Kunstmuseum

Agenda-Preis würdigt Flüchtlingsarbeit

Die Preisträger des „Agenda-Preis 2016“ sind die „Flüchtlingshilfe Solingen e. V.“ und die „Solinger Freiwilligen Agentur e. V.“. Die Verleihung fand im Kunstmuseum statt. Foto: Christian Beier
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Die Preisträger des „Agenda-Preis 2016“ sind die „Flüchtlingshilfe Solingen e. V.“ und die „Solinger Freiwilligen Agentur e. V.“. Die Verleihung fand im Kunstmuseum statt.

Im Kunstmuseum zeichnete OB Tim Kurzbach die „Flüchtlingshilfe Solingen“ und „SoFrei“ aus. Ehrenamt ist Baustein der Integration.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Der „Agenda-Preis 2016“ wurde am Samstagmorgen in einer Feierstunde im Kunstmuseum an die „Flüchtlingshilfe Solingen“ verliehen. Den „Sonderpreis des Oberbürgermeisters“ erhielt die „Solinger Freiwilligen Agentur“ („SoFrei“). Beide Preise verlieh Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD). Es könne kaum etwas Sinnvolleres für eine nachhaltige Entwicklung von Solingen geben, als den zu uns geflüchteten Menschen durch Rat und Tat zu helfen, sich hier zurechtzufinden, begründete Moderatorin Ariane Bischoff die Auszeichnung. Bischoff leitet den städtischen Strategiebereich nachhaltige Entwicklung.

Der mit 1500 Euro dotierte Agenda-Preis wertschätzt den Einsatz der ausschließlich ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe Tätigen. Das Leben sei ständige Veränderung, betonte OB Tim Kurzbach in seiner beachtenswerten Ansprache. „Wir in Solingen müssen ständig der weltweiten Veränderung Rechnung tragen, indem wir uns den damit verbundenen Aufgaben stellen und unsere Stadt mit dem Blick nach vorne ausrichten. Fremde Menschen, die bei uns – vor Not und Krieg geflüchtet – ein neues Zuhause suchen, zu Bürgern unserer Stadt und Teil unserer Gesellschaft zu machen, gehört unbedingt dazu.“ Die Flüchtlingshilfe trage viel dazu bei, neue Einwohner der Stadt in die Gesellschaft hineinzunehmen. „Wir wollen zusammenwachsen und keine Parallelgesellschaften schaffen. Konkret hat die Flüchtlingshilfe zum Beispiel viel dazu beigetragen, dass die großen Erstauffanglager schnell aufgegeben werden konnten und die Menschen Wohnungen bekamen“, fuhr der OB fort.

Ehrenamtler müssen auch frustrierende Momente ertragen

Wolfgang Fudickar, zweiter Vorsitzender der Flüchtlingshilfe, fand neben ausdrücklichem Dank für die viel erfahrene Unterstützung durch Stadt, Bürger und Verbände auch kritische Worte. Ehrenamtler seien nicht unendlich belastbar und müssten gerade in der Arbeit mit und für Flüchtlinge viele Frustrationen ertragen. Es sei beispielsweise schwer auszuhalten, Menschen, die sich kaum von traumatisierenden Strapazen ihrer Flucht erholt hätten, Abschiebe-Bescheide vorlesen zu müssen, „die offensichtlich nur aus vorformulierten Textbausteinen bestünden“, beklagte er.

Dass ehrenamtliche Arbeit trotz solcher Negativ-Erlebnisse unterm Strich erfüllend sei, betonte Hans-Reiner Häußler von „SoFrei“. Der 2004 von Karl Willi Bick gegründete Verein sorgt für eine erfolgreiche und passgenaue Vermittlung von einsatzfreudigen Menschen in Ehrenämter. Die inzwischen 15 – gleichfalls ausschließlich ehrenamtlich agierenden – Mitarbeiter beraten in den Stadtteilen Mitte, Gräfrath, Wald, Höhscheid und Ohligs. Sie haben ein großes Netzwerk mit Vereinen, Verbänden, Kindertagesstätten und Schule aufgebaut. Auch mit der Koordinierungsstelle für Flüchtlinge arbeitet „SoFrei“ eng zusammen.

AGENDA-PREISTRÄGER

FLÜCHTLINGSHILFE Ansprechpartner: Saskia Frings, Ufergarten 25, Tel. 20 00 25 34, www.fluechtlingshilfe-solingen.de SOFREI Ansprechpartner: Hans-Reiner Häußler, Grünbaumstraße 92, Tel. 2 44 31 85, www.solinger-freiwilligen-agentur.de

Als Moderatorin begrüßte Bischof alle anwesenden Gäste, die der deutschen Sprache noch nicht so mächtig waren, auch auf englisch. Musikalisch umrahmt wurde der Festakt durch das Barockensemble „Saitenholz“. Das Quartett „Tarab“ unter der Leitung von Tom Daun unterhielt mit orientalischen Klängen. „Tarab“ ist aus der Musicalgruppe „We perform“, einem gemeinschaftlichen Projekt von Solingern und hierher geflüchteten Jugendlichen, hervorgegangen. Volker Eigemann und Jugendliche seines Bewegungstheaters „Young Motion“ bestritten mit ihrem neuesten Stück „Baustelle“ einen weiteren Programmpunkt der Veranstaltung.

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