Ohligs

Alte Notunterkünfte weichen für neue Sozialwohnungen

Das Obdachlosenheim an der Scharrenberger Straße steht mittlerweile leer. Die Stadt will das Haus verkaufen. Foto: Christian Beier
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Das Obdachlosenheim an der Scharrenberger Straße steht mittlerweile leer. Die Stadt will das Haus verkaufen.

Stadt hat Konzept für Obdachlosenheime umgesetzt. Häuser an Scharrenberger und Junkerstraße werden verkauft.

Von Andreas Tews

Die Stadt Solingen will sich von zwei Gebäuden trennen, die bislang als Obdachlosenunterkünfte genutzt wurden. Dies betrifft die Häuser an der Scharrenberger und der Junkerstraße. Die Wohnungen stehen nach Angaben von Rathaussprecherin Sabine Rische inzwischen leer. In den Verkauf werde man im Januar einsteigen, sagte Rische weiter. Das Ziel sei es, dass dort zusätzlicher bezahlbarer Wohnraum geschaffen wird.

Im vergangenen halben Jahr hat die Stadtverwaltung die Unterbringung und Förderung von Obdachlosen neu geordnet. Verschiedene Standorte wurden aufgegeben, dafür neue Unterkünfte geschaffen. Außerdem hat die Zentrale Fachstelle für Wohnungsnotfallhilfen (ZFS) die Wohnungen der Clearingstelle (» S. Kasten) für junge Erwachsenen an den Birkenweiher verlagert. Eine weitere Stelle dieser Art, die auf Familien spezialisiert sein wird, wird laut Rische bald an der Schulstraße in Gräfrath eröffnet.

Für den Verkauf der Gebäude und Grundstücke an der Scharrenberger und der Junkerstraße bereiten die zuständigen Stadtdienste laut Rische derzeit die Exposés vor. Die Stadt will die Erwerber dazu verpflichten, dort neu zu bauen oder die Gebäude zu sanieren. Außerdem soll vertraglich festgelegt werden, dass die Investoren sozialen Wohnungsbau schaffen. Dementsprechend sollen sie laut Rische Fördermittel nach den Richtlinien der Wohnungsbauförderung des Landes Nordrhein-Westfalen nutzen.

Die beiden Grundstücke sollen nach Risches Angaben in Bieterverfahren vergeben werden. Derzeit stehen die Chancen offenbar gut, dass die Stadt ihre Flächen an der Scharrenberger und der Junkerstraße veräußern kann. Denn Anfragen von Investoren liegen nach Angaben der Rathaussprecherin bereits vor.

Diverse Wohnungen werden für Flüchtlinge und Obdachlose genutzt

Ihr Konzept für die Unterbringung der Solinger Obdachlosen hat die Stadt laut Rische inzwischen vollständig umgesetzt. Dies bedeutet zum Beispiel, dass die ZFS ein Haus an der Beethovenstraße übernommen hat. Ursprünglich sollte auch das jetzt zum Verkauf stehende Haus an der Junkerstraße als Ersatz für die Scharrenberger Straße herangezogen werden. Es sei aber wirtschaftlich nicht sinnvoll gewesen, dieses Objekt wieder herzurichten, heißt es in einer Mitteilung der Stadtdienste Wohnen, Immobilienmanagement und Soziales.

Folglich werden jetzt an der Broßhauser Straße solche Wohnungen für die Unterbringung genutzt, die bisher vor allem besonders akuten Notfällen vorbehalten waren. Zudem werden Wohnräume im Komplex Brunnen- / Saturnstraße für Wohnungslose genutzt, die bislang ausschließlich Flüchtlingen vorbehalten waren. In Absprache zwischen der ZFS und dem für Asylbewerber zuständigen Sozialamt werden die Wohnungen dort jetzt je nach Bedarf flexibel genutzt.

Zumindest an Brunnen- und Saturnstraße ist laut Stadtverwaltung mittelfristig mit einer anderen Nutzung zu rechnen. Der Gebäudekomplex, in dem auch die Ohligser Feuerwache untergebracht ist, soll im Zuge des „Masterplans Feuerwehr 2030“ anderweitig genutzt werden. Da Obdachlose zumeist nur vorübergehend dort untergebracht würden, sei dies aber kein Problem, heißt es aus dem Rathaus. Mit Hilfe der Wohnungen dort würden „Unterbringungsspitzen“ in solchen Zeiten abgefangen, wenn besonders v

CLEARINGSTELLEN

AUFGABE Die Aufgabe der Clearingstellen für Wohnungsnotfallhilfen ist es, bei den Problemen der in Notlagen geratenen Menschen schnell und unbürokratisch Hilfe zu vermitteln.

BIRKENWEIHER Die Clearingstelle für wohnungslose junge Erwachsene wird von der Katholischen Jugendagentur Wuppertal betrieben. Sie ist am Eiland. Damit verbundene Wohnungen sind an der Ecke Birkenweiher/Entenpfuhl.

iele Wohnungen für Obdachlose benötigt würden.

Mit dem jetzt umgesetzten Konzept hat die Verwaltung mehr Plätze für Obdachlose geschaffen. Jetzt stehen Räume für 87 Bedürftige zur Verfügung – acht mehr als zuvor. Berücksichtigt wurde auch, dass für Flüchtlinge weniger Wohnungen benötigt werden. Auch inhaltliche Überlegungen wie die Clearingstellen spielen bei dem Konzept eine Rolle.

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