Sportler hat Corona

Alexander Oelze: Ein Fall, viele Ämter

Alexander Oelze hat von 2006 bis 2017 mit einer kurzen Unterbrechung für den Bergischen HC gespielt. Archivfoto: Kurt Kosler
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Alexander Oelze hat von 2006 bis 2017 mit einer kurzen Unterbrechung für den Bergischen HC gespielt.

Städte legen Quarantäne unterschiedlich fest.

Von Timo Lemmer und Björn Boch

Solingen. Der ehemalige Bundesliga-Spieler des Bergischen HC, Alexander Oelze, hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Oelze, Spitzname Ali, ist symptomfrei, seine Freundin wurde negativ getestet. Da sie schwanger ist, lebt das Paar in Gräfrath in unterschiedlichen Etagen des Hauses und sieht sich nur via Smartphone, zum Beispiel zum gemeinsamen Frühstück. „Wir trennen aktuell ganz strikt“, sagte der 36-Jährige dem Tageblatt.

Sein Fall ist besonders interessant, weil er zeigt, wie umfassend und arbeitsintensiv Coronafälle und deren Auswirkungen für die Gesundheitsämter sein können. Denn beim Handballer, der inzwischen für die SG Ratingen in der Nordrheinliga spielt, sind drei Städte unmittelbar involviert: Solingen als Wohnort, Haan als Arbeitsstätte – Oelze ist Klassenlehrer einer zehnten Klasse an der Hauptschule – und eben Ratingen.

„Jedes Gesundheitsamt ist unterschiedlich, was die Auslegungsgrenze bezüglich meiner Kontakte und deren Quarantäne angeht“, sagt Oelze, der die Behörden ausdrücklich lobt: „Sie machen das alle nach ihren Vorgaben.“

Alle Mitspieler, die in etlichen Städten wohnen, sind als „Intensiv-Kontakte“ in Quarantäne geschickt worden. Der Trainer Ace Jonovski, der in Remscheid lebt, nicht. Auch viele Schüler Oelzes mussten nicht in Quarantäne, die Solinger dagegen schon. Das Gesundheitsamt der Stadt Solingen habe die Kontaktintensität und damit das Ansteckungsrisiko offenbar höher bewertet als andere Ämter, heißt es aus dem Rathaus.

In Oelzes Umfeld wurden derweil alle Kontakte negativ getestet – ob aus dem Sport, dem Job oder privat. Als Lehrer lässt sich Oelze freiwillig alle zwei Wochen auf Covid-19 testen. Einen Verdacht, wo er sich infiziert haben könnte, hat er nicht.

Am Wochenende sollte die Quarantäne aufgehoben werden. Oelze: „Ich fühle mich fit, habe zum Glück gar nichts, und kann jeden Tag zu Hause Sport machen. Dabei hatte ich wirklich Angst vor einer Infektion, da ich Asthmatiker bin und man von schweren Verläufen gehört hat.“

Das Gesundheitsamt Solingen erkundige sich während der Quarantäne täglich telefonisch nach seinem Zustand. Die Meldung des positiven Tests erreichte Oelze, bevor er mit seiner Handballmannschaft an einer Sporthalle in Weiden zum Auswärtsspiel zusammengetroffen wäre. „Die Anrufe sind sehr ruhig und freundlich, da verbreitet seit Beginn an niemand Panik. Ich habe Hochachtung vor den Leuten im Gesundheitsamt. Ich wüsste nicht, ob ich so stressresistent wäre.“

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