Verlängerte und schwierigere Rettungswege

Anwohner kritisieren Sperrung des Bahnübergangs Schnittert

Joachim Junker wohnt in der Hofschaft Schnittert. Foto: Christian Beier
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Joachim Junker wohnt in der Hofschaft Schnittert.

Der Bahnübergang Schnittert war wegen eines Unfalles eine Woche lang nicht nutzbar.

Von Katharina Birkenbeul

Solingen. Nach der Entgleisung einer historischen Lok war der Bahnübergang nach Schnittert eine Woche lang gesperrt. Für die Anwohner der Hofschaft in Ohligs bedeutete dies einen Umweg von ein paar Metern – und das über einen steilen Berg. „Motorisiert ist das erträglich, zu Fuß hingegen ist es problematisch, leichten Weges aus der Hofschaft zu kommen“, erklärt Joachim Junker, der in Schnittert wohnt. Obwohl er selbst über ein Auto verfüge, sei die Situation nicht schön gewesen. „Ich finde das so nicht vertretbar“, betont auch Anwohner Ernst Greiser, der bereits seit 57 Jahren dort wohnt.

„Motorisiert ist das erträglich, zu Fuß hingegen ist es problematisch.“ 

Anwohner Joachim Junker

Um in die verwinkelte Hofschaft Schnittert zu gelangen, gibt es normalerweise zwei Möglichkeiten. Die eine Strecke führt vom Caspersbroicher Weg über den Bahnübergang. Der andere über die Straße Keusenhof. Letzterer ist jedoch recht steil und zudem noch einspurig. „Wenn einem dort ein Auto entgegenkommt, muss man unter Umständen einen langen Weg rückwärts zurücklegen. Das traut sich nicht jeder zu“, beschreibt Cerstin Tschirner, die ebenfalls in Schnittert wohnt, die Gegebenheiten. Zudem sei die zweite Ausfahrt eigentlich von Montag bis Samstag jeweils von 6 bis 18 Uhr gesperrt, weil dort ein neues Haus gebaut wird. „Diese Sperrung wurde aber sofort nach dem Bahnunfall aufgehoben“, sagt Cerstin Tschirner. Tschirner ist froh, dass die Sperrung in die Zeit der Aktion Stadtradeln fiel. „Ich war deshalb viel mit dem Fahrrad unterwegs und konnte so einen kleinen Wanderweg nutzen, der zum Bahnübergang in Wilzhausen führt“, sagt sie. Allerdings sei der nicht für alle Anwohner nutzbar. „Hier wohnen viele ältere Leute. Und mit einem Einkaufstrolli kann der geschotterte Weg nicht genutzt werden, der Umweg ist aber auch zu weit.“

Die Lösung, den Bahnübergang für Fußgänger und Radfahrer trotzdem zu öffnen, hätte sie deshalb für angemessener gehalten. „So war es auch, als der Bahnübergang wegen Bauarbeiten gesperrt war.“ Dann seien die Gleise rechts und links mit Flatterband abgetrennt gewesen und ein Posten ließ die Fußgänger passieren.

Sorgen machten sich die Anwohner auch über den verlängerten und schwierigeren Rettungswege. „Noch schlimmer, als dass man nicht einkaufen kann, sind die erschwerten Rettungswege“, betont Ernst Greiser. Diese Sorge kann Ralf Seidel, Sachgebietsleiter Einsatzplanung bei der Feuerwehr, allerdings nehmen. „Die Kräfte werden bei uns immer taktisch aufgeteilt. Wir nutzen für Schnittert sowieso immer beide Wege – über Caspersbroich und Keusenhof – bei einem Rettungseinsatz. Ist die Bahnschranke am Übergang offen, ist das der schnellere Weg. Ist er geschlossen, weil der Zug kommt, ist der andere Weg der schnellere“, erklärt er.

Möglich sei das, weil der Einsatz einer Drehleiter und damit eines großen Autos in Schnittert nicht notwendig ist. Aufgrund der geringen Höhe der Häuser dort reiche auch eine tragbare Leiter.

Beschwerden

Aufgrund der Sperrung des Bahnüberganges sind bei der Stadt Beschwerden eingegangen. „Sie richteten sich darauf, dass die Sperrung auch für Fußgänger galt und sie deshalb einen Umweg laufen mussten. Außerdem seien Pakete nicht zugestellt worden, weil Paketdienste die Umfahrung nicht kannten“, erklärt Stadtsprecherin Sabine Rische. Die Beschwerden wurden an die Deutsche Bahn weitergeleitet.

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