Gesundheit

Ärzte haben spezielle Methoden zum Schutz vor Corona

Bei Covid-19-Verdachtsfällen wird auf bestimme Instrumente verzichtet, berichtet Dr. Teut-Kristofer Rust. Foto: Christian Beier
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Bei Covid-19-Verdachtsfällen wird auf bestimme Instrumente verzichtet, berichtet Dr. Teut-Kristofer Rust.

Zahnarztbesuche finden wieder häufiger statt.

Von Alexandra Dulinski

Während der Corona-Krise haben viele Patienten den Besuch beim Zahnarzt gescheut. Die Patientenzahlen steigen nun langsam wieder an, sind aber noch immer niedriger als vor Ausbruch der Pandemie, berichtet Dr. Teut-Kristofer Rust, Solinger Kreisstellen-Obmann der Zahnärztekammer Nordrhein.

Zu Beginn der Pandemie wurde auf Professionelle Zahnreinigungen verzichtet, um Aerosolbildung zu vermeiden. „Beim Präparieren der Zähne für eine Krone, bei der Kariesbehandlung und bei der operativen Entfernung von Zähnen arbeiten wir mit wassergekühlten, rotierenden Instrumenten wie Fräsen oder Bohrern“, erklärt Rust. Die Kühlung geschehe dabei aus dem Instrument selbst, wobei relativ viel Sprühnebel entstehe. „Das kann man verringern, indem man Wasser manuell aus einer Spritze auf das rotierende Instrument träufelt“, so Rust. So werde aber eigentlich nur bei Covid-Verdachtsfällen verfahren.

Bis Ostern wurde auch auf ambulante Vollnarkosen verzichtet. Die Gefahr, mit dem Tubus Speichel aus dem Rachen in die Lunge zu schieben und so einen möglich Verlauf von Covid zu beschleunigen, sei zu groß gewesen. Mittlerweile sind Professionelle Zahnreinigungen und Vollnarkosen aber wieder möglich, berichtet Rust. Zahnarzt Pepe Fabio Schnorr verzichtet bei der Zahnreinigung beispielsweise auf das Airflow-Verfahren, bei dem die Zähne durch Druckluft mit einer Reinigungslösung gesäubert werden. Dabei entstehe eine Wolke, die potenziell infektiös sein kann. „Anstelle von Ultraschall nutzen wir kleine Handinstrumente, um Zahnstein von den Zähnen zu kratzen“, so Schnorr. Schon mit Eintritt in die Arztpraxis werden Patienten direkt in das Behandlungszimmer gebracht, um Ansammlungen im Wartebereich zu vermeiden. Bei Verdachtsfällen – etwa, wenn ein Patient Symptome zeigt oder aus einem Risikogebiet kommt – werde grundsätzlich mit Gesichtsvisieren und FFP-2-Masken gearbeitet.

„Die Behandlung hier in Solingen ist sicher. Die Infektionswahrscheinlichkeit ist nicht extrem erhöht, wenn alle Maßnahmen eingehalten werden“, erklärt Rust. Ein an Corona erkrankter Patient solle sich bei Zahnschmerzen unbedingt an den eigenen Haus-Zahnarzt wenden, der die Versorgung anschließend in die Wege leiten wird.

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