Ein Jahr Corona in Solingen

April: Schon gibt es wieder Lockerungen

Öffnung in vielen Bereichen, aber überall gelten strenge Regeln. Solche Schilder gehören seit April/Mai 2020 zu unserem Alltag.
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Öffnung in vielen Bereichen, aber überall gelten strenge Regeln. Solche Schilder gehören seit April/Mai 2020 zu unserem Alltag.

Das Virus trifft auch die Wirtschaft und den Arbeitsmarkt im Bergischen.

Solingen. Wie sehr das Virus die Wirtschaft trifft, wird bereits Anfang April klar: Im Bergischen Städtedreieck haben rund 5700 Betriebe Kurzarbeit angezeigt. Ende des Monats zeigt sich: 40 Prozent der Angestellten in Solingen sind in Kurzarbeit. Am 2. April melden Polizei und Ordnungsamt bislang 67 Ordnungswidrigkeiten – dabei geht es in den meisten Fällen um Verstöße gegen das Kontaktverbot. Auch Kriminelle nutzen das Virus schnell und arbeiten mit einer modifizierten Version des Enkeltricks.

7. April: Mit einem dreistufigen Ausbauplan reagiert der Krisenstab auf die Ausbreitung des Coronavirus. Die Zahl der Intensivbetten in den drei Solinger Kliniken wird verdoppelt. Zudem sollen 300 Betten für die stationäre Versorgung von Patienten mit Covid-19 bereitgehalten werden. Schon jetzt gebe es schwere Verläufe, berichtet Prof. Dr. Winfried J. Randerath, Chefarzt in Bethanien. Am 8. April wird der erste Solinger Todesfall bekannt – ein 84-Jähriger ist gestorben.

Am Gründonnerstag, 9. April, berichten wir über Ambulanzen, die leerer sind als sonst. Niedergelassene Praxen und Krankenhäuser sorgen sich um die Verschleppung anderer Krankheiten. An Ostern wird viel kontrolliert, Beamte von Polizei und Ordnungsamt sind rund um die Uhr im Einsatz. Die Stadt spricht von einem disziplinierten Verhalten der Solinger.

Etwa 15 Prozent aller mit dem Sars-CoV-2-Virus Infizierten erkranken ernsthaft, mindestens fünf Prozent erleiden lebensbedrohliche Komplikationen. Die Infektion ist eine große Belastung für den Körper, schreibt Prof. Randerath, Chefarzt der Lungenfachklinik Bethanien, am 16. April in einem ST-Gastbeitrag.

In der Corona-Krise erleben viele Hofläden einen Ansturm auf ihre Produkte. Die Bereitschaft, Blut zu spenden, steigt.

Eine Projektgruppe mit Fachleuten des Rathauses arbeitet an einer Strategie für die allmähliche Rückkehr zu einem „normaleren öffentlichen Leben“. Am 20. April öffnen die Geschäfte wieder, zunächst nur jene unter 800 Quadratmetern Verkaufsfläche. Der Rest folgt eine Woche später – allerdings begrenzt auf 800 Quadratmeter. Am 23. April geht es vor allem für Schüler von Abschlussklassen wieder in die Schule. Tags zuvor wird eine bundesweite Maskenpflicht für den ÖPNV und beim Einkauf beschlossen.

Wenn mittwochs die Ministerpräsidenten etwas verkünden, passiert erst mal nichts.

Jan Welzel, Rechtsdezernent

Bereits am 27. April thematisiert Rechtsdezernent Jan Welzel (CDU) im Interview mit dem ST, was noch für größere Probleme sorgen wird. Auf die Frage „Wo hakt es bei den Verordnungen des Landes in der Umsetzung vor Ort?“ stellt Welzel fest: „Richtig schlecht sind die Zeitabschnitte: Wenn mittwochs die Ministerpräsidenten etwas verkünden, passiert erst mal nichts. Wenn wir dann Glück haben, liegen freitagnachmittags die Verordnungen vor. Dazwischen diskutieren die Menschen fleißig und fragen uns, und wir können nicht präzise antworten. Mit jeder Stellungnahme des Ministerpräsidenten oder eines Ministers mit der Ankündigung neuer Regeln sollten diese auch vor Ort vorliegen.“

Weitere Schlagzeilen: 28. April: Die Kette der helfenden Hände hilft im Kampf gegen Corona und spendet medizinische Geräte an die drei Solinger Kliniken / Der Immobilienmarkt trotzt der Krise / Nach der Einführung der Maskenpflicht erklärt das ST, wo es in Solingen Masken zu kaufen gibt. 30. April: Solingens Kämmerer Ralf Weeke rechnet mit einem coronabedingten Defizit von 40 Millionen Euro im Haushalt / Bis zum 1. Juni zeigt die Cobra täglich auf dem Parkplatz am Weyersberg einen Film – in einem Autokino.

Hier finden Sie alle Artikel zu unserer Spezialseite „Ein Jahr Corona in Solingen“:

März 2020: Das Coronavirus erreicht Solingen

Sommer 2020: Solingen hat die meisten Neuinfektionen in NRW – mit einer Inzidenz von 26,88

September 2020: Viele Fälle bei Reiserückkehrern

November 2020: Die Zahlen steigen rasant, der „Solinger Weg“ wird gestoppt

Dezember 2020: Inzidenzwert nähert sich 300

ab Januar 2021: Fälle gehen zurück, Mutationen nehmen zu

Unser Live-Blog ist seit Beginn der Pandemie aktuell. Hier finden Sie die neuesten Informationen zu Entwicklungen rund um das Coronavirus in Solingen.

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