Bezirksvertretung

Amphibienschutz: Stadt will Hohlenpuhler Weg im Herbst sperren

Der Hohlenpuhler Weg soll im Herbst für Autos und Radfahrer gesperrt werden. Foto: Christian Beier
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Der Hohlenpuhler Weg soll im Herbst für Autos und Radfahrer gesperrt werden.

Bezirksvertretung verschiebt Entscheidung.

Solingen. Seit 1991 wird im Frühjahr der Hohlenpuhler Weg zwischen Rüden und Wipperaue für den Amphibienschutz gesperrt. Die Verwaltung scheiterte jetzt mit einem Antrag in der Bezirksvertretung Burg/Höhscheid, diese Sperrung auch im Herbst für weitere sechs Wochen vornehmen zu dürfen. Die Verwaltung solle die Eingaben der Anwohner und Naturschützer nochmals genau prüfen und mit den Anwohnern das Gespräch suchen, gab Bezirksbürgermeister Paul Westeppe (CDU) der Verwaltung mit auf den Weg.

Westeppes Vorgänger, der Sozialdemokrat Axel Birkenbeul, riet dem Stadtdienst Natur und Umwelt dazu, einen Blick nach Remscheid zu werfen. Dort wurde an der Rader Straße gerade eine große Lösung mit erheblicher Förderung durch die EU umgesetzt: Es wurden Tunnel für Amphibien unter der Straße gebaut.

In der vergangenen Sitzung hatte Marita Klause von der Unteren Naturschutzbehörde der Stadt Solingen den Antrag auf die Sperrung im Herbst mit dem Schutz des Feuersalamanders begründet. Der nutze im Herbst das Gebiet zur Futtersuche, bevor er sein Winterquartier aufsuche. Der Salamander gilt wegen der Verbreitung einer für ihn tödlichen Hautpilz-Erkrankung als besonders schützenswert. Die Sperrung solle nicht nur für Autofahrer gelten, sondern auch für Radfahrer. Gerade wenn diese in Gruppen führen, könnten sie den Amphibien nicht ausweichen. Bürger und ehrenamtliche Naturschützer hätten der Stadt berichtet, dass es seit 2018 auf dem Hohlenpuhler Weg im Herbst immer wieder zu Unfällen käme, bei denen die Feuersalamander überfahren werden, hatte die Verwaltung in ihrem Antrag erklärt.

Solingen: Anwohner verweisen auf großen Umweg bei Sperrungen

Anwohner, die in der Sitzung der Bezirksvertretung gehört wurden, bezweifelten die Dimension des Problems und erinnerten daran, dass der Umweg über Widdert für sie und Gäste in Rüden zehn Minuten Zeitverlust bedeutet. Der Weg aus Rüden gilt als schnellster Weg Richtung Aufderhöhe.

Marita Klause nahm auch diese Bedenken mit in die nächste Runde der Betrachtungen bei der Stadt. Tunnel für Amphibien seien grundsätzlich gut und bereits an der Haasenmühle im Einsatz. Für den kompletten Hohlenpuhler Weg sei das aber schwierig. Denn nicht alle Grundstücke dort würden sich im Besitz der Stadt befinden.

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