Hilfsbereitschaft

Agentur will mehr junge Ehrenamtler gewinnen

NRW-Staatssekretärin Andrea Milz besuchte gestern die Solinger Freiwilligenagentur mit ihrem Vorsitzenden Hans-Reiner Häußler. Foto: Christian Beier
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NRW-Staatssekretärin Andrea Milz besuchte gestern die Solinger Freiwilligenagentur mit ihrem Vorsitzenden Hans-Reiner Häußler.

Freiwillige Helfer fehlen an vielen Stellen. Verein startet neues Projekt. Ideen brachte am Mittwoch auch ein Besuch aus der Staatskanzlei.

Von Andreas Tews

An Möglichkeiten, sich in Solingen ehrenamtlich zu engagieren, mangelt es nicht. „Hilferufe“ gemeinnütziger Organisationen erreichen die Solinger Freiwilligenagentur nach Angaben ihres Vorsitzenden Hans-Reiner Häußler immer häufiger. Im Spitzenjahr 2015 habe sein Verein 200 freiwillige Helfer vermittelt. Jetzt seien es innerhalb von zwölf Monaten nur noch halb so viele. Mit einem neuen Projekt nehmen Häußler und seine Mitstreiter jetzt die junge Zielgruppe stärker in den Blick.

Diese Pläne und andere Aspekte ihrer Arbeit stellten Häußler und seine Mitstreiter gestern Staatssekretärin Andrea Milz aus der Staatskanzlei vor. Sie besuchte die Freiwilligenagentur in der Stadtbibliothek an der Mummstraße, wo der Verein einen Teil seiner Sprechstunden abhält.

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Die Freiwilligenagentur ist seit 2005 aktiv und hat in diesem Zeitraum nach Angaben ihres Vorsitzenden rund 1400 ehrenamtliche Helfer an gemeinnützige Organisationen vermittelt. Der Verein sucht Helfer für unterschiedlichste Einrichtungen wie Seniorenheime, Kindergärten, Schulen oder den Botanischen Garten. Er hat 15 aktive Mitglieder, die zumeist älter als 50 Jahre sind. Nicht zuletzt wegen dieser Nachwuchssorgen will man stärker auf Jugendliche und junge Erwachsene zugehen.

Das neue Projekt orientiert sich an einem Bielefelder Vorbild. Dabei geht es laut Häußler darum, neue Helfer für ehrenamtliche Tätigkeiten zu finden. Die sollen sogar ein Zertifikat erhalten. In einer ersten Stufe will die Freiwilligenagentur nach jungen Solingern suchen, die die Sache in Eigenregie in die Hand nehmen.

Zielgruppen sollen altersgerecht angesprochen werden

Danach geht es an die konkrete Suche nach Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die dazu bereit sind, innerhalb von drei bis sechs Monaten 25 Stunden unentgeltlich zu helfen. Die Aktiven des Projekts können dazu auch Flyer oder eigene Informationsangebote für das Internet entwickeln. Entscheidend sei, die Zielgruppe altersgerecht anzusprechen. Dies gelinge jungen Menschen laut Häußler besser als den meisten aktuellen Aktiven der Freiwilligenagentur.

Bei Staatssekretärin Milz kam das Projekt gut an.

BERATUNG

SAMSTAGS Ab dem 15. Juni (11 bis 13 Uhr, Stadtbibliothek) bietet die Freiwilligenagentur einmal im Monat auch samstags Beratungstermine an.

TERMIN Nächster Termin: Dienstag, 4. Juni, 11 bis 13 und 16 bis 18 Uhr, in der Stadtbibliothek.

Bei ihren Besuchen in vielen Städten des Landes sammelt sie Ideen, die andere nachahmen können, und machte sich auch in Solingen einige Notizen. Ihr gefällt, dass jungen Menschen die Möglichkeit gegeben werde, sich auch zeitlich begrenzt zu engagieren. Viele wollten sich nicht langfristig binden. Sie machte den Aktiven der Freiwilligenagentur Mut, sich für das Projekt um finanzielle Zuschüsse des Landes zu bemühen. Sie hält es für möglich, dass es dafür einen Fördertopf beim Jugendministerium gibt.

Eine andere Idee brachte die Staatssekretärin aus Herne mit. Dort fand in diesem Jahr der „Ruhr-Dax“ statt. Das ist eine Kontaktplattform, bei der Firmen des Ruhrgebiets unentgeltliche Dienstleistungen anbieten. Bei einer Art 90-minütigem Speed-Dating werden sie mit gemeinnützigen Organisationen zusammengebracht, die freiwillige Helfer suchen. So etwas könne man sich als „Berg-Dax“ auch im Städtedreieck vorstellen, sagte Klaus Schaberg von der Freiwilligenagentur.

Dorothea Stettner sprach gegenüber der Staatssekretärin die Idee an, aktiven Ehrenamtlern freie Fahrt in Bussen und Bahnen zu gewähren. Hier machte Milz allerdings kurzfristig wenig Hoffnung. So lange es in NRW mehrere Verkehrsverbünde gebe, sei dies kaum umzusetzen.

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