Im Gericht verhaftet

Ehefrau im Streit mit heißem Wasser überschüttet

Prozess im Landgericht Wuppertal.
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Prozess im Landgericht Wuppertal.

In einem Prozess um einen schweren Angriff mit heißem Wasser in einer Wohnung in Gräfrath hat das Landgericht Wuppertal das weiter nicht rechtskräftige Urteil des Amtsgerichts Solingen bestätigt.

Von Dirk Lotze

Solingen. Der angeklagte Mann (44) hat im laufenden Prozess erstmals gestanden, in Wut seine Frau absichtlich mit dem Inhalt eines Wasserkochers überschüttet zu haben.

In seine Freiheitsstrafe von zwei Jahren ist ein weiteres Urteil wegen einer anderen Tat eingerechnet – Bewährung erhält er nicht. Das Gericht nahm den Mann am Ende der Sitzung wegen Fluchtgefahr in Haft: Er ist an seiner neuen Adresse nicht gemeldet und sein Aufenthalt als Ausländer ist ungeklärt. Er hatte dazu widersprüchliche Angaben gemacht, die sich sämtlich als falsch erwiesen haben.

Laut Geständnis hatte das Paar im November 2020 in seiner Wohnung gestritten, die es mit drei Kindern im Jugendlichen- und Erwachsenenalter bewohnte. Thema der Auseinandersetzung sei gewesen, dass der Angeklagte ein Verhältnis der Frau zu einem anderen Mann vermutete. Als sie in einem Kocher Wasser für Kaffee erhitzt hatte, habe er das Gerät genommen, ihr den Inhalt entgegen geschüttet und sie an Oberkörper und Armen getroffen.

Die Frau flüchtete verletzt und in Schlafkleidung aus der Wohnung. Sie rettete sich aus dem achten Stock bis vor das Haus, auf die gegenüberliegende Straßenseite und in einen Friseursalon. Dort soll der Mann weiter wutentbrannt aufgelaufen sein. Laut Zeugen verschaffte er sich über ein Fenster der Teeküche Einlass zum Geschäft. Die Frau habe panisch nach der Polizei gerufen. Er habe sie gepackt, lautstark gefordert „Die Schlampe soll rauskommen!“, und sie an den Haaren vor die Tür gezerrt. Schließlich erschienen Rettungsdienst und Polizei. Die Frau kam in eine Spezialklinik für Brandverletzte. Laut Ärzten wird sie weiter unter Narben zu leiden haben. Noch während des Einsatzes vor Ort soll der Angeklagte verkündet haben: Er könne mit seiner Frau machen, was er wolle.

Der Mann ist arbeitsloser LKW-Fahrer und nicht vorbestraft. Im Prozess gab er anfangs an, die Frau habe durch ein Missgeschick den Kocher umgestoßen, er habe ihr helfen wollen, weil sie verletzt war. Das Amtsgericht verwarf das anhand der Aussagen über den Ablauf am Friseurladen ebenso wie wegen des Verletzungsbildes bei der Frau. Dazu kam, dass der Mann nicht verbrüht worden war. Die Verletzte wiederum hatte ihn in ihrer Aussage vergeblich überwiegend entlastet.

Ehefrau blieb eine weitere Aussage erspart

Im Landgericht verdeutlichte der Vorsitzende Richter dem Mann die Beweislage – und erhielt ein Geständnis. Damit blieb der Frau eine weitere Aussage erspart. Die Bitte des Mannes um Entschuldigung nahm sie an. Der Angeklagte kann erneut Rechtsmittel einlegen. Er ist nordmazedonischer Staatsbürger und muss mit Abschiebung rechnen.

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