Karneval

Altweiber: Krieg trübt die Feierlaune

Obwohl die tragischen Ereignisse in der Ukraine natürlich das karnevalistische Treiben überschatteten, hatte wenigstens die Kindergarde der KG Rot-Weiß Klingenstädterin der Ohligser Fußgängerzone ihren Spaß und zeigte ihr Können. Fotos: Michael Schütz
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Obwohl die tragischen Ereignisse in der Ukraine natürlich das karnevalistische Treiben überschatteten, hatte wenigstens die Kindergarde der KG Rot-Weiß Klingenstädterin der Ohligser Fußgängerzone ihren Spaß und zeigte ihr Können.

Narren schicken für Joachim Junker ein dreifaches Lot jonn in den Himmel.

Von Tanja Alandt

Solingen. Obwohl sich die Situation in der Ukraine immer mehr zuspitzte, hatte wohl kaum jemand mit derart schlimmen Nachrichten wie am Donnerstag gerechnet. Dementsprechend war die Stimmung an Altweiber auf der Düsseldorfer Straße in Ohligs. DJ Becker zählte zwar den Countdown für ein Solig lot jonn um 11 Uhr 11 herunter und legte fröhliche Karnevalsmusik auf. Doch unbeschwert waren eigentlich nur die Kinder.

Auch im Birkenweiher ging es trotz allem jeck zu, wie diese Närrinnen in Ringel-Look und Leo-Print bewiesen.

„Wir sind mit einem ganz schlechten Gewissen hier und können uns nicht freuen, wenn woanders geschossen wird. Wir können aber auch nicht zu Hause auf der Couch Trübsal blasen. Der Einzelne kann nichts tun, es ist traurig genug. Wir haben aber auch Angst. . .“, gab Barbara Heipertz zu, die mit ihrem Mann zusammen da war. „Merkwürdig“ fand es auch Timo Theis von der KG Rot-Weiß Klingenstädter. Er hofft jedoch, dass Putin noch zur Besinnung kommt.

Die dreijährige Fiona Weyerbrock strahlte dagegen über das ganze Gesicht. Sie hatte sich als Eisprinzessin Elsa verkleidet und bekam von Prinz Markus II. prompt eine Prinzennadel angepinnt. Dies war generell ihr erster Karneval. Auch ein türkisfarbenes Einhorn hatte Spaß oder die vierjährige Mila, die mit ihrer Mutter auf der Düsseldorfer Straße tanzte. Trainerin Marina Wallocha von der Kindergarde KG Rot-Weiß Klingenstädter war glücklich, dass der Nachwuchs endlich seine beiden neuen Tänze aufführen konnten: „So traurig es ist, aber für die Kinder ist es wichtig. Sie mussten schon auf so vieles in der letzten Zeit verzichten“. Der 14-jährige Tänzer Matti hob die beiden Mädels Melissa und Olivia zu Liedern von Paveier und Brings. Für die Hebefiguren hatten sie lange trainiert, berichtete Wallocha, und warb für tänzerischen Nachwuchs im Alter von 4 bis 14 Jahren, der sich an den Vorstand wenden soll.

„Wenn wir abgesagt hätten, hätte es Herrn Putin auch nicht interessiert.“

Frauke Pohlmann, OWG-Vorstand

Auch das Prinzenpaar kam nach Ohligs – ebenso Vertreter des Festkomitees. Sie gedachten ihres kürzlich verstorbenen Ehrenvorsitzenden Joachim Junker mit einen dreifachen Solig lot jonn. „Er hätte nicht gewollt, dass seinetwegen der Karneval ausfällt“, sagte Prinz Markus II. Prinzessin Jacky I. sang derweil unter anderem „Zum Wolkeplatz“ von Miljö. Und die Kindergarde bekam mehrfach einen Extra-Applaus für ihre Tänze.

Als Dankeschön, dass die Ohligser Werbe- und Interessengemeinschaft (OWG) diesen Karnevalstreff seit fünf Jahren möglich macht, bekam OWG-Vorstandsmitglied Frauke Pohlmann jeweils einen Orden vom Prinzenpaar, der KG Rot-Weiß Klingenstädter und vom Festausschuss. Sie indes überreichte den Karnevalisten eine Kamellebox.

„Es ist natürlich schlimm, aber wenn wir es abgesagt hätten, hätte es den Herrn Putin auch nicht interessiert. Die Stimmung ist natürlich gedämpft, aber für die Kinder ist es wichtig“, erklärte Pohlmann gegenüber dem ST.

Mitorganisator sowie OWG-Mitglied Rudolf Jacobs von der Metzgerei Jacobs war es vor allem wichtig, dass die Menschen überhaupt wieder zusammenkommen. Er bewirtete die Besucher unter anderem mit Wurstbrötchen.

Auch in der Gaststätte Birkenweiher feierten Solinger Jecken den Karnevalsauftakt. Um die 50 Gäste konnte Gastronomin Berita Schwarz bereits am frühen Abend begrüßen. DJ Loddar sorgte für einen bunten Mix an Karnevalsmusik, mit dem sich die Karnevalisten auf diese so besondere Session einstimmen konnten. Jeder Gast musste zusätzlich zur Impfung einen Bürgertest nachweisen – deshalb durften die Masken beim Singen und Tanzen fallen.

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