Herzlichen Glückwunsch!

Der älteste Solinger feiert heute seinen 105. Geburtstag

Heinz Schwandt (Mitte) und seine Gratulanten (v. l.): Sohn Manfred Schwandt sowie David Zillmann, Pflegedienstleiter im Malteserstift St. Antonius und Bezirksbürgermeister Axel Birkenbeul. Foto:
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Heinz Schwandt (Mitte) und seine Gratulanten (v. l.): Sohn Manfred Schwandt sowie David Zillmann, Pflegedienstleiter im Malteserstift St. Antonius und Bezirksbürgermeister Axel Birkenbeul.

Heinz Schwandt genießt seinen Ruhestand im Malteserstift St. Antonius.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Solingen. Seine große Familie kann in diesem Jahr nicht mit Heinz Schwandt Geburtstag feiern, Corona macht einen Strich durch den ursprünglich geplanten Besuch von Kindern, Enkeln, Urenkeln und dem Ur-Ur-Enkelkind: 105 Jahre wird der ehemalige langjährige Hausmeister der Albert-Schweizer-Realschule heute und ist damit der aktuell älteste männlich Bürger Solingens.

Bezirksbürgermeister Axel Birkenbeul wird am heutigen Freitag herzliche Glückwünsche aus dem Rathaus übermitteln und auch Sohn Manfred wird seinem Vater gratulieren. „Den 100. Geburtstag haben wir noch bei ihm zu Hause feiern können, da klappte das Alleinleben noch prima“, erinnert sich der Junior, der selbst schon 81 ist und seinen Vater durch die räumliche Nähe zur eigenen Wohnung viel besuchen kann. „Über 30 Jahre ist mein Vater nach dem Tod meiner Mutter sein eigener Herr gewesen und war sehr aktiv, erst vor etwas mehr als vier Jahren verschlechterte sich seine Gesundheit.“

Seitdem lebt Heinz Schwandt im Malteserstift St. Antonius und ist voll des Lobes und der Anerkennung für dieses Zuhause. „Hier kümmert man sich wunderbar um mich“, sagt der Jubilar. Das Gehör will leider nicht mehr so richtig. Wenn man sich mit ihm unterhalten möchte, bedarf es eines Zettels und eines Stifts, um Fragen oder Bemerkungen aufzuschreiben: Die werden dann schnell gelesen und mündlich beantwortet – gerne ausführlich. Eindrücklich berichtet Schwandt aus seinem Leben. Von seiner Kindheit in Stettin in Pommern, das jetzt zu Polen gehört, von seiner Zeit als Wehrmachtssoldat, die in nach Norwegen führte und von dort aus in mehrere Stationen Kriegsgefangenschaft in Frankreich. Schließlich ging es zurück nach Greifswald, wo er eine Zimmermannslehre machte, heiratete und Kinder bekam. „Aber in der DDR wollten wir als Familie nicht bleiben, Anfang der 50er Jahre sind wir in den Westen gegangen, nach Solingen.“ Dortmund als mögliche Alternative behagte ihm nicht – er wollte nicht ins Ruhrgebiet, sondern setzte auf das Grün des Bergischen Landes. Ein Plus seiner Wahlheimat, die er auch nach 65 Jahren Präsenz immer noch spürbar liebt. Heinz Schwandt ist mit sich und seiner Gesundheit im Großen und Ganzen sehr zufrieden, abgesehen von kleinen Malessen wie eine häufig schmerzende Schulter, die ihn ärgert. Aber dass er neulich einen seiner Enkel nicht erkannt hat, läuft ihm nach und lässt ihn über Vergänglichkeit nachgrübeln. Offenbar so sehr, dass er im Gespräch vergisst, über seine zweite Familie zu beichten, die er erst nach dem Tod seiner Frau kennengelernt hat.

Solingen: Regen Kontakt hat der Jubilar auch zu seiner zweiten Familie in Norwegen

„Damals meldete sich eine Tochter meines Vaters aus seiner Jugendzeit in Norwegen, von der er all die Jahre nichts wusste. Sie hatte ihn mit Hilfe des Roten Kreuzes gesucht und gefunden“, ergänzt Sohn Manfred die Erinnerungen des alten Herrn. „Seitdem hat sich ein schöner herzlicher Kontakt gesponnen, mit regelmäßigen Besuchen meiner Halbschwester und den dazugehörenden Enkeln – sehr schade, dass die in diesem Jahr wegen der Pandemie nicht zum Geburtstag anreisen können.“

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