Theater

Aschenputtel hat’s voll drauf

Das Stadtensemble bringt ein märchenhaftes Spiel auf die Theaterbühne.
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Das Stadtensemble bringt ein märchenhaftes Spiel auf die Theaterbühne.

Stadtensemble feiert im Pina-Bausch-Saal eine gelungene Märchenpremiere.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Solingen. Wer hatte wohl mehr Lampenfieber am Donnerstagmorgen im Pina-Bausch-Saal: Das Stadtensemble hinter der Bühne, oder die quirligen kleinen Zuschauer mit ihren erwachsenen Begleitern aus Solinger Grundschulen, die aufgeregt ihre Plätze suchten? Beide Parteien warteten gespannt darauf, dass die Beleuchtung erlosch und der schwere rote Vorhang den Beginn von „Aschenputtel und der Prinz“ signalisierte.

Als es endlich soweit war, die Musiker die Einleitung intoniert hatten und Renate Kemperdick als lebhafte Erzählerin mithalf, die dicken Portieren zur Seite zu schieben, dauerte es nurmehr winzige Momente, bis sich der Zauber der Märchenwelt von der Bühne auf die jungen Zuschauerreihen übertrug. Fasziniert ließen sich die Kinder mit hinein nehmen in die spannende und mit viel Liebe inszenierte Geschichte.

Geheimnisvolles verbindet sich mit kessen Dialogen

Das Team um Cheftechniker Dirk Beck sorgte unter anderem mit wallenden Nebelschwaden im Wald und am Grab der verstorbenen Mutter sowie mit atmosphärischen Licht-Effekten für die jeweils passende Stimmung. Michael Tesch als künstlerischer Leiter legte mit seinem Ensemble eine wunderbar durchbuchstabierte Interpretation des traditionellen grimmschen Märchens in der Bearbeitung von Toni Jacobs vor, die das Geheimnisvolle der Märchenwelt mit kessen Dialogen verband.

Lena Hogekamp in der Hauptrolle war beispielsweise keineswegs ein stilles hilfloses Wässerchen, sondern zeigte immer wieder, dass sie wusste, was sie wollte: Zum Beispiel unbedingt auf dem Ball tanzen, zu dem das Königspaar eingeladen hatte, um ihrem Sohn endlich eine passende künftige Königin zu verpassen – entgegen dem ausdrücklichen Verbot der dauerkeifenden Stiefmutter (Dajana Berkenkopf). Zwar musste Aschenputtel die gehässigen Schikanen ihrer bösen Stiefmutter und derer Töchter Dorothea (Amira Kemperdick) und Drisella (Luzie Berkenkopf) ertragen, war aber stets lösungsorientiert und auch dem Prinzen (Alexander Riedel) gegenüber durchaus nicht auf den Mund gefallen. Der mischte in die traditionelle „Prinzenrolle“ reichlich spätpubertierenden Trotz gegenüber seiner energischen Mutter (Mira Gottfried) und dem permanent frierenden König (Uwe Dahlhaus) und hatte zudem spitzbübischem Spaß an albernen Streichen. Am Ende gab es begeisterten Beifall für das schwungvolle mit viel peppigen Musikstücken von Mutz, Nico Stallmann und Philipp Mancarella angereicherte Stück. Der galt auch den mit viel Spielfreude gespielten Nebenrollen, die dem Ganzen besondere Würze gaben: Sylvie Wester-Stamm als resolute Köchin Frida und Wilma Riedel als ihre handfeste kleine Küchenhilfe Tine.

Karlheinz Stamm war ein wunderbarer steifer Hofmarschall und Leander Kemperdick ein cooler bester Freund des Prinzen.

Wenige Plätze

Für „Aschenputtel und der Prinz“ im Pina-Bausch-Saal des Theater und Konzerthauses gibt es nur noch Restkarten für Sonntag, 18. Dezember, 13 Uhr, Dienstag, 20. Dezember, 12 bzw. 15 Uhr sowie Mittwoch, 21. Dezember, 12 Uhr. Tickets (10 Euro/Kinder: 6,50 Euro) an der Theaterkasse: 02 12/20 48 20 oder online:

theater-solingen.de

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