Bühne

Alain Frei lässt dem Publikum keine Verschnaufpause

Zwei Stunden Comedy pur in der Cobra – der Applaus wollte am Ende nicht mehr aufhören.

Von Elisabeth Erbe

Er ist spontan, schlagfertig und vor allem absolut witzig. Alain Frei gastierte am Donnerstagabend in der Cobra und strapazierte gehörig das Zwerchfell. Knapp zwei Stunden bombardierte er seine Gäste mit Anekdoten und aberwitzigen Geschichten. „Das besondere an ihm ist, dass er die Zuschauer so ins Programm einbezieht, dass jeder Abend anders aus-sieht“, sagte Christina Konkel. Und genauso war es.

Er fragte einen Besucher aus der ersten Reihe, was er beruflich macht. „Ich erfülle Männerträume“, kam die Antwort von Carsten. Das Publikum lachte und Frei wurde neugierig. „Ich hab jetzt zu viele Fragen“, sagte er, „willst du mir erklären wie, oder sehen wir uns nach der Show?“ Die Zuschauer amüsierten sich prächtig über die humorvolle Diskussion, die Alain und Carsten führten. Er verkauft Modelleisenbahnen und das sorgte nochmals zu Gelächter.

Mit seinem Programm „Grenzenlos“ hinterfragt der Schweizer Vorurteile und räumt mit Klischees auf. „Nach der Show werde ich immer auf Klischees reduziert. Ob ich Schokolade dabei hätte und ob ich reich bin“, sagte er augenzwinkernd, „jeder von uns hat Vorurteile im Kopf. Die können wir nur stoppen, indem wir sie nicht weitergeben.“ Für seine tiefsinnige Aufklärung erhielt er prompt begeisterten Applaus.

Besucherin Claudia Grabowski wohnt in der Schweiz und hatte die Show zum Geburtstag von ihren Eltern geschenkt bekommen. „Ich konnte mich in manchen Sachen wiederentdecken“, sagte sie und fand das Programm sehr lustig.

Alain Frei ist authentisch. Jedes Detail im Publikum nimmt er wahr und kommentiert es. Fällt eine Flasche um, fragt er, ob sie aus Langeweile Fußball spielen. Klatscht jemand an falscher Stelle, wird das sofort analysiert. Alain Frei ist genial, weil er zwei Stunden ohne Programm füllen könnte. Der selbst ernannte Kindskopf „will einfach nicht erwachsen werden“, wie er zugibt. Und das ist gut so.

Die Zuschauer hatten keine Verschnaufpause, Frei war voller Energie und guter Laune. Und am Ende zeigte er seine sensible Seite. „Wenn ich eins in der Pandemie gelernt habe, dann ist es Demut“, gab er zu, „alles was wir haben, ist nur eine Momentaufnahme. Man sollte immer genießen und seinen Träumen nachjagen.“ Der Applaus am Ende wollte nicht aufhören. Frei bedankte sich mit einer aberwitzigen Zugabe.

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