Weltweit Kontakte knüpfen

Amateurfunker wollen Scheu vor dem Mikro nehmen

Johanna Bäcker übt sich an den Geräten von Thomas Pommerenke, dem Vorsitzenden der Solinger Amateurfunker, um später einmal selbst ein Rufzeichen zu haben. Foto: Thomas Pommerenke
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Johanna Bäcker übt sich an den Geräten von Thomas Pommerenke, dem Vorsitzenden der Solinger Amateurfunker, um später einmal selbst ein Rufzeichen zu haben.

Wer keine Lizenz hat, darf nicht funken – ausprobieren können sich Interessierte allerdings seit Kurzem bei Thomas Pommerenke.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Solingen. Zuhause können Johanna und Arnd Bäcker nur hören, nicht selbst funken. Das Paar macht derzeit eine Ausbildung zum Funk-Amateur und besucht regelmäßig Online-Schulungen, um sich die nötige Theorie für die Prüfung vor der Bundesnetzagentur anzueignen, um anschließend mit Menschen in der ganzen Welt zu kommunizieren und an Geräte zu tüfteln. Das Ziel: ein eigenes Rufzeichen.

„Präsenz-Veranstaltungen gibt es seit Beginn der Pandemie nicht mehr“, sagt Arnd Bäcker, der mit seiner Frau beim letzten Zöppkesmarkt 2019, wo die Solinger Amateurfunker einen Stand betrieben, zu der technikbegeisterten Truppe gestoßen ist. Es sei ganz schön anstrengend, dem umfangreichen Stoff in einem digitalen Format zu folgen, aber trotzdem spannend, sagen beide wie aus einem Mund, geben aber zu, dass „das ohne Vorwissen nicht machbar ist“.

Das sei bei den Beiden jedoch vorhanden: Die Chemie-Ingenieurin und der studierte Elektrotechniker machen beim Amateurfunken ihr wissenschaftliches „Tüftel-Interesse“ zum Hobby. Um parallel zur Theorie auch praktische Erfahrungen beim Funken zu sammeln, finden sie sich derzeit regelmäßig bei Thomas Pommerenke, dem Vorsitzenden der Solinger Amateurfunker ein.

Er hat in seinem Privathaus eine Funkstation eingerichtet- und nun zusätzlich zu seinem Rufzeichen DG2EKJ seit Ende August das Ausbilde-Rufzeichen DN2EKJ von der Bundesnetzagentur erhalten. Damit darf er Auszubildende funken lassen, damit diese beispielsweise die Scheu vor dem Mikrofon ablegen. Auch seien Interessierte eingeladen, das Amateurfunken auszuprobieren. „Das ist wie bei der Fahrschule, da muss man auch am Steuer sitzen, um die Praxis zu lernen. Beim Funken muss man statt mit Gas und Bremse eben mit Mikro und Empfängern umgehen, um immer sicherer zu werden“, sagt Johanna Bäcker.

„Man weiß selten, wen man auf den Frequenzen antrifft, kommuniziert mit bis dato Unbekannten, die aber alle buchstäblich auf der gleichen Welle liegen.“

Johanna Bäcker fasziniert die Welt der Amateurfunker

Für sie ist das Funken und die Möglichkeit, damit weltweit Kontakte zu knüpfen, ungemein faszinierend – „Man weiß selten, wen man auf den Frequenzen antrifft, sich gezielt zu verabreden ist schwer, dafür kommuniziert man laufend mit bis dato Unbekannten, die aber alle buchstäblich auf der gleichen Welle liegen“, erklärt sie ihre Begeisterung.

Eine Passion, die die gut 40 Mitglieder der Solinger Amateurfunker gerne verstärkt in die junge Generation hineintragen würden. Aber dafür bedarf es neben der nun vorhandenen Ausbilde-Lizenz eines festen Club-Zuhauses, das als Anlauf-Ort dienen könnte. Ein Anliegen, dass Thomas Pommerenke als Vereinsvorsitzenden schon länger verfolgt, bisher ohne vorzeigbaren Erfolg. Es gebe ein paar Ideen, sagt er „Die Corona-Zeit war natürlich für dergleichen nicht förderlich.“

Selbst schon als Schüler elektrotechnisch interessiert, möchte Pommerenke Technik-Freaks der jungen Generation in Solingen aufspüren und für das Funker-Hobby begeistern. Ein Freak nämlich müsse man schon sein: „Wir bauen als Funker unsere Geräte selbst, denn für den individuellen Bedarf jedes einzelnen gibt es eben keine Konfektionslösung zu kaufen“. Nicht den Kommunikations-„Konsum“ von Whatsapp und Facebook fördern, sondern Spaß an elektrotechnischem Wissen haben: Das sei es, was das Amateurfunken ausmache.

Kontakt

Wer noch mehr über den Amateurfunk und die passende Ausbildung erfahren möchte, kann sich bei Thomas Pommerenke, Vorsitzender des Ortsverbands Solingen R14 im Deutschen Amateur-Radio-Club, sowohl telefonisch unter Tel. (01 77) 6 53 80 71 als auch per E-Mail melden.

dg2ekj@darc.de

www.darc.de

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