Renovierung dauerte acht Jahre

Preis für Denkmalschutz: Altes Bürgerhaus schlägt Brücke zur Gegenwart

Annette Zech (r.) bekam den Denkmalschutzpreis von der Vorsitzenden des BGV, Dr. Beate Battenfeld (l.), und Mona Lohrengel, Untere Denkmalschutzbehörde, überreicht
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Annette Zech (r.) bekam den Denkmalschutzpreis von der Vorsitzenden des BGV, Dr. Beate Battenfeld (l.), und Mona Lohrengel, Untere Denkmalschutzbehörde, überreicht.

Annette Zech erhält den Denkmalschutzpreis.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Annette Zech füllte das alte Haus mit neuem Leben.

Der diesjährige Denkmalschutzpreis des Bergischen Geschichtsvereins (BGV) geht an Annette Zech. Die Vorsitzende Dr. Beate Battenfeld überreichte vor Ort die mit Vorher-Nachher-Fotos ansprechend gestaltete Urkunde. Dieses alte Haus mit neuem Leben zu füllen ohne ihm optisch seine spannende Vergangenheit zu nehmen und damit die Brücke zum Jetzt zu schlagen, sei wunderbar gelungen, sagte Battenfeld anerkennend.

Acht Jahre lang hat die Eigentümerin akribisch und mit viel Fingerspitzengefühl das von ihr erworbene „Bürgerhaus“ aus dem Jahr 1879 renovieren lassen. Als letztes ist nun die hölzerne „Veranda“ fertig geworden: ein 1884 zusätzlich angebauter Wintergarten, mit - wie am benachbarten Zwillingsbau – der Besonderheit zweier Leinwandgemälden auf der dem Wohnhaus zugewandten Wandfläche. Allein deren Renovierung sei ein großer Restaurationsaufwand gewesen, verrät Mona Lohrengel von der Unteren Denkmalschutzbehörde, die dem BGV das historische Gebäude zur Preisvergabe vorgeschlagen hatte. „Die Bilder sahen furchtbar aus, man konnte kaum noch etwas erkennen.“

Als letztes wurde die hölzerne Veranda fertig.

1879 hatten die Brüder Ernst und Carl Schulder, Bügelfabrikanten in Wald, die Bauanträge für zwei Wohnhäuser „auf benachbarten Grundstücken an der Altenhofer Straße gestellt. Die Zeichnungen für die beiden deckungsgleichen Zwillingsbauten hatte der Walder Architekt Gerhard Buschmann angefertigt.

Man muss sensibel vorgehen, wenn man solch ein altes Haus renoviert.

Mona Lohrengel, Untere Denkmalschutzbehörde

Es sei Liebe auf den ersten Blick gewesen, erzählt Annette Zech, die vor acht Jahren durch Zufall das damals zum Verkauf stehende Haus mit quadratischen Grundriss, zwei Vollgeschossen und einem flachen Walmdach besichtigen konnte. Gesucht habe sie tatsächlich nicht, eigentlich wollte sie nämlich das damals von ihr bewohnte kleine Haus an der Grunenburg vergrößern lassen und hatte dafür bereits Kontakt mit der Denkmalbehörde aufgenommen. „Aber dann kam alles ganz anders.“

Auch der Garten ist mittlerweile aus seinem Dornröschenschlaf erwacht, in dem sie ihn vor acht Jahren vorgefunden hat. Hohe Baume, üppige Ziersträucher, blühende Blumenbeete, Rasenfläche und gepflegte Wege schmiegen sich jetzt in Stil und Flair an die Historie des Wohnhauses an.

Die breiten Dielenböden im Haus Altenhofer Straße 16 die es ihr damals angetan hatten, sind nun aufgearbeitet und die Stuckdecken, wie auch das historische Holz-Treppenhaus instandgesetzt. Die weißen hohen Innentüren, inklusive der imposanten Flügeltür im Wohn-/Esszimmer öffnen sich mit Original-Drückern und bei den historischen Fenstern wurden nicht nur die Bleiverglasungen restauriert, sondern mit Isolierverglasung versehen, um Energie-Effizienz zu gewährleisten. „Man muss sensibel vorgehen, wenn man solch ein altes Haus renoviert und moderne Wohnanforderungen mit dem Wunsch, Historie möglichst original zu erhalten, kombinieren möchte“, so Mona Lohrengel, die Annette Zechs Sinn für liebevolle Details hervorhebt. „Das Gesamtergebnis wirkt deshalb so gut, weil viel mehr geschehen ist, als nur die nötigen Hauptarbeiten wie eine neue Dacheindeckung ausführen zu lassen“.

Spürbar geht Annette Zech darin auf, es sich in dem historischen Bürgerhaus mit viel Vergangenheit, schön zu machen. Auch der Garten ist mittlerweile aus seinem Dornröschenschlaf erwacht, in dem sie ihn vor acht Jahren vorgefunden hat. Hohe Baume, üppige Ziersträucher, blühende Blumenbeete, Rasenfläche und gepflegte Wege schmiegen sich jetzt in Stil und Flair an die Historie des Wohnhauses an.

Preis

Seit 1988 vergibt der Arbeitskreis Denkmalpflege den Denkmalschutzpreis. Seit ihrer Gründung im Jahr 1925 setzt sich die Abteilung Solingen für den Erhalt von historischen Bauwerken ein, die einen Teil der Stadtgeschichte präsentieren. Seit 1988 vergibt der BGV jährlich rückwirkend diesen ideellen Denkmalschutzpreis für die Rettung eines Baudenkmals durch die abgeschlossene Renovierung oder Sanierung.

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