Als in der Königsmühle noch Tabak gemahlen wurde

Olaf Link hat ein Buch über Mühlen im Bergischen Land geschrieben. Dabei geht er auch auf die Königsmühle ein.Foto:Andreas Horn
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Olaf Link hat ein Buch über Mühlen im Bergischen Land geschrieben. Dabei geht er auch auf die Königsmühle ein.Foto:Andreas Horn

Der Solinger Autor Olaf Link hat ein Buch zur Geschichte der Mühlen geschrieben

Von Philipp Müller

In der Königsmühle im Tal des Weeger Hofs haben sich die Solinger zuletzt gastronomisch verwöhnen lassen. Aber „Mühle“ steht dort nicht ohne Hintergrund hinter dem König. Denn früher wurde dort sogar Tabak gemahlen. Das ist nur ein ganz kleiner historischer Aspekt, den der Solinger Autor und Heimatforscher Olaf Link in seinem neuen Buch erwähnt. Es ist jetzt unter dem Titel „Mühlen des Bergischen Landes“ erschienen.

Link bleibt sich seiner Linie treu. Er zählt viele historische Fakten auf. Aber er blickt auch hinter die Fassaden und Mühlsteine. Wo es passt, lässt er Märchen, Sagen und Lieder einfließen. Doch in der Summe ist das Buch eher ein Nachschlagwerk geworden, in dem es um die Geschichte der Mühlen ging. Das ist locker und verständlich geschrieben. Und zugleich wird trotzdem viel Wissen vermittelt.

So beschreibt Link, warum es überhaupt zu den Mühlen kam. Das hatte viel mit Rechten zu tun. Er blickt bis ins Mittelalter zurück. Kurz formuliert ging es damals darum, dass der Adel auch die Rechte vergab, etwa Korn zu mahlen. Das überdauerte in abgewandelten Formen bis zur Besetzung des Bergischen Landes durch Napoleons Franzosen zu Beginn des 19. Jahrhunderts.

Interessanter sind die einzelnen Geschichten zu den Mühlen selbst. Nicht alle stehen mehr. Oder sie haben heute einen ganz anderen Zweck –so wie die Königsmühle. So steht etwa die Broßhauser Mühle heute an der großen Kreuzung in Ohligs, von der es aus Richtung Hilden geht. Die Mühle selbst beherbergt heute ein Antiquitätengeschäft.

Eine Solinger Mühle wird heute für Yoga genutzt. Es ist die Bausmühle an der Itter. Sie gehörte früher zum Gräfrather Kloster. Link berichtet von Streitereien zwischen den Augustinerinnen und der Familie Baus, die der Mühle den Namen gab. Und an diesem Beispiel zeigt Link erneut auf, wie sich die Nutzung der Mühlen im Bergischen Land sehr oft änderte. Seit dem 19. Jahrhundert wurde das Gebäude als Bäckerei genutzt, dann war es Brauerei, schließlich Gastwirtschaft, um dann sogar als Lebensmittelladen die Nachbarn zu versorgen.

Olaf Link, Mühlen des Bergischen Landes, ratio books, ISBN: 978-3-96136-110-6, 24 Euro

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