Aufklärungsaktion

Viele Autofahrer stoppen nicht für Fußgänger

Die Polizisten Ulrich Schmidt und Christian Boehnke führten gestern an der Bergstraße / Ecke Kasernenstraße eine Aufklärungsaktion durch. Foto: Michael Schütz
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Die Polizisten Ulrich Schmidt und Christian Boehnke führten gestern an der Bergstraße / Ecke Kasernenstraße eine Aufklärungsaktion durch.

29 Verkehrsunfälle mit Verletzten gab es im vergangenen Jahr beim Abbiegen.

  • Vielen Autofahrern sind die Abbiegeregeln gar nicht bekannt.
  • Dadurch hat es im vergangenen Jahr in Solingen 29 Verkehrsunfälle mit Verletzten gegeben.
  • Beispielsweise haben beim Abbiegen Fußgänger immer Vorrang.

Von Timo Lemmer

Solingen. Christian Boehnke, ab Oktober Bezirksdienstbeamter in Mitte, kann als Kradfahrer der Polizei nur allzu gut von den Problemen berichten, die im Straßenverkehr zu den Haupt-Unfallursachen zählen. „Die Schwierigkeiten mit dem Abbiegen beobachte ich häufiger“, sagt er. „Und falsches Abbiegen ist etwas, das nicht wirklich hoch bestraft wird.“ Gemeinsam mit Kollege Ulrich Schmidt führte er deshalb in der Innenstadt an zwei Orten Aktionen durch, die die Sinne schärfen sollen.

Solingen: 40 Prozent der Verkehrsteilnehmer kennen diese Regel nicht

Denn dass abbiegende Autofahrer, ob links oder rechts herum, Fußgänger immer durchlassen müssen, wenn diese die Straße queren wollen, wissen die wenigsten. „Da liegt das große Problem“ erklärt Boehnke, „die meisten wissen es nicht. Und wenn ich Autofahrer darauf anspreche, sagen die: ‚Der Fußgänger ist doch stehengeblieben!‘“ Dass die Fußgänger aber stehen bleiben, liege lediglich daran, dass diese nicht versehrt werden wollen. Schmidt pflichtete bei: Der Fußgänger habe Vorrang, ein Forschungsinstitut habe aber festgestellt, dass 40 Prozent der Verkehrsteilnehmer diese Regel „überhaupt nicht kennen“.

29 Verkehrsunfälle mit Verletzten gab es in Solingen 2019 beim Abbiegen. 28 Mal war der Hauptverursacher dabei der Fahrzeugführer, erläutert Schmidt. Daher positionierten sich die Polizisten zwei Mal jeweils eine Stunde an neuralgischen Punkten, an denen stets „eine Menge Fußgängerverkehr“ herrsche: An der Ecke Bergstraße/Kasernenstraße sowie dem großen Kreisverkehr in der Innenstadt. „Die Regel gilt nämlich auch im Kreisverkehr. Dort sind Zebrastreifen daher übrigens eigentlich überflüssig“, sagt Schmidt. Dass sie häufig doch angebracht werden – Schmidt verweist auf Aufderhöhe – untermauert, dass die Regel kaum bekannt ist. In Paragraf 9 der Straßenverkehrsordnung heißt es im dritten Absatz unter anderem, dass nicht nur entgegenkommenden Fahrzeugen beim Abbiegen durchfahren gelassen werden müssen, sondern auch: „auf zu Fuß Gehende ist besondere Rücksicht zu nehmen; wenn nötig, ist zu warten.“

Darauf machte die Polizei nun aufmerksam, verteilte Flyer mit der entsprechenden Rechtsnorm sowie klarer Bebilderung und Aufkleber, die das Technische Berufskolleg entworfen hat. „Falsches Verhalten beim Abbiegen ist eine der häufigsten Unfallursachen im Bergischen Land“, untermauert die Polizei. Und die Beamten stoppten Fahrzeuge. Fahrer, die es nicht gut gemacht hatten – aber auch solche, die die Regel umgesetzt und Fußgänger überqueren haben lassen. „Super, das haben sie toll gemacht! Gute Weiterfahrt“, hieß es dann am Straßenrand von Schmidt durch das geöffnete Beifahrerfenster.

Erst im Oktober des vergangenen Jahres gab es eine Kontrollaktion am Neumarkt. Damals zog die Polizei in Solingen Poser aus dem Verkehr.

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