Wilhelm-Hartschen-Schule

Arbeit mit Kindern war immer Herzenssache

Für die neue Sporthalle (im Hintergrund) an der Wilhelm-Hartschen-Schule hat Joachim Cerekwicki lange gekämpft. Foto: Christian Beier
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Für die neue Sporthalle (im Hintergrund) an der Wilhelm-Hartschen-Schule hat Joachim Cerekwicki lange gekämpft.

Nach 28 Jahren an der Wilhelm-Hartschen-Schule geht Schulleiter Joachim Cerekwicki in Ruhestand. Ingrid Lebeck wird Nachfolgerin.

Von Simone Theyßen-Speich

Einen Clown hat Joachim Cerekwicki für den kommenden Donnerstag bestellt. Das ist sein Abschiedsgeschenk an die Schüler. Nach 28 Jahren an der Wilhelm-Hartschen-Schule, 27 davon als Schulleiter, geht der 63-Jährige in den Ruhestand. Am Freitag ist sein letzter Arbeitstag an der Liebigstraße.

Sein Fazit: „Ich habe die Arbeit immer gerne gemacht.“ Schulleiter zu sein, war für ihn Herzenssache. Dabei war die Zeit, seit er am 1. September 1988 seine Arbeit an der Förderschule in Wald begonnen hat, auch ein ständiger Kampf. „Hartnäckig muss man sein“, skizziert Joachim Cerekwicki eine wichtige Eigenschaft.

Für die Sporthalle der Förderschule hat er elf Jahre lang gekämpft, bevor sie 2013 im Rahmen des damaligen Konjunkturpaketes II gebaut wurde. „Die alte Halle hatte 113 Quadratmeter. Da konnte man sich kaum drin bewegen“, erinnert er sich. Und der Werkunterricht habe anfangs in einem Kellerraum stattgefunden, in dem die Kinder teilweise hinter Säulen saßen. „Da hat sich zum Glück schon viel geändert“, betont Cerekwicki und ergänzt lachend, „ich war damals mit 37 Jahren jüngster Schulleiter und für die Verantwortlichen wohl ziemlich anstrengend.“

Pavillons werden neu gebaut

Erreicht hat er seitdem für seine Schule und die Schüler viel. Auch der lange Streit um die Pavillons, die kurz nach dem Bau 2013 schon schimmelig und nicht zu nutzen waren, hat jetzt ein gutes Ende gefunden. „Die Pavillons werden abgerissen und neu gebaut“, freut sich der scheidende Schulleiter.

Denn der Raumbedarf an der Förderschule ist weiterhin groß. Waren es 1990 noch 98 Schüler, so besuchen heute 160 Kinder die Schule. „Viele Eltern erkennen, dass bei der Inklusion an Regelschulen unsere Kinder nicht ausreichend gefördert werden können“, erklärt Cerekwicki. Die Schule wird auch von vielen schwer und mehrfach behinderten Kindern besucht. Hier sei nicht ein Schulabschluss, sondern die Hinführung zu größtmöglicher Selbstständigkeit das Schulziel. „Problematisch ist es deshalb, dass derzeit von den 22 Bufdi-Stellen (Bundesfreiwilligendienst) nur fünf besetzt sind“, bedauert der Schulleiter. Auch fünf Lehrerstellen seien noch frei – Herausforderungen für die neue Schulleiterin Ingrid Lebeck, die derzeit Konrektorin ist.

Cerekwicki würde sich für seine Schüler auch noch bessere Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt wünschen. „Einzelne Schüler können wir vermitteln, aber das ist sehr zäh. Viele Arbeitgeber scheuen davor zurück, Förderschüler einzustellen.“

Für seinen Ruhestand hat der Pädagoge konkrete Pläne. Schon im Sommer ist er nach Heinsberg umgezogen, wo seine Frau als Förderschullehrerin tätig ist. Dann hat er auch wieder mehr Zeit für die Familie und die fünf erwachsenen Töchter. Zudem möchte Cerekwicki Italienisch lernen, E-Bike fahren und seine Kochkünste verbessern. Auch Gitarre wird er wieder öfter spielen. Als E-Gitarrist in der Hinkelstein-Band der Schule wird er weiter spielen – ein guter Grund alle zwei Wochen zur Probe nach Solingen zu kommen. Von den Kollegen verabschiedet sich der gebürtige Dortmunder nach Dortmunder Art: mit einem Pommeswagen auf dem Schulhof.

WILHELM-HARTSCHEN-SCHULE

AKTUELL Die Förderschule für geistige Entwicklung wird derzeit von 160 Schülern besucht. Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 18 Jahren werden von der Vorstufe bis zur Berufspraxisstufe unterrichtet. Sie ist die einzige Förderschule mit diesem Schwerpunkt in Solingen.

PÄDAGOGEN An der Wilhelm-Hartschen-Schule arbeiten aktuell 49 Lehrer und drei Therapeuten. Sie werden unterstützt von Integrationshelfern, Einzelfallhelfern und Jugendlichen im Bundesfreiwilligendienst. Weitere sogenannten Bufdis werden an der Schule dringend benötigt.

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