Umbau der Korkenziehertrasse in Wald

Arbeiten im Rabbasol-Tunnel schreiten voran

Das Unternehmer-Ehepaar Walter Freiberg und Kerstin Sommer-Freiberg ließ den Tunnel vor rund 20 Jahren errichten. Foto: Christian Beier
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Das Unternehmer-Ehepaar Walter Freiberg und Kerstin Sommer-Freiberg ließ den Tunnel vor rund 20 Jahren errichten.

Die Trasse wird in das überregionale Radwegenetz eingeflochten.

Von Timo Lemmer

Wald. Die Umbaumaßnahmen an der Korkenziehertrasse in Wald nehmen Formen an. Sie sollen insbesondere dazu beitragen, die beiden Gefahrenstellen am Ein- und Ausgang des Rabbasol-Tunnels zu entschärfen. Für die Stadt ist das nicht zuletzt deshalb wichtig, weil der Trassen-Abschnitt ab Wald bis zum Ende am Roggenkamp Teil der Veloroute von Düsseldorf-Benrath nach Wuppertal-Vohwinkel wird und die Trasse somit ins überregionale Radwege-Netz eingeflochten wird. Hierbei sind einige fahrradfahrerfreundliche Kriterien zu erfüllen, um Geld vom Land zu erhalten.

Die Arbeiten seien voll im Zeitplan, bestätigt Rathaussprecherin Sabine Rische auf ST-Anfrage: „Die alte Korkenziehertrasse am Ausgang des Rabbasol-Tunnels ist inzwischen abgebrochen und entsorgt. Zurzeit werden Einfriedungs- und Erdarbeiten abgeschlossen.“ Es laufen Vorbereitungen, um bald rund um den 35-Meter-Tunnel den neuen Asphalt aufzutragen. Zum Schluss werden dann noch die Geländer wieder eingebaut. Geplante Fertigstellung der Maßnahmen, zu der auch die alte Brücke Fallerslebenweg gehört: Weihnachten.

Auf die Mehrfachnutzung verweist derweil Kerstin Sommer-Freiberg (56), die Radfahrern auch nach der Abmilderung der Passage dazu rät, abzusteigen: „Es sind eben auch viele Fußgänger unterwegs, Kinder sollten zudem meiner Meinung nach immer frei laufen können. Die Trasse ist nicht nur ein Radweg, das darf man nicht vergessen.“ Mit ihrem Mann Walter Freiberg wohnt sie nicht nur direkt an der Trasse, gemeinsam führen sie auch die Firma Rabbasol.

Dass es nun bei der Tunnel-Lösung bleibt, hat mehrere Gründe

Die zuvor anspruchsvollen Kurven – zumal mit kräftiger Steigung verbunden – werden entschärft, indem sie weniger strikt verlaufen. Ihr Auslaufbereich wurde vergrößert. Zudem wurden die Steigungen ein wenig abgeschwächt und sind nun weniger drastisch. Der Tunnel verläuft weiterhin unter dem Firmengelände des Unternehmens Rabbasol, das als Sponsor des Trassenabschnitts bezeichnet werden kann: Sommer-Freiberg und ihr Mann (67), der Inhaber, ließen während der Baumaßnahmen zu Beginn des Jahrtausends den Tunnel von einer Solinger Firma errichten. Das habe damals rund 120 000 Euro gekostet. Sie schenkten die Unterführung daraufhin der Stadt.

Dass es auch nun bei der Tunnel-Lösung bleibt, hat mehrere Gründe, wie die Rabbasol-Chefs unterstreichen. So hatte es auch in einem Leserbrief an das Solinger Tageblatt deutliche Kritik eines Nutzers daran gegeben, dass die Trassenführung weiterhin nicht durchgehend oberirdisch und ebenerdig verläuft. „Ohne den Tunnel und die Grundstücksfläche, die war damals abgegeben haben, müsste die Trasse komplett umgeleitet und über die Straße geführt werden.“

Der Sieben-Mann-Betrieb am Fallerslebenweg produziert weiterhin Reinigungsmittel, schwere Transporter rangieren und fahren auf dem Firmengelände: Über dieses habe man die Trasse daher auch weiterhin nicht führen können. Der Tunnel und das geschäftige Treiben auf dem Betriebshof sorgen derweil auch dafür, dass zwei Kurven gebaut werden mussten: „Logistisch war und ist das nicht anders möglich. Wir brauchen die Schleppkurve auf dem Firmengelände für LKW.“ Einige alte Bahnwaggons und Container, die Rabbasol als Lagerräume nutzt, und die von außen einsichtig sind, sollen bald verschönert werden.

Die Eheleute Freiberg traten bei der neuerlichen Baumaßnahme abermals als Sponsoren auf. Ihr Privatgrundstück samt Wohnhaus grenzt an die erste, steile Kurve – aus Wald Richtung Gräfrath betrachtet – und hier haben sie bereits viele Unfälle beobachtet. „Damit die Kurve geweitet werden konnte, haben wir ein Stück Grundstück abgegeben.“ Das Stück des Vorgartens war wieder eine Schenkung. Zudem kaufte die Stadt ein Grundstücksteil aus privater Hand für den Umbau.

Dass es trotzdem kurvig bleibt, erklärt Walter Freiberg mit Humor: „Auf einer Trasse, die Korkenziehertrasse heißt, muss auch mal eine Kurve sein.“ Die Eheleute haben es nie bereut, die Trasse direkt am Firmen- und Privatgrundstück unterstützt zu haben. Kerstin Sommer-Freiberg: „Ich finde die Trasse toll. Dass sie derart angenommen wird, habe ich damals nicht gedacht. Gerade wie zuletzt an einem sonnigen Sonntag steppt hier der Bär. Aber das stört uns überhaupt nicht.“

Fallerslebenweg

Baumaßnahme: Neben den Arbeiten an der Trasse wurde auch an der alten Brücke Fallerslebenweg gearbeitet. Sie ist inzwischen verschwunden. Sabine Rische, Pressereferentin der Stadt, sagt, dass die Arbeiten im Zeitplan liegen. Der aktuelle Stand: „Die Widerlager werden noch teilweise abgebrochen, außerdem muss die Böschung geebnet und profiliert werden.“

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