Bezirksvertretung

Arena Bergisch Land: Mehrheit stoppt die grünen Pläne

Ob und wie am Weyersberg eine Hallen-Arena gebaut werden kann, will der Rat kommenden Woche beschließen. Die Grünen scheiterten in der BV Mitte mit der Forderung zu Vorprüfungen. Archivfoto: Tim Oelbermann
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Ob und wie am Weyersberg eine Hallen-Arena gebaut werden kann, will der Rat kommenden Woche beschließen. Die Grünen scheiterten in der BV Mitte mit der Forderung zu Vorprüfungen.

SPD, CDU und FDP lehnen einen Antrag zur weiteren Prüfungen im Vorfeld der Grundsatzentscheidung ab.

Von Philipp Müller

Solingen. Die sprichwörtliche Tinte unter einem Kompromiss im Ältestenrat des Stadtrats zur Planung der Arena Bergisch Land am Weyersberg war noch nicht trocken, da musste sich dieser in der Bezirksvertretung (BV) Mitte schon bewähren. Erfolgreich: Die Mehrheit von SPD, CDU und FDP lehnte einen Antrag der Fraktion der Grünen in der BV ab, vor der Fassung eines Grundsatzbeschlusses generelle Prüfungen voranzustellen. Lediglich die Linken wussten die Grünen dabei an ihrer Seite. Für die kommende Ratssitzung am 17. Februar setzt Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) auf eine breite Mehrheit für die Arena.

„Das ist kein Startschuss für den Bau der Arena.“

Hans-Eberhard Bisier, SPD

In der von Bezirksbürgermeister Hansjörg Schweikhart (CDU) geleiteten Sitzung begründete zunächst Dietmar Gaida für die Grünen den Antrag. Zunächst zeigte er sich sauer, dass der eigentlich schon Dezember 2021 vorgelegte Grundsatzbeschluss nicht zuvor in der BV vorgelegt worden war. „Wir halten das für eine Missachtung der Bezirksvertretung“, sagte Gaida. Ein Projekt, das 50 eventuell 70 Millionen Euro kosten solle, könne man nicht flott über das Knie brechen.

So sei vor einem Grundsatzbeschluss zu untersuchen, welche Auswirkungen solch eine große Halle – sie ist 20 Meter breit und 100 Meter lang – auf das Klima am Standort Weyersberg habe. Da sei zu fürchten, dass der wichtige Luftaustausch unterbrochen werde. Außerdem habe die Verwaltung vor der Vorlage einer Beschlussfassung zu prüfen, wie es bei einem auch denkbaren Abriss der Klingenhalle mit dem Freizeitsport weitergeht, und, wo die Ersatzfußballplätze entstehen sollen, die für die Arena weichen müssten. Zugleich warf Gaida im Namen der Grünen der Verwaltung vor, für den Grundsatzbeschluss lediglich auf das Gutachten eines Unternehmens zurückzugreifen. Das sei für eine wirtschaftliche Berechnung unzureichend. Die Gutachten zur Bodenuntersuchung, am Weyersberg habe es früher eine Deponie gegeben, seien extrem teuer. Völlig unklar sei, ob der Abriss der Klingenhalle bei gleichzeitigem Erhalt der Schwimmhalle überhaupt machbar sei.

Der im Ältestenrat gefundene Kompromiss will diese Fragen auch untersuchen – nach einem Grundsatzbeschluss, eine solche Halle als Projekt anzugehen. Auf Wunsch der CDU wird auch geprüft, ob die Klingenhalle erhalten werden und so ein neues Stadtquartier am Rande der Innenstadt entstehen kann. Konsequent erklärte Thomas Roth, der die CDU-Fraktion in der BV Mitte allein vertrat: „Wir können den Antrag der Grünen nur ablehnen, da der neue Beschlussvorschlag um die Fragen der CDU erweitert wurde.“

Hans-Eberhard Bisier erklärte zum kommenden Ratsbeschluss: „Das ist kein Startschuss für den Bau der Arena.“ Dieser sei vielmehr als ein umfassender Prüfauftrag zu verstehen, in dem untersucht werde: „Ist das eine Schnapsidee oder macht das Sinn?“

Dietmar Gaida widersprach der Wertung, der Grundsatzbeschluss sei nur ein Prüfauftrag. „Damit werden auch bereits Gesellschaften gegründet.“ Sie sind laut Vorlage notwendig, um zu bauen und die Halle zu betreiben. Die städtische Stadtentwicklungsgesellschaft soll das federführend begleiten. Horst Janke (FDP) warf den Grünen noch „durchsichtige Verzögerungstaktik“ vor.

OB Kurzbach setzt auf eine breite Arena-Mehrheit

Vor der kommenden Ratssitzung erklärte gestern Oberbürgermeister Tim Kurzbach, zur breiten Mehrheit hätten „intensive Gespräche und Verhandlungen zwischen der Rathausspitze und den Fraktionen des Stadtrates in den vergangenen Tagen geführt“. Neben dem Ziel einer Multifunktionsarena, die dem Handball-Bundesligisten Bergischer HC als Heimspielstätte dienen und zudem attraktive Großveranstaltungen ermöglichen soll, seien die Bedürfnisse des Schul-, des Vereins- und des Breitensports im neuen Beschlussvorschlag noch deutlicher gefasst, ergänzte Stadtsprecher Thomas Kraft.

Die Mühe der Kompromissfindung habe sich gelohnt, betonte der OB. Ihm sei von Anfang an klar gewesen, dass dies auch notwendig werden würde. Arena und Umfeld zusammen mit „City 2030“ seien eine große Chance für die Stadtentwicklung. „Jetzt beginnt die Arbeit, denn wir haben einen langen und intensiven Prüfprozess vor uns, um eine fundierte Entscheidungsgrundlage zu schaffen. Die Stadt lädt alle politischen und gesellschaftlichen Kräfte ein, sich daran im Sinne der Chancen für unsere Stadt konstruktiv zu beteiligen.“

Bäume gefällt

Die Verwaltung informierte die Bezirksvertretung Mitte, dass es seit Oktober 2021 an verschiedenen Orten „Gerfahrenbaumfällungen“ gab. Für diese Gewächse soll es zeitnah Ersatzpflanzungen geben.

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