70 Arbeiter, 33 Hämmer und die Arbeitswelt anno dazumal

Hans-Jürgen Schrage erklärte im Industriemuseum unter anderem einen Kohlekessel. Foto: Moritz Alex
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Hans-Jürgen Schrage erklärte im Industriemuseum unter anderem einen Kohlekessel. Foto: Moritz Alex

Im Industriemuseum gab eine Führung Einblick in „Diesel, Dampf & Antriebsriemen“

Von Rainer Lange

„Diesel, Dampf & Antriebsriemen“ – so war ein eindrucksvoller Einblick in die Arbeitswelt vergangener Tag betitelt. Das LVR Industriemuseum Gesenkschmiede Hendrichs hatte als Teil seines Herbstferienprogramms am Sonntagnachmittag zu diesem Thema eine Führung für Kinder und Familien angeboten. Mit gebotenem Abstand konnten neun Personen, darunter drei Kinder das Museum unter fachkundiger Anleitung erkunden.

Ein leicht öliger Geruch lag in der Luft, als die Besucher der Führung von Hans-Jürgen Schrage folgten. Ausgangspunkt war der ursprünglich wichtigste Teil der Fabrik: die Halle mit der Dampfmaschine. Schon hier wurde klar, die Arbeitsbedingungen in der „guten alten Zeit“ waren aus heutiger Sicht unvorstellbar. Zwölf Stunden Kohlen schaufeln, das konnte sich niemand mehr so recht vorstellen. Danach lief die Transmission an: Rotierende Räder und Riemen, die Kraft übertragen, faszinierten große und kleine Betrachter. Die Führung musste wegen der Hygienevorschriften ein wenig angepasst werden. Was wegen der Abstandsregeln nicht vorgeführt werden konnte, hat Schrage durch andere Highlights ersetzt. So lässt er einen der Jungs mithelfen aus Stahlstücken kurze Teile zu schneiden. Damit er keine Namen der Kinder verwechsle, so Schrage, nenne er einfach alle Kids „Peter“.

Eines der Stahlstücke heizt er im Induktionsofen rasch auf mehr als 1000 Grad Celsius auf und lässt den 240 Kilo-Hammer niedersausen. Ein Scherenrohling entstand. Die Kinder durften dann auch an der folgenden Station der Produktion fertig ausgestanzte Rohlinge mitnehmen.

Dort wo mehr als 100 Jahre lang rund 70 Arbeiter an 33 Hämmern und vielen weiteren Maschinen arbeiteten, waren die Kinder des 21. Jahrhunderts nicht gelangweilt. Interessiert folgten Sie dem, was erklärt wurde. Der erfahrene Guide im LVR-Museum setzte dabei auf eine Mischung aus erzählen, anschaulich zeigen und mitmachen lassen.

Das größte Zöppken und die kleinste Schere der Welt

Inmitten rußgeschwärzter Industriegeschichte gab es viel Interessantes zu sehen. Unter anderem beeindruckte das größte Zöppken der Welt - tausendfach größer als das Original. Der achtjährige „Peter“ las allen vor, dass das rund 70 Kilogramm schwere Exemplar im Guinness-Buch der Rekorde stehe. Seinem jüngeren Bruder gefiel jedoch die kleinste Schere der Welt am besten.

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