Fridays For Future

Aktivisten demonstrieren fürs Klima

Vertreter von Fridays and Parents for Future machten am Hauptbahnhof auf ihr Anliegen aufmerksam. Foto: Christian Beier
+
Vertreter von Fridays and Parents for Future machten am Hauptbahnhof auf ihr Anliegen aufmerksam.

Zum fünften Jahrestag des Pariser Abkommens gab es eine Mahnwache.

Von Andreas Erdmann

Solingen. Zum fünfjährigen Bestehen des Pariser Klimaabkommens vom 12. Dezember 2015 gab es am Freitag weltweit Proteste der Klimaschutz-Bewegung Fridays For Future (FFF). In Solingen führte das Aktionsbündnis Fridays and Parents for Future eine Mahnwache am Hauptbahnhof durch. Zuvor informierten Teilnehmer mit Bannern vor den katholischen Kirchen in Ohligs und Wald sowie am evangelischen Altenzentrum Cronenberger Straße.

„Wir sind mit der Resonanz in der Bevölkerung zufrieden“, resümierte Till Burberg, FFF-Delegierter und einer der 18 Aktivisten, die den Aktionstag organisierten. „Immer wieder blieben Passanten stehen, um sich zum Klimaschutz zu informieren. Mit gut 20 führten wir intensive Gespräche.“ Diesmal stand die Mahnwache unter dem Motto „#Fight For 1 Point 5“. Sie zielte auf die Einhaltung der 2015 auf der Klimakonferenz der Vereinten Nationen von 195 Staaten beschlossenen Einführung von Maßnahmen, um die fortschreitende Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen. Um dies zu erreichen, müssen weltweit die Treibhausgas-Emissionen zwischen 2045 und 2060 auf Null zurückgefahren werden.

Corona-Krise erschwert Aktionen

Hauptkritikpunkt der FFF-Aktivisten ist, dass bisher nur sehr wenige der an der Konferenz beteiligten Länder ihre ab 2015 selbst gesteckten Reduktionsziele eingehalten haben. „Man fühlt sich gar ohnmächtig, wenn man mitbekommt, dass das Pariser Klimaabkommen nicht eingehalten wird und man gefühlt nichts ändern kann“, betonte Till Burberg.

Diese Ansicht teilte Aktivistin Lenja Königs: „Wir kämpfen hier in Solingen nun schon seit mehr als zwei Jahren und trotzdem habe ich oft das Gefühl, belächelt zu werden.“ Dabei habe die Bewegung auf das Konsumverhalten der Verbraucher einen positiven Einfluss nehmen können. Doch in der Politik, wo es am Nötigsten sei, würden stattdessen kontraproduktive Entscheidungen getroffen, führte Lenja Königs aus. „So ist zum Beispiel noch im Mai das Kohlekraftwerk Datteln 4 ans Netz gegangen.“

Zeitgleich mit dem weltweiten FFF-Aktionstag beriet der Europäische Rat am Freitag über das neue CO2-Reduktionsziel der Europäischen Union bis 2030. Dabei entschieden die 27 EU-Staats- und Regierungschefs, den Ausstoß von Treibhausgasen um mindestens 55 Prozent gegenüber 1990 zu senken. „Ob unsere Enkel das Pariser Abkommen also als historischen Meilenstein im Kampf gegen die Klimakrise oder als albernen Papiertiger bewerten werden, entscheidet sich genau jetzt“, betonte Falko Kordt von der Elterninitiative Parents for Future. Darum fordern die Vertreter der Klimabewegung eine Klimaneutralität spätestens bis 2035. Zudem solle ein beschleunigter Ausbau erneuerbarer Energien erfolgen, so dass man ab 2035 eine vollständig klimaneutrale Energieversorgung habe.

„Neben allem Bemühen, die weltweite Corona-Pandemie so schnell wie möglich zu bewältigen, sollten wir die fortschreitende Klimakrise nicht vergessen“, betonte Till Burberg. „Beide müssen jetzt angepackt werden.“ Dabei gestalte sich das Engagement aufgrund der Corona-Krise derzeit doch schwierig, berichtete Lenja Königs. „Es sind ja nur kleinere Aktionen wie diese Freitags-Mahnwachen möglich. Darüber hinaus informieren wir auf unserer Instagram- und Facebook-Seite.“

Fridays for Future

Nach dem Vorbild von Greta Thunberg und ausgehend von Schülern und Studenten entstand die globale Bewegung Fridays for Future. Diese fordert sofortige umfassende Klimaschutzmaßnahmen, um das 2015 im Weltklimaabkommen in Paris beschlossene 1,5-Grad-Ziel der Vereinten Nationen einzuhalten. Dafür protestieren Schüler freitags zur Unterrichtszeit auf den Straßen.

Zuletzt hatten Klimaschützer im September demonstriert. Die Ortsgruppen von Fridays for Future und Parents for Future zogen vom Vorspel in den Südpark.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

Corona: Impfaktionen in Solingen werden weiter ausgeweitet
Corona: Impfaktionen in Solingen werden weiter ausgeweitet
Corona: Impfaktionen in Solingen werden weiter ausgeweitet
Stufe 2: Diese Corona-Regeln gelten in Solingen wieder
Stufe 2: Diese Corona-Regeln gelten in Solingen wieder
Stufe 2: Diese Corona-Regeln gelten in Solingen wieder
Radfahrer bei Zusammenstoß mit geparktem Fahrzeug lebensgefährlich verletzt
Radfahrer bei Zusammenstoß mit geparktem Fahrzeug lebensgefährlich verletzt
Radfahrer bei Zusammenstoß mit geparktem Fahrzeug lebensgefährlich verletzt
Geplantes Musikfestival ist wegen Corona abgesagt
Geplantes Musikfestival ist wegen Corona abgesagt
Geplantes Musikfestival ist wegen Corona abgesagt

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Kommentare