Neue Erkenntnisse aus dem Weltraum

Solinger wollen die Bilder aus dem All sehen

Gespannt schauten die Besucher auf die ersten Bilder des neuen Teleskop –hier: ein sterbenender Stern, der von einer Gaswolke umgeben ist.
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Gespannt schauten die Besucher auf die ersten Bilder des neuen Teleskop –hier: ein sterbenender Stern, der von einer Gaswolke umgeben ist.

Galileum zeigte den Start des Weltraumteleskops James Webb.

Von Andreas Römer

Solingen. Alle wollten live dabei sein, als die ersten Bilder aus dem All präsentiert wurden. Schon vor Beginn herrscht angespannte Stimmung im Galileum Solingen. Ausgebucht! Man hätte die Veranstaltung locker zweimal anbieten können, so groß war das Interesse. Nur an sieben Plätzen in Deutschland war es möglich. Pünktlich um 16.30 Uhr am vergangenen Dienstag begann die Mission ins All und zu den Bildern des James-Webb-Teleskops.

Das Team vom Galileum war selbst „super gespannt“, wie Geschäftsführer Dr. Frank Lungenstraß gesteht. Man wusste noch gar nicht, was man zu sehen bekam und hoffte vor allem, dass die NASA pünktlich sei. Das war beim Test am Vorabend nämlich nicht der Fall und die Solinger Sterngucker mussten lange warten.

Anschaulich erklärte das Team des Galileums alles rund um das Weltraumteleskop. James Webb wurde schon vor 30 Jahren geplant, ab 2007 gebaut und nach Fertigstellung 2016 noch fünf Jahre lang getestet und geprüft, bevor es Weihnachten 2021 endlich mit einer Ariane-Rakete ins All befördert wurde. Seine Vorgänger Spitzer und Hubble waren viel kleiner.

Mit der neuen Infrarot-Technologie an Bord soll James Webb schärfere Aufnahmen liefern können, „Dinge, die wir mit dem menschlichen Auge gar nicht sehen können“, wie die Galileum-Experten erläuterten. Wo das Teleskop ist und wie es dorthin gekommen ist, wurde ebenfalls per Animation anschaulich erläutert. Es sind „nur“ 1,5 Millionen Kilometer bis zu James Webb, die Datenübertragung dauert gerade einmal 8 Sekunden. Doch was das Teleskop zeigt, ist 7600 Lichtjahre entfernt.

Die Spannung stieg immer weiter, Aufnahmen vom Start der Ariane-Rakete am „Himmel des Planetariums“ stimmten die Besucher ein. Und als es endlich mit dem Livestream der Nasa losging, starrten alle gespannt nach oben. Man versuchte sich vorzustellen, dass das Sternenlicht auf dem Foto Milliarden Jahre unterwegs war, bis man es hier auf der Erde – dank James Webb – sehen kann. Vielleicht liegt genau darin die Faszination für die Besucher. Die meisten interessieren sich schon lange für Astronomie, sind regelmäßige Gäste im Galileum.

Auch die, die es bisher nicht so gepackt hatte mit dem Blick ins All, wurden von der Stimmung mitgerissen und beim Bild vom Carinanebel ging ein lautes „Wow“ durch den dunklen Raum. Immer wieder halfen die Experten, erläuterten was zu sehen war. Sterbende Sterne, deren Masse nach außen verteilt wird, die „Geburt“ neuer Sterne und Planeten und man kann in den Gasen um die Planeten tatsächlich Wasser nachweisen. Bis zu 50-mal schärfere Bilder als von Hubble erlauben den Wissenschaftlern deutlich tiefere Einblicke in das Entstehen von Sternen und Galaxien.

„Absolut grandios“, beurteilt Frank Lungenstraß die Bilder und freut sich auf viele neue wissenschaftliche Erkenntnisse, die James Webb in der nächsten Zeit liefern werde. Man sei stolz darauf, dass die Besucher so eine Liveshow im Galileum miterleben konnten. Man werde viele neue Erkenntnisse über die Entstehung der Erde gewinnen, weil man jetzt noch besser das Sterben von Planeten und Sternen sowie das Entstehen neuer Sterne verstehen könne.

Für alle, die am Dienstag nicht dabei sein konnten, verspricht Frank Lungenstraß im Herbst Informationsveranstaltungen im Galileum über das James-Webb-Teleskop, weitere Bilder und die neuesten Erkenntnisse.

Galileum

Zahlreiche Veranstaltungen bietet das Galileum Solingen in diesen Tagen an. Wenn es Vorführungen gibt, kann auch die Ausstellung im ehemaligen Kugelgasbehälter besucht werden. Alle Termine und Infos: galileum-solingen.de

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