Besondere Behandlung

Angstpatienten können sich unter Vollnarkose Zähne ziehen lassen

Zahnarzt Raphael Werz behandelt Patienten bei Bedarf unter Vollnarkose. Foto: Anja Kriskofski
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Zahnarzt Raphael Werz behandelt Patienten bei Bedarf unter Vollnarkose.

Weitere Solinger Zahnarztpraxis bietet besondere Behandlung an.

Von Anja Kriskofski

Solingen. Mit Raphael Werz bietet ein weiterer Solinger Zahnarzt Zahnbehandlungen unter Vollnarkose an. „Wir haben immer wieder Anfragen von Patienten bekommen, ob wir das machen. Die Nachfrage ist groß“, erklärt er. Im Blick hat Werz dabei vor allem Angstpatienten sowie kleine Kinder, für die eine Zahnbehandlung ohne Vollnarkose traumatisierend sein könnte.

„Wir haben Kleinkinder in Behandlung, die nur noch schwarze Stumpen im Mund haben.“ In solchen Fällen müssten bereits Milchzähne gezogen werden. „Wenn wir sie in Vollnarkose behandeln, können sie sich später oft nicht daran erinnern.“ Bei erwachsenen Patienten, die eine panische Angst vor Zahnarztbehandlungen haben, könnten unter Anästhesie Zähne gezogen oder Brücken eingesetzt werden, nennt Werz Beispiele. „Wenn die Angst durch ein psychiatrisches oder psychologisches Gutachten belegt ist, übernimmt die Krankenkasse auch die Kosten für die Vollnarkose.“

Bislang habe er solche Fälle zum Teil bis in die Düsseldorfer Uniklinik schicken müssen. „Das sollte nicht sein.“ Deshalb biete er die wohnortnahe Versorgung nun in seiner Praxis in der Innenstadt an. Die Narkose übernimmt der Anästhesist Bernd Gerretz, der vor dem Termin ein Aufklärungsgespräch führe. Nach der Behandlung und dem Aufwachen unter Beobachtung können die Patienten in Begleitung nach Hause gehen.

Auch der Ohligser Zahnarzt Dr. Dr. Teut-Kristofer Rust behandelt seit Jahren Patienten wenn nötig unter Vollnarkose. Jährlich seien das rund 90 Behandlungen. „Wenn jemand eine massive Angst vor der Behandlung hat, ist das sinnvoll.“ Auch bei Kindern sei das vollkommen gerechtfertigt. Bei Minderjährigen bis zum zwölften Lebensjahr, bei Menschen mit einer körperlichen oder geistigen Behinderung und bei Patienten mit einer pathologischen Angst vor der Behandlung übernehme die Krankenkasse die Kosten für die Vollnarkose. „Letztere versuchen wir zu motivieren, ihre Angst mit einem Verhaltenstherapeuten anzugehen. Wir haben etliche, die schnell soweit sind, dass sie sich mit lokaler Betäubung behandeln lassen.“

Risiko einer Vollnarkose nicht unterschätzen

Denn das Risiko einer Vollnarkose dürfe man nicht unterschätzen, so Rust. „Wir können nicht für jede Füllung eine Vollnarkose machen.“ Er habe sogar schon Anfragen gehabt, einen Patienten für eine professionelle Zahnreinigung in den Schlaf zu legen. „Das lehnen wir allerdings aus medizinischer Verantwortung ab.“

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