Auf der MS-Station wird viel gelacht - Spendenaktion hilft

Die Bewohner Eva Jauß (l.) und Mario Rago freuen sich gemeinsam mit Petra Grah, soziale Betreuerin der MS-Wohngruppe im St. Joseph Altenheim, über die neuen Quiz-Spiele.
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Die Bewohner Eva Jauß (l.) und Mario Rago freuen sich gemeinsam mit Petra Grah, soziale Betreuerin der MS-Wohngruppe im St. Joseph Altenheim, über die neuen Quiz-Spiele.

Kette der helfenden Hände unterstützt Menschen, die von heimtückischer Krankheit betroffen sind.

Von Simone Theyßen-Speich

Solingen. „Wir lachen hier viel“, sagt Mario Rago. Wenn er erzählt und Späße macht, kann man fast vergessen, dass der 54-Jährige im Rollstuhl sitzt, dass die Multiple Sklerose (MS) ihm einen Großteil seiner Bewegungsmöglichkeiten genommen hat, dass er beim Essen Hilfe von einem Pfleger braucht. Aber Mario Rago, der seit 30 Jahren an der heimtückischen Krankheit leidet, lacht trotzdem gerne.

Seit fünf Jahren lebt er auf der MS-Station des St. Joseph Altenheims der Kplus Gruppe in Ohligs. Dort hat er mit Eva Jauß (52), die bereits seit zehn Jahren in der Wohngruppe lebt, eine Lebensgefährtin gefunden. In der gemütlichen Sitzecke der Station gab es in dieser Woche eine kleine Adventsfeier. Die Kette der helfenden Hände, die Wohltätigkeitsaktion des Solinger Tageblatts, hatte für die 21 Bewohnerinnen und Bewohner der Station nicht nur ein besonderes Mittagessen spendiert. Als Vorab-Weihnachtsgeschenk gab es auch eine Spielekiste mit Rätseln und Quiz-Spielen.

„Quiz-Spiele machen wir hier sehr gerne“, erzählt Eva Jauß. Viele der Bewohner könnten mit den Händen „nicht mehr viel anfangen“, bei Kartenspielen müsse ein Betreuer die jeweiligen Spielkarten immer aus einem speziellen Halter anreichen. Deshalb die Vorliebe fürs „Gehirn-Jogging“.

Auch für Inge Wanhoff ging es zu Hause irgendwann nicht mehr. Seit sie 22 Jahre alt ist leidet die heute 68-Jährige an Multipler Sklerose. Mittlerweile sitzt sie, wie die meisten der Bewohner der MS-Station im Elektro-Rollstuhl.

Andrea Mühlenbeck wurde viele Jahre lang von ihrem Mann zu Hause gepflegt. „Aber irgendwann war auch das nicht mehr möglich“, erzählt die 53-Jährige, die seit 20 Jahren erkrankt ist. Seit dem Sommer lebt auch die ehemalige Verwaltungsangestellte in St. Joseph. Sie ist dankbar für die Hilfe aber auch für die Gemeinschaft in der Gruppe dort. „Solch eine Station speziell für MS-Kranke ist einmalig in Solingen. Gerade für uns noch etwas Jüngere wäre ein Platz im Altenheim sonst die einzige Alternative“, so Mario Rago.

Den Alltag mit besonderen Aktionen immer mal wieder aufzulockern, das hat Petra Grah im Blick, die für die soziale Betreuung in der Wohngruppe zuständig ist. So gab es im Sommer beispielsweise einen Ausflug mit den mobilen Rollstuhlfahrern in den Brückenpark, ebenfalls von der Kette finanziert. „Gerade in der Corona-Zeit, die auch unsere Station immer mal wieder getroffen hat, merkt man, wie wichtig Zuspruch und Beschäftigung für unsere Bewohner sind“, betont Petra Grah. Die Hilfe für die Menschen in der ST-Wohngruppe von St. Joseph ist ein Beispiel für viele, bei denen die ST-Wohltätigkeitsaktion zumindest finanziell etwas helfen kann.

Lesen Sie auch: Auf der Wachkomastation ersetzt Musik die Worte

Spenden

Kette der helfenden Hände Solingen

Veröffentlichung: Die Namen der Spender veröffentlichen wir im ST, sofern auf der Überweisung nicht „anonym“ oder „kein Name“ angegeben wird.

Spenden: Das Geld an die ST-Wohltätigkeitsaktion geht zu 100 Prozent an bedürftige Menschen in Solingen. Die kompletten Verwaltungskosten trägt der Verlag B. Boll.

Aktion: Spenden an die Kette der helfenden Hände sind steuerlich abzugsfähig. Spendenquittungen werden ausgestellt.

IBAN: DE 91 3425 0000 0000 0271 02

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