Prozess

Angeklagter bestreitet Vergewaltigung

48-jähriger Solinger soll 84-Jährige in einem Pflegeheim in Mitte im Intimbereich verletzt haben.

Von Dirk Lotze

Die mutmaßliche Tat entsetzt: Ein 48 Jahre alter Angeklagter aus Solingen soll eine hilflose, 84-jährige Seniorin vergewaltigt haben. Laut Anklage drang er dazu am 27. Mai 2018 nachts in ein Pflegeheim in der Innenstadt ein. Fahnder ermittelten den Mann anhand einer DNA-Spur. Zum Prozessbeginn am Montag erklärte er: „Ich war nie da. Ich habe das Haus nie gesehen.“ Falls das Gericht ihn verurteilt, muss der Mann aufgrund von Vorstrafen damit rechnen, dass die Richter Sicherungsverwahrung zum Schutz der Allgemeinheit prüfen.

Der Staatsanwaltschaft zufolge schlich sich der 48-Jährige am Nachtdienst des Hauses vorbei bis in das Zimmer seines Opfers und ihres gebrechlichen, älteren Ehemanns. Der Angeklagte habe sich in ihrem Pflegebett an ihr vergangen. Dabei habe er sie im Intimbereich verletzt. Schließlich sei er geflohen.

Eine Pflegerin sagte vor Gericht aus, sie habe Spuren am folgenden Morgen entdeckt: „Die Frau lag anders als sonst. Und an einem Kissen war Schmutz.“ Sie habe einen weiteren Pfleger hinzugezogen und dann den Ehemann befragt. „Der hat mich erst nicht ernst genommen. Ich habe gesagt: Doch, ich muss das wissen. Hatten Sie Sex mit Ihrer Frau?“ Er habe geantwortet, wie er das denn gemacht haben soll.

Eine Polizistin des Präsidiums sagte, der Ehemann sei für sie als Verdächtiger schnell ausgeschieden: „Das passte nicht.“ Der Senior habe einen Mann in Alltagskleidung beschrieben, der in der Nacht im Zimmer gewesen sei. Ein Nachtwächter, habe er gedacht.

Die Tür des Hauses war offenbar defekt

Eine Nachtpflegerin berichtete, sie habe die Frau zuletzt gegen 3 Uhr versorgt. Bei einer weiteren Kontrolle hätten beide geschlafen. Das Fenster sei geschlossen gewesen. Die Tür des Hauses sei allerdings defekt gewesen: Nach heißen Tagen habe die Schiebetür nicht völlig geschlossen. Inzwischen sei das behoben.

Laut Gericht identifizierten Ermittler den Angeklagten anhand von Spuren, die ein Arzt sicherte. Die DNA sei gespeichert gewesen. Der Gelegenheitsarbeiter habe kaum 400 Meter vom mutmaßlichen Tatort entfernt gewohnt.

Der Angeklagte forderte dazu ein neues Gutachten. Der Richter verdeutlichte ihm: „Wenn man jemanden mit der gleichen DNA suchen will, dann reicht die ganze Weltbevölkerung nicht aus. Dann muss man die hypothetischen Bewohner vom Mars noch dazunehmen.“ Die Antwort: Vielleicht wäre es ja ein Zwillingsbruder. Der Richter fuhr dazwischen: „Haben Sie denn einen Zwilling?“ Nein, sagte der 48-Jährige.

Das Gericht will am morgigen Mittwoch Zeugen aus dem Umfeld des Angeklagten hören.

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